Relikte des Kalten
Krieges:
Grundsätzliches über die Elemente und das Zusammenwirken im
NATO-Luftverteidigungsgürtel ist auf der Themenseite
nachzulesen.
Auf dieser Seite wird näher auf Technik, Stellungen und Verbände
des FlaRak-Systems Nike eingegangen.
Das Waffensystem:
Im Februar 1945, also noch während des II. Weltkrieges, begann in
den USA die Entwicklung der Flugabwehrrakete Nike. Im Dezember des Jahres
1953 wurde sie einsatzbereit. In den US-Streitkräften ist das Heer
mit dem Waffensystem Nike-I ausgestattet worden.
Bei der Planung eines Flugabwehrraketengürtels der NATO in Europa
galt 1957 dieses System als die beste Alternative. Die Nike bot eine gute
Basis für Weiterentwicklungen und Kampfwertsteigerungen. Schließlich
stand auch die leistungsstärkere Nike-B kurz vor der Fertigstellung.
Die Nike war eine zweistufige Rakete. Bei der Version Nike-I, ab November
1955 als Nike-Ajax bezeichnet, wurde der Raketenmotor der Startstufe mit
festem Brennstoff betrieben. Das Marschtriebwerk dagegen mit flüssigem.
Der Umgang mit dem ätzenden Flüssigtreibstoff UDMH war gefährlich.
Beim Betanken mußte das Personal Schutzanzüge tragen. Die Ajax
hatte eine Reichweite von 40 km. Sie konnte bis in eine Höhe von
20 km aufsteigen. Die maximale Geschwindigkeit betrug Mach 2,5. Mit dem
10,36 m langen Flugkörper konnten nur konventionelle Sprengköpfe
verschossen werden.
In den 1950er Jahren hatte
die Sowjetunion eigene Wasserstoffbomben entwickelt. Dazu führte
sie mittlere und schwere Bomber ein, die auch die USA erreichen konnten.
Daraufhin begann in den Vereinigten Staaten die Entwicklung einer verbesserten
Version der Nike, die Nike-B. Ihr erster Prototyp wurde im Januar 1955
verschossen. Diese Version trug ab Ende gleichen Jahres den Namen Nike-Hercules.
Die neue Waffe brachte eine enorme Leistungssteigerung.
Als Startstufe dienten nun gleich vier zusammengefaßte Triebwerke
der Ajax. Damit konnte eine Schubleistung von 80 t erreicht werden. Die
Startstufe beschleunigte den Flugkörper in einer Brenndauer von nur
3,4 sec auf Mach 2. Nach Abwurf dieser Stufe übernahm das Marschtriebwerk
den Vortrieb. Bei einer Brenndauer bis zu 29 sec konnte die Rakete weiter
bis auf Mach 3,4 beschleunigen. Ein Vorteil war, daß das Marschtriebwerk
nun auch mit festem Brennstoff betrieben wurde. Dadurch entfiel das aufwändige
und gefährliche Arbeiten mit dem Flüssigtreibstoff der Ajax.
Auch die Reichweite erfuhr mit nun 130 km eine deutliche Verbesserung.
Es konnten jetzt Höhen bis 30 km erreicht werden. Die gesamte Rakete
war 11,90 m lang und wog 4,84 t.
Die Hercules war von vorne
herein für einen Einsatz mit nuklearem Sprengkopf ausgelegt. Allein
durch die Möglichkeit, in großen Höhen eine Atomexplosion
auslösen zu können, sollten die sowjetischen Bomberflotten in
Schach gehalten werden. Dieses war die Strategie der 1950er Jahre.
An Atomsprengköpfen waren zwei Versionen für
die Hercules verfügbar. Die kleinere mit der Bezeichnung B-XS hatte
eine Sprengkraft von 2 Kilotonnen. Die größere B-XL besaß
ursprünglich 40 kT Sprengkraft. Letztere wurden in den 1970er Jahren
gegen Sprengköpfe zu 20 kT ausgetauscht.
