Luftschutz in Bremen - Luftschutzbunker


Hochbunker 'Auf dem Bohnenkamp', Ortsteil Woltmershausen

 Bis 1945: 
Grundsätzliches über den Luftschutz in Bremen ist auf der Themenseite zu lesen.

Auf dieser Seite werden die großen und massiven, als bombensicher bezeichneten, öffentlichen Luftschutzbunker auf dem Gebiet der Hansestadt vorgestellt.
Die letzte Meldung des Luftschutz-Bauamtes Bremen vom August 1944 besagt, daß insgesamt 131 bombensichere Luftschutzbunker fertiggestellt waren, weitere 4 befanden sich im Stadium des Innenausbaues, 4 waren noch im Rohbau und schließlich hatte man 7 Baustellen stillgelegt.
In Bremen sind die unterschiedlichsten Typen errichtet worden. Im Gebiet der Innenstadt war freie Baufläche rar, so errichtete das Luftschutz-Bauamt dort unter Plätzen einige Tiefbunker. Davon abgesehen war die Standard-Bauform der mehrgeschossige Hochbunker. Bei der Auslegung erfolgte während des Krieges ein Umdenken. Während in der Anfangsphase zahlreiche kleinere Bunker errichtet wurden, entstanden später wesentlich größere Bauten. Das Verhältnis Schutzplatzzahl zu verbauten Kubikmetern Beton war bei großen Bunkern günstiger, was bei knapper werdenden Rohstoffen das entscheidende Argument wurde. So bot der erste begonnene Bunker an der Zwickauer Straße im Stadtteil Findorff auf drei Etagen regulär lediglich 176 Personen Platz. Dagegen konnten in den im Stadtgebiet gebauten vier riesigen 11geschossigen Türmen jeweils rund 950 Menschen unterkommen.
Betrachtet man die diversen Bunker in Bremen, erkennt man verschiedene Grundtypen die meist mehrfach anzutreffen sind. Bei den Planungen mußte seinerzeit natürlich immer der vorhandene Bauplatz berücksichtigt werden. Die Bunker sollten schließlich in der Nähe der Wohnhäuser stehen, dort war der vorhandene Raum aber oft beschränkt.
Der Schutz, den die Bauten boten, wuchs im Laufe der Fortentwicklung an. Waren zunächst Wandstärken von 1,10 m und Deckenstärken von 1,40 m üblich steigerten sich diese Werte auf 2,00 m für Wände und bis zu 2,50 m für Decken. Die Weiterentwicklung konnte letztendlich jedoch nicht mit der immer weiter steigenden Durchschlagsleistung der Bomben Schritt halten.
Rückblickend kann aber gesagt werden, daß diese massiven Luftschutzbunker sehr vielen Menschen das Überleben im Inferno des Bombenhagels ermöglicht haben.

Auf der Seite Anmerkungen werden einzelne ausgewählte Bunker näher betrachtet.

 Ab 1945: 
Bemerkenswert ist die geringe Zahl der in den vergangenen 60 Jahren abgerissenen Luftschutzbunker. Die meisten der geschliffenen Bauten wurden beseitigt, um Platz für neue Bauvorhaben zu machen, siehe dazu auch "ein Luftschutzbunker wird abgerissen". Dabei ist natürlich zu beachten, daß der Aufwand zum Abriß eines massiven Betonbunkers sehr groß ist.
Die Alliierten hatten nach dem Krieg zunächst vor, alle Luftschutzbauten zu beseitigen. Die Stadtverwaltung konnte dagegen durchsetzen, die Gebäude als Notunterkünfte stehen zu lassen. Die großflächige Zerstörung von Wohnungen durch die zahlreichen Bombenangriffe auf die Stadt ließen keine andere Wahl. Nun wandelten die Siegermächte die Vorgabe dahin ab, daß die Bunker zu entfestigen seien. Damit sollte die militärische Nutzbarkeit aufgehoben werden. So sind in diverse Bauten Öffnungen für Fenster gesprengt worden.
Später, während des Kalten Krieges, kam erneut Bedarf an Schutzräumen auf, für die viele vorhandene alte Bunker eine gute Ausgangsbasis boten. Sie wurden nun nach moderneren Erkenntnissen um- und ausgebaut. Noch bis in die später 1980er Jahre sind solche Baumaßnahmen durchgeführt worden.
In den Jahren nach der Entspannung des Ost-/West-Konfliktes sind nach und nach eine ganze Anzahl der Bunker aus der Zivilschutzbindung entlassen worden. So konnte es auch dazu kommen, daß ehemalige Luftschutzbunker zu modernen Wohngebäuden umgebaut wurden. In Bremen steigt die Zahl der so umgewandelten Bauten stetig an.
Der Zivilschutz wünscht sich dagegen, daß möglichst viele Schutzräume erhalten bleiben. Die Möglichkeit von Katastrophen und insbesondere von Terroranschlägen ist in den letzten Jahren leider eher gestiegen als gefallen. Allerdings war auch zu Zeiten des Kalten Krieges die Zahl der Schutzplätze in den Bunkern viel zu gering, es wäre nur ein Bruchteil der Bevölkerung darin untergekommen.
Diverse Hochbunker fanden in den vergangenen Jahren eine völlig friedliche Nutzung. In ihnen konnten Musikbands einzelne Räume anmieten, um hier ohne Störung ihres Umfeldes musizieren zu können. Allerdings ist diese Verwendung inzwischen wieder stark eingeschränkt worden.

 Erläuterung der Tabelle: 
Die unten aufgeführte Tabelle enthält sämtliche mir bekannten Bunker dieser Kategorie innerhalb der Stadtgrenze von Bremen.

  • Spalte "Straße / Standort": Die Straßennamen sind nach heutigen Stand angegeben - die Bezeichnungen lauteten früher in einigen Fällen anders, der alte Name ist in Klammern vermerkt. In die meisten Angaben sind Links eingebunden, die ein Bild des Bauwerks zeigen.
  • Spalte "Bunkertyp": HB = Hochbunker, RB = Rundbunker, TB = Tiefbunker.
    Die Angabe der Platzzahl bezieht sich auf die regulär eingeplanten Werte. In der Praxis wurden die Anlagen oft um das Drei- bis Fünffache überbelegt! So soll ab Mitte 1943 durch extreme Überbelegung eine Schutzplatzzahl von 200.000 erreicht worden sein - fast die Hälfte der damaligen Einwohnerzahl.
  • Spalte "Heute": Die heutige Bestimmung eines Bunkers unterliegt natürlich Veränderungen. Insbesondere die Zahl der derzeit noch für den Zivilschutz vorgehaltenen Bauten ist geringer, sie liegt gegenwärtig bei 34.
    Dazu sind 16 Bunker als "nur geplant" gekennzeichnet. Sie kamen im II. Weltkrieg nicht über das Planungsstadium hinaus.

 Weiterführendes: 
stadtplan.net: ein Link auf das komfortable und optisch gut gemachte Angebot von Stadtplan.net, um die Straßenangaben im Stadtplan nachvollziehen zu können.
ausderluft.de: Hier können viele Bunker auf Schrägaufnahmen gefunden werden, Suche nach Straßennamen ist möglich.

Eine interessante Bildergalerie mit Bremer Luftschutzbunkern:
http://www.fotos-bilder.de/Bremen/bunker/bunker.htm

 
Ortsteil Straße / Standort Bauträger Bunkertyp Heute