Relikte des Kalten Krieges:
Das auf dieser Seite vorgestellte Sanitätsmaterialaußenlager
fiel in eine Kategorie von Depots, die auf den ersten Blick etwas sonderbar
wirkten. Zum einen war die Anlage mit Roten Kreuzen als Einrichtung
des Sanitätsdienstes gekennzeichnet, zum anderen sehen mehrere
Bauten im Inneren wie erdüberdeckte Munitionsbunker aus.
Das Territorialheer der Bundeswehr hatte im Kalten Krieg mehrere
dieser SanMat-Außenlager eingerichtet, vorwiegend im westlichen
Teil der Bundesrepublik. Das Lager in Bösel unterstand dem Versorgungskommando
800 aus Lingen. Dieses Kommando hatte auf einer Teilfläche des
früheren Fliegerhorstes
Quakenbrück das Sanitätsdepot QUA untergebracht. Dem
SanDp QUA wurde als Außenstelle das Sanitätsmaterialaußenlager
Bösel zugeordnet.
Im Sanitätsdepot Quakenbrück standen größere Lagerfläche
in Hallen und auf Plätzen zur Verfügung. Die dortigen Gebäude
waren nicht dafür ausgelegt, Güter gegen Wirkungen von atomaren,
biologischen oder chemischen Waffen zu schützen. Jedoch ist gerade
für das sensible Sanitätsmaterial ein entsprechender Schutz
erforderlich gewesen. Medikamente und Verbandsmaterial sollten schließlich
insbesondere nach dem Einsatz dieser Waffen in einwandfreiem Zustand
zur Verfügung stehen.
Entsprechende Lagermöglichkeiten wurden im SanMatALgr Bösel
geschaffen. Hier hat man fünf erdüberdeckte Lagerhäuser
errichtet. Diese waren in weiten Teilen mit Munitionslagerhäusern
baugleich. Jedoch ist deren Vorderseite grundlegend anders ausgeführt.
Statt des massiven Schiebetores waren leichtere Flügeltüren
eingebaut. Dazu kamen Öffnungen für die Belüftung. Für
das Sanitätsmaterial war diese Bauweise ausreichend, um Schutz
gegen Einwirkungen von Außen zu bieten. Von Innen ging keine
Gefährdung durch Explosivstoffe aus.
Als Einrichtung des Sanitätsdienstes konnte das Objekt unter den
Schutz der Genfer Konvention gestellt werden. In Artikel 7 dieser Konvention
ist bereits 1864 das Rote Kreuz auf weißem Grund als Kennzeichnung
vereinbart worden. Dementsprechend war die Liegenschaft Bösel
in der Form weithin sichtbar beschildert.
Die Grundfläche der Liegenschaft war mit rund 5 ha recht klein.
Neben den geschützten Lagerhäusern standen nur wenige weitere
Betriebsgebäude und Einrichtungen auf dem Areal.
Genaue Daten über Inbetriebnahme und Räumung des
Lagers liegen derzeit nicht vor. Es ist lediglich von außen
erkennbar, daß die Kennzeichnung als Militärischer Bereich
entfernt worden ist.
Zustand:
Das Lager zeigt sich heute noch weitgehend im Originalzustand. Es bleibt
abzuwarten, welche Änderungen sich durch Nachnutzungen ergeben.
Zugang:
Das ehemalige SanMat-Außenlager darf nicht
betreten werden. Die kleine Anlage ist jedoch von Außen
fast komplett einsehbar.
Hinweis:
Ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Lager aus dem Angebot von
Google-Maps:
Sanitätsmaterialaußenlager
Bösel