Die Hercules war von der Konzeption her eine Flugabwehrrakete für
die Einsatzart Boden-Luft. Tests hatten aber ergeben, daß sie auch
im Boden-Boden-Einsatz verwendet werden konnte. Sie besaß dabei
seinerzeit sogar die höchste Zielgenauigkeit im Vergleich zu anderen
Boden-Boden-Systemen. Diese Gefechtsart wäre ausschließlich
mit Atomsprengkopf durchgeführt worden. Grundsätzlich waren
keine solchen Einsätze vorgeplant. Im Verteidigungsfall hätte
ab einer bestimmten Lageentwicklung ein Korps-Kommandeur den Einsatz der
Hercules bei der NATO anfordern können. Wäre
dem zugestimmt worden, hätte das zuständige Sector Operation
Center (SOC) die betroffene FlaRak-Batterie aus dem Luftverteidigungsauftrag
vorübergehend entlassen. Nach Abwicklung dieses Aufgabe wäre
die Batterie wieder zum Luftverteidigungsdienst zurückgekehrt. Beim
Boden-Boden-Einsatz ist eine maximale Reichweite von 180 km möglich
gewesen.
Dem damaligen Stand der Entwicklung entsprechend,
war die Nike ein FlaRak-System mit Kommandolenkung. Das heißt, daß
der Flugkörper bis zum Ziel vom Boden aus gesteuert werden mußte.
Dafür war ein Raketen-Führungsradar erforderlich. Normalerweise
wurde damit der Flugkörper auf Überhöhung gebracht, um
dann von oben auf das Ziel gelenkt zu werden.
Herauszustellen ist noch der Unterschied zwischen den Versionen Ajax und
Hercules. Bedingt durch den größeren Flugkörper der Hercules
mußte das Abschußgestell modifiziert werden. Dieses wurde
in der Form verwirklicht, daß auch weiterhin die Ajax vom gleichen
Gestell eingesetzt werden konnte. Für einige Zeit waren schließlich
auch Mischbeladungen in den Batterie vorhanden. Nach dieser Anpassung
trugen die Geräte die Bezeichnung "Nike Universal System".
Zwar waren fast alle Elemente einer Nike-Batterie auf LKW bzw. Anhänger
verlastet oder verlastbar, man konnte das System jedoch nicht mobil nennen.
Der Aufwand der für einen Stellungswechsel betrieben werden mußte,
lies die Verantwortlichen davon Abstand nehmen, im Spannungsfall Ausweichstellungen
zu beziehen. Beispielsweise hätten allein für den Umzug einer
Batterie sämtliche Fahrzeuge des ganzen Bataillons herangezogen werden
müssen. So galt das System lediglich als verlegfähig.
Im NATO-Luftverteidigungsgürtel stand die
Nike fast 30 Jahre im Einsatz. In der Zeit wurden verschiedene Maßnahmen
durchgeführt, um den Kampfwert des Systems zu erhalten. Anfang der
1970er Jahre sind die IFC-Stellungen, in denen auch das Battalion Operation
Center (BOC) lag, mit dem Mobile-HIPAR-Radargerät ausgerüstet
worden. Dieses brachte eine Steigerung der Beobachtungsmöglichkeiten.
Mit einer stationären Version, dem Fixed-HIPAR, wurden 1978/79 auch
die weiteren Stellungen ausgestatten. Die Rechnertechnik der Einsatzmittel
ist 1980 von der veralteten Röhrentechnik auf Mikroprozessoren umgerüstet
worden. Als neuer Flugkörper wurde zwischen Mitte 1974 und Ende 1975
das Modell MIM-14 C eingeführt. Es verfügte über eine höhere
Manövrierbarkeit.
Der Vollständigkeit halber soll hier noch
das Projekt Nike-II erwähnt werden. Mit dieser dritten Entwicklung
der Nike-Familie sollte ein System geschaffen werden, mit dem feindliche
Raketen abgewehrt werden konnten. Das Vorhaben startete, da sich die Bedrohung
der USA durch feindliche Bomber inzwischen auf Interkontinentalraketen
verlagert hatte. Diese Version erhielt später den Namen Nike-Zeus.
