Luftschutz in Bremen - Luftangriff auf Bremen-Hemelingen


Vom Verwaltungsgebäude des Borgward-Konzerns in der Föhrenstraße sind in dieser Wand
nur noch die Fassadenelemente des Erdgeschosses erkennbar

 Bis 1945: 
Auf dieser Seite wird ein Teil von Bremen während eines Luftangriffs der US-Airforce, 100th Bomb Group, dargestellt. Zu diesem Themenkomplex bieten die Seiten Luftschutz in Bremen und Flakschutz im Großraum Bremen weitere interessante Aspekte.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Hansestadt Bremen, der sich vom Bürgerpark (unten links) bis zum Stadtteil Osterholz (oben rechts) erstreckt. Die deutlichste Orientierungshilfe ist der Bogen der Weser, die sich am unteren Rand durchs Bild windet. Am oberen Rand des Flußbogens beginnt das Industriegebiet von Bremen-Hemelingen. Die wichtigsten Einrichtungen sind in der Karte vermerkt und weiter unten erläutert.
Direkt an die Gewerbegebiete schließen sich ausgedehnte Wohngebiete an, die bei Luftangriffen auf die Industrie natürlich besonders gefährdet waren. Für den Schutz der Zivilbevölkerung sind zahlreiche Luftschutzbunker im Rahmen des Sofortprogramms im gezeigten Gebiet errichtet worden. Dazu kommen einige Anlagen auf Betriebsgrundstücken, die im Rahmen des Werksluftschutzes entstanden. All diese Bunker boten aber keinen absoluten Schutz, der Durchschlag im Luftschutzturm der Bauart Winkel des Focke-Wulf-Werks Hastedt bezeugt dies. Noch weitaus mehr gefährdet waren die sogenannten Sonderbauten, die in der Frühphase des II. Weltkriegs gebaut wurden. Mehrere dieser lediglich als splittergeschützt eingestuften Bunker sind in Bremen durch Bombenvolltreffer total zerstört worden, für die Insassen gab es dabei keine Überlebenschance!

Über 40% aller Gebäude der Stadt sind, bei insgesamt 193 Bombenangriffen, vollkommen zerstört worden, Beschädigungen unterschiedlicher Stärke trugen nahezu sämtliche Häuser davon. Noch heute, über 50 Jahre nach Ende des Krieges, sind nicht selten Bauwerke zu finden, die durch Bombardierungen teilweise zerstört und nicht wieder vollständig aufgebaut wurden.

Bremen war zwar von einem umfangreichen Luftabwehrgürtel umschlossen, die Abwehrerfolge sind aber im Nachhinein als völlig unzureichend zu bewerten. Kein Verband der Alliierten konnte davon abgehalten werden, seine Bombenlast abzuwerfen. Als Erfolg der Luftabwehr kann allenfalls gewertet werden, das teilweise Flugzeuge von den eigentlichen Zielen abgedrängt wurden und die Bomben in anderen Gebieten abwarfen; Glück war, wenn ebendort nichts zu Schaden kam.

Das Luftbild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: 100th Bomb Group Photo Archives, Michael Faley
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Die Ziffern in der Karte sind unten aufgeschlüsselt, dunkelblaue Punkte zeigen Standorte von Luftschutzbunkern

Zahlreiche Betriebe der Rüstungswirtschaft, Verkehrswege und Versorgungseinrichtungen befanden sich im dargestellten Bereich auf engem Raum beieinander. In der Mitte des Luftbildes, über den Industrieanlagen, ist starke Rauchentwicklung nach den Bombeneinschlägen sichtbar.

An Verkehrsobjekten sind vorhanden:
Die wichtigen Eisenbahnstrecken Hannover-Bremen (-#1-) und Osnabrück-Bremen (-#2-) durchqueren die Stadtteile, in Sebaldsbrück ist das Eisenbahn-Ausbesserungswerk Bremen-Sebaldsbrück (-#3-) ansässig. Die Weser (-#4-) ist natürlich eine sehr wichtige Wasserstraße.

An Versorgungseinrichtungen sind die beiden Kraftwerke zu nennen: das Kohlekraftwerk Hastedt (-#5-) und das Wasserkraftwerk in der Weser (-#6-).

Die wichtigsten Rüstungsbetriebe in dem Gebiet waren:
(-#7-) Borgward Werk Hastedt
(-#8-) Borgward Werk Sebaldsbrück
(-#9-) Lloyd-Dynamo
(-#10-) Focke-Wulf Werk Hastedt
(-#11-) Focke Wulf Werk Hemelingen
(-#12-) Roland-Werft

Auch sind zwei Kasernen sind im weiteren Umfeld vorhanden: Im Stadtteil Vahr die "Lettow-Vorbeck-Kaserne" (-#13-) und im Stadtteil Östliche Vorstadt die seinerzeit "Adolf-Hitler-Kaserne" genannte Truppenunterkunft an der Stader Straße (-#14-).

Nach 1945:
Bremen wurde am Kriegsende von britischen Truppen eingenommen, es war aber bereits festgelegt worden, daß der Raum Bremen/Bremerhaven US-Enklave in der Britischen Zone werden sollte; die USArmy benötigte einen Seehafen für die Versorgung ihrer Truppen in Deutschland. Vertragsgemäß übergaben die Briten das Gebiet bis zum 8. Mai 1945 an die USA.
Die weitläufigen Zerstörungen der Luftangriffe stellten natürlich auch die US-Truppen vor diverse Probleme, so wurde schon direkt nach Kriegsende mit Aufräumarbeiten und Instandsetzungen begonnen. Heute darf nicht vergessen werden, daß durch Hilfen der Alliierten, insbesondere durch die USA, der Wiederaufbau unseres zerstörten Landes erst ermöglicht wurde.

Nichtsdestotrotz sind im Stadtbild der Gegenwart noch diverse Spuren der Zerstörungen zu finden. Meistens handelt es sich dabei um Häuser, die aus den verschiedensten Gründe nicht im ursprünglichen Umfang wieder aufgebaut wurden.

 
Deutlich zu erkennen, Obergeschoß und Dach des Hauses fehlen Hier blieb von dem Eckhaus nur das Erdgeschoß erhalten
Winkel-Turm mit Bombendurchschlag auf dem ehemaligen Focke-Wulf-Werksgelände Hastedt (abgerissen)

Quellenangabe:
- Michael Foedrowitz: Bunkerwelten
- 100th Bomb Group: Photo Archives, Michael Faley
- Archiv Peter Kurze

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