Bis 1945:
Grundsätzliches über den Luftschutz in Bremen ist auf der Themenseite
zu lesen.
Das Gebiet von Bremen-Nord ist in der ersten
Phase des Bunkerbaus stets benachteiligt worden. Vorrang hatten im Stadtgebiet
zunächst die dicht besiedelten Stadtteile. Im Bereich Nord war die
Bebauung überwiegend aufgelockerter, daher wurden die Prioritäten
auf Bremen-Stadt fokussiert.
Die Gefährdung war in den Nordbremer Stadtteilen aber fast ebenso
hoch. Hier befanden sich verschiedene bedeutende Industriewerke. Darunter
sind die große Werft "Bremer Vulkan" und die "Bremer
Wollkämmerei" zu nennen. Außerdem ist am Nordrand schon
vor Beginn des II. Weltkrieges das Wifo-Tanklager
Bremen-Farge errichtet worden. Daran anschließend befand sich
die Baustelle des Großtanklagers
der Kriegsmarine. Schließlich entstand ab 1943 in Rekum die
U-Boot-Bunkerwerft "Valentin".
Es wurden zwar fünf öffentliche Hochbunker und zwei Krankenhausbunker
geplant, zur Realisierung kam es aber nur bei einem einzelnen Luftschutzbunker
im Stadtteil Burglesum, siehe auch Seite Luftschutzbunker
- Anmerkungen.
Wegen der immer knapper werdenden Baumaterialien
ergab sich als brauchbare Alternative die Schaffung von Luftschutzstollen.
Hierbei war der Bedarf an Rohstoffen wesentlich geringer. Voraussetzung
war ein möglichst fester Untergrund der genügend Überdeckung
oberhalb des Grundwasserspiegels bot. Solche Gegebenheiten waren im Stadtgebiet
nur in der Region Bremen-Nord zu finden. Hier befinden sich entlang der
Flüsse Weser und Lesum Höhenzüge, die teilweise zum Gewässer
hin sogar ein Steilufer aufweisen.
Geschaffen werden konnten in dieser Umgebung zum Einen
direkt in die Hänge getriebene sogenannte Hangstollen. Eine andere
Möglichkeit war der bergmännische Vortrieb von Tiefstollen über
senkrecht in den Boden geschlagene Schächte. Die überwiegende
Zahl der hiesigen Stollen sind als Hangstollen gebaut worden. Einziger
mir bekannter Tiefstollen ist der an der Eichsfelder Straße in Blumenthal.
In der letzten Meldung des Luftschutz-Bauamtes Bremen
vom August 1944 wird berichtet, daß insgesamt
1.906 laufende Meter Luftschutz-Stollen zur Verfügung stehen.
Zurückblickend kann gesagt werden, daß
durch die Stollen in Bremen-Nord eine gute Alternative zu den Hochbunkern
gefunden worden ist. Mit vergleichsweise geringerem Aufwand konnte eine
recht hohe Zahl Schutzplätze geschaffen werden, die vielen Menschen
das Überleben gesichert hatten.
Ab 1945:
Während die Luftschutzbunker in der Nachkriegszeit oft eine neue
Nutzung erfuhren, oder später wieder in die Zivilschutzbindung
kamen, blieben die Luftschutzstollen sämtlich ungenutzt liegen. Durch
ihre Bauweise waren sie für die meisten Zwecke ungeeignet. Immerhin
dient ein Stollen heute als Fledermausquartier.
Erläuterung der
Tabelle:
Die unten aufgeführte Tabelle enthält sämtliche
mir bekannten öffentlichen Luftschutzstollen innerhalb der Stadtgrenze
von Bremen.
-
Spalte "Straße / Standort":
Die Straßennamen sind nach heutigen Stand angegeben - die Bezeichnungen
lauteten früher in einigen Fällen anders, der alte Name
ist in Klammern vermerkt.
-
Spalte "Stollentyp": Die
Angabe der Platzzahl bezieht sich auf die regulär eingeplanten
Werte. In der Praxis wurden die Stollen teilweise stark überbelegt.
Weiterführendes:
stadtplan.net:
ein Link auf das komfortable und optisch gut gemachte Angebot von Stadtplan.net,
um die Straßenangaben im Stadtplan nachvollziehen zu können.
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