Die Entwicklung wurde jedoch nicht vollendet.
Die Stellungen:
Wie bereits oben erwähnt, war das FlaRak-System Nike nicht wirklich
mobil. Der Einsatz sollte daher auch im Verteidigungsfall aus ausgebauten
Stellungen erfolgen. Die Anlagen waren vom Grundsatz her stets nach dem
gleichen Schema aufgebaut. Unterschiede ergaben sich aus der Ausstattung
der dortigen Batterie und den örtlichen Gegebenheiten.
In jedem Fall mußten zwei räumlich getrennte Liegenschaften
aufgebaut werden. Der Grund für die Trennung war das Flugkörperfolgeradar.
Es wurde mechanisch gesteuert und die Schwenkung konnte der Rakete nur
mit einer bestimmten Geschwindigkeit folgen. Daraus ergab sich der Mindestabstand
zwischen Feuerleitstellung und Abschußbereich. Das Minimum lag bei
900 m. Mehr als 5.500 m durfte es wegen der maximalen Länge der Verbindungskabel
nicht sein.
Am günstigsten war die Einrichtung des Abschußbereiches östlich
vor der Feuerleitstellung. Bei einem erwarteten Anflug des Zieles aus
Richtung Osten wäre dadurch ein für die Feuerleitrechner komplizierterer
"Überschulterschuß" vermieden gewesen. Diese Anordnung
lies sich aber aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht immer realisieren.
Der Feuerleitbereich, im NATO-Englisch Integrated
Fire Control (IFC), war die kleinere der beiden Liegenschaften. Hier waren
die Feuerleit-, Radar- und Fernmeldegeräte untergebracht. Diese Stellungen
umfaßten 2-4 ha. Mit der Einführung des großen HIPAR-Radargerätes
wurde es aber in einigen Stellungen eng, sodaß sie erweitert werden
mußten. Ab Einführung dieses Gerätes waren die IFC üblicherweise
an der großen ballonförmigen Wetterschutzhaube des Radars schon
von weitem zu erkennen.
Je Verband gab es ein übergeordnetes Battalion Operation Center (BOC),
bzw. bei den Niederländern Groeps Operatiën Centrum (GOC). Es
verfügte über weitere Führungsmittel und koordinierte den
Einsatz der einzelnen Batterien des Verbandes. Diese BOC/GOC waren stets
in die IFC einer der vier Batterie des Bataillons integriert.
Mit 10-15 ha deutlich größer als
die IFC war der Abschußbereich bzw. Launching Area (LA). Dort befand
sich zum Einen ein Montage- und Testbereich für die Flugkörper.
Weiterhin gab es einem separat eingezäunten inneren Bereich mit drei
Abschußgruppen. Dort waren Shelter vorhanden, in denen bis zu zehn
Raketen gelagert wurden. Vor dem Shelter war die Abschußplattform.
Zum Abfeuern hätte das Personal die Nike auf Laufschienen zu den
drei Abschußgestellen vor die Halle gefahren.
In der Startphase, bis zum Abwerfen der Startstufe, war die Nike nicht
lenkbar. Daher wurde sie in fast senkrechter Position abgefeuert. Nur
fast senkrecht, da die Startstufe nach dem Abwerfen wieder auf die Erde
zurückstürzte. Durch die leichte Neigung auf dem Abschußgestell
wurde vermieden, das der Booster in die eigene Stellung einschlug. Dafür
bestand vor dem LA eine Booster-Fallzone. Diese sollte frei von jeglicher
Bebauung sein. Bei einem Durchmesser dieses Sicherheitsbereiches von 4
km waren allerdings vielerorts doch Bauwerke innerhalb der Zone.
In den meisten Nike-Stellungen waren Atomsprengköpfe
vorhanden, siehe dazu auch die Seite Atomwaffenlager
in Niedersachsen. Dieses bedeutete in der Praxis, daß bereits
zu Friedenszeiten vollständig aufgerüstete nukleare Einsatzmittel
bereitgehalten wurden. Oft waren nur zwei der drei Abschußgruppen
damit ausgerüstