Bis 1945:
Am Nordrand der Ortschaft Lenglern begannen im Jahre 1934 die Bauarbeiten
zur Errichtung der Luftmunitionsanstalt. An die Siedlung anschließend
war der Verwaltungs- und Unterkunftsbereich untergebracht. Im Waldgebiet "Lieth" entstand
ein ausgedehntes Gebiet für Produktionsanlagen und Lagerbunker.
Erschlossen wurde die Anstalt durch ein weitläufiges Wegenetz,
Gleisanschluß an die Reichsbahn war obligatorisch. In Lenglern
sind hauptsächlich Bomben und Flakmunition hergestellt worden.
In der Anlage war auch ein Arbeitskommando bestehend aus Kriegsgefangenen
der Roten Armee eingesetzt.
Am 8. April 1945 besetzten Verbände der 104th Infantry Division,
US Army, das Gebiet von Lenglern, der II. Weltkrieg war damit auch
für die Muna beendet.
Ab 1945:
Direkt nach dem Krieg begann die Vernichtung der eingelagerten Munitionsbestände,
bis 1947 wurden auch zahlreiche der Lagerbunker gesprengt.
In den Gebäuden des Verwaltungsbereiches der Muna entstand ein
Tuberkuloseheim, 1949 sind die ersten Patienten aufgenommen worden.
Im Jahre 1969 hat der Träger die Einrichtung mit der Bezeichnung "Krankenhaus
an der Lieth" zu einem Fachkrankenhaus für Erkrankungen der
Atmungsorgane erweitert. Bis in die heutige Zeit fanden immer wieder
Modernisierungen und Erweiterungen der Klinik statt.
Das östliche Gebiet der früheren Lagerbunker ist von der
Bundeswehr weiter militärisch genutzt worden. Am Nordrand richtete
sie eine Standortmunitionsniederlage für die Garnison Göttingen
ein. Das restliche Waldgebiet ist als Standortübungsplatz betrieben
worden. In den 90er Jahren zog die Bundeswehr aus Göttingen ab
und räumte damit auch die Einrichtungen in Lenglern. Heute steht
die StoMunNdl leer, auf dem StoÜbPl wurden die letzten erhaltenen
Spuren der Muna entfernt, er dient heute als Naherholungsgebiet.
Zustand:
Im Bereich des Krankenhauses und östlich davon sind noch einige
Bauten aus der Muna-Zeit vorhanden. Im anschließenden Wald sind
dagegen nahezu sämtliche Spuren von Bunkern und Anlagen verschwunden.
In der früheren StoMunNdl stehen weiterhin zahlreiche Lagerbunker.
Zugang:
Sämtliche Bereich der Muna sind, mit Ausnahme der Privatgrundstücke,
frei begehbar, die frühere Standortmunitionsniederlage
ist nicht zugänglich.