Bis 1945: Von der Montan GmbH wurden Flächen mit angekauft, die über den Bedarf für das eigentliche Werk hinausgingen. Neben einigen Lagern zur Unterbringung von Personal, entstanden darauf weitere Betriebs- und Verwaltungsgebäude. Unmittelbar vor dem Haupttor in Liebenau wurden drei größere Baracken der Verwaltung errichtet. Über das gesamte Außengelände verteilt, standen weitere Einzelbauten, deren Funktion ist heute oft nicht mehr erkennbar. Wichtiger Punkt für den Betrieb der Pulverfabrik war
die verkehrstechnische Anbindung der Anlage. Direkt an der Weser
wurde für das Werk ein eigener Hafen gebaut. Hierüber konnte
in der Aufbauphase Material in Massen herangeschafft werden. Während
des laufenden Betriebes war seine Hauptaufgabe der Umschlag von Kohle
für die großen Kraftwerke. Über Lastkähne auf
dem Wasserweg herangeführt, wurde die Kohle von zwei dreh- und
fahrbare Kränen zu je 3 t Tragkraft auf Eisenbahnwaggons umgeladen. Die Versorgung der Eibia-Anlage mit Wasser wurde ebenfalls überwiegend im Außenbereich geleistet. Es entstanden zwei Felder, in denen über 60 Brunnen gebohrt wurden. Das erste lag südlich des Eickhofer Schlosses, das zweite knapp einen Kilometer weiter westlich. Aus diesen ergiebigen Quellen wurde über zwei Pumpwerke das Rohwasser zu den beiden Filterstationen auf dem Werksgelände geleitet. Ab 1945: Einige der Gebäuden konnten nun als Ersatzwohnraum dienen. 1951 ging der Grundbesitz an die Industrieverwaltungsgesellschaft mbH (IVG) über. Diese richtete nun eine regionale Verwaltungsstelle in Liebenau ein. Dafür wird seitdem der kleine Verwaltungsbereich vor dem Haupttor genutzt. Von Liebenau aus werden die IVG-Besitztümer in weiten Teilen Norddeutschlands betreut. Davon sind diverse auch in diesem Web zu finden. Neben den ehemaligen Eibia-Anlagen Bomlitz, Dörverden und Liebenau auch die Werke Leese und Lippoldsberg sowie die von der IVG betriebenen nationalen Tanklager Bremen-Farge und Nienburg. Der Hafen wurde 1953 aus der Beschlagnahmung gelöst und
konnte zivil genutzt werden. Zunächst verwendete eine Spedition
das Gelände für den Umschlag von Massengütern. Die
Deutsche Vacuum Oil legte eine Pipeline von den Ölfeldern im
rund 10 km entfernten Voigtei. Im Hafengelände wurden Tankschiffe
mit dem Rohöl beladen. Dazu hat man auch einen 1.000 t fassenden
Puffertank gebaut. Die meisten der für die Eibia-Anlage gebohrten Brunnen sind heute nicht mehr vorhanden. Statt dessen wurden zahlreiche neue gebohrt, die sich über weite Teile der Außengeländes verteilen. Das daraus gewonnene Wasser wird in die Harz-Wasserleitung eingespeist und dient so zur Versorgung der Stadt Bremen.
Nach dem von der Dynamit Nobel-Tocher Verwertchemie Mitte der 1970er Jahre die Rüstungsproduktion aufgegeben wurde, plante der Konzern auf dem IVG-Gelände ein neues Chemiewerk zu errichten, welches ausschließlich für den zivilen Markt produzieren sollte. Es wurde aber nur ein kleiner Teil der ehemaligen Eibia-Anlage in den Komplex einbezogen, die Masse befindet sich südlich außerhalb davon. Über rund 100 ha erstreckt sich heute das "Chemiewerk am Hasenberg". 1977 nahm es die Herstellung von Dimethyl-Terephtalat (DMT) auf, ein Grundstoff für Polyesterfasern. Der Betreibername wechselte über Hüls AG zu Degussa-Hüls, seit 2001 nennt er sich Oxxynova GmbH & Co. KG. Schließlich soll auch noch der große LJN-Schießstand Liebenau erwähnt werden. Seit 1960 befindet er sich direkt neben dem Nordtor. Betreiber sind der Landesjagdbund Niedersachsen und die Kreis-Jägerschaft Nienburg. Zustand: Zugang: |
Rot markiert: der Zaunverlauf des Werkes,
dunkelblau: das darüber hinausgehende gesamte Eibia-Gelände.
Die Nummerierungen sind auf der Seite über die Arbeiterlager erklärt.

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Wasseranlagen |
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![]() Pumpwerk 2 |
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![]() Einer von vielen Brunnen zur Wassergewinnung |
| Nahe dem Eickhofer Schloß steht das Pumpwerk 1 | ||
Quellenangabe:
- Bodo Förster, Martin Guse: "Ich war in Eurem Alter, als sie mich abholten!"
- Bundeswehr: Chronik Liebenau
- Henning Thee: Manuskript Eibia - einst und jetzt
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