Bis
1945:
Die Landstraße "L120", Landkreis Cuxhaven - früher
Altkreis Wesermünde -, zwischen Sievern und Drangstedt wird im nördlichen
Bereich von dem Waldgebiet "Knüppelholz" begrenzt. Parallel
zur "L120" im südlichen Bereich fährt die Museums-Eisenbahn
Bremerhaven-Bederkesa in den Sommermonaten laut Museumsverein. In der
aktiven Eisenbahnzeit gab es über 20 Jahre bis 1965 eine eigene
Bahnstation "Knüppelholz".
Im Waldgebiet "Knüppelholz" waren seit 1942 Wehrmachtssoldaten
(Waldlazarett) in einem großen Barackenlager - ca. 10 ha, 17 Baracken
- bis 1945 stationiert; zur selben Zeit wurden Bremerhavener Kinder mit
Scharlach, Diphtherie und ähnlichem isoliert hier betreut.
Ab 1944 wurden diverse Baracken zu Krankenstationen der Bremerhavener
Krankenhäuser, da diese - Krankenhaus Geestemünde und Krankenhaus
Mitte - zum Teil durch Feuer (18. September 1944) unbrauchbar wurden.
Die Kinderklinik von Frau Dr. Becker, die Geburtsabteilung, die Frauenklinik,
die HNO-Klinik und viele andere Abteilungen fanden im "Knüppelholz" eine
neue Unterkunft, wie auch das klinische Labor.
Ab 1945:
1952 kam zusätzlich eine Station für TB-Lungenkrankheit hinzu.
Ebenso wurden dort "MTA"- (Medizinisch-technische Assistenten)
Lehrgänge durchgeführt. MTA-Schülerinnen konnten dort
kostenlos wohnen, mußten sich aber dafür für den Wochenenddienst
in der Lungenklinik bereit halten. Ein Feuerlöschteich war gleichzeitig
Freibad. Später wurde dieses Freibad mittels Zaun geschlossen,
um "TB"-Kranken den Zutritt zu verwehren, das heißt
um "TB"-Bakterien keine Verbreitungsmöglichkeit zu geben.
Bremerhavener Kliniken nahmen alle ihre Stationen 1958 wieder auf und
so konnte in Knüppelholz ein Altenheim für mehrere Jahre
eingerichtet werden; die Behelfsapotheke blieb, Café und Kiosk
wurden ausgebaut.
Ab 1. April 1967 wurde dieses als Truppenunterkunft "Lager Drangstedt" mit
9 Unterkunftsbaracken, 2 Lehrsaalbaracken, 1 Lagerbaracke, 1 Sanitätsbaracke,
1 Speiseraum und Kantine, 1 Wirtschaftsbaracke mit Heizungsanlage,
1 Verwaltungsbaracke sowie 1 Werkstattbaracke genutzt für die "Marinelehrkompanie
für Verwendung im Ausland" und die "Schiffstammleitstelle
Drangstedt" sowie eine Marinefernmeldegruppe und Standortverwaltung
bis 1. Mai 1974, von allen kurz mit "Knüppelholz" bezeichnet.
Zu Beginn dieser Truppenunterkunft 1964 war eine 2jährige Umbauzeit
notwendig.
Vom 1.4.1973 bis 22.12.1982 war die Lehrgruppe Grundausbildung der
Marineortungsschule "MOS" (Rekruten) in Knüppelholz
(Lager Drangstedt), diese Ausbildung wurde ab 22.12.1982 in der Marineortungsschule "MOS" in
Bremerhaven dann weitergeführt.
Ab 1982 bis 30.9.1983 wurden diese Baracken von den Marinefliegern
aus Nordholz und der US Army genutzt, da der Mietvertrag mit dem Land
Niedersachsen am 30.9.1983 auslief. Danach stand die Anlage leer und
die Gebäude (Baracken) einschließlich Anlagen mußten
vom Bund entfernt werden. In den neunziger Jahren wurden zahlreiche
Baracken abgerissen und die Försterei hat das verliehene Gelände
wieder übernommen.
4 Baracken sind noch vorhanden, denn diese dienen zur Zeit als Unterkunft
für eine Vielzahl verschiedener Fledermäuse, das heißt
eine der größten Ansammlungen dieser Art in Norddeutschland.
Zustand:
Heute wird ein Teil der Fläche zur Holzbehandlung genutzt. In
der Anlage sind heute nur noch vier Baracken erhalten, alle stark umwachsen
und in schlechtem Zustand. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann
auch diese Überbleibsel einstürzen.
Zugang:
Der Wald ist frei begehbar, lediglich ein zur Holzkonservierung
genutzter Teil des Geländes darf nicht betreten werden. |
Blick
aus der Vogelperspektive mit Google Maps:
Fotos:

Eine verbliebene Holzbaracke des Ausweichkrankenhauses

Die Giebelseite einer weiteren Baracke

Die Vegetation läßt nur noch Ausschnitte der Bauten erkennen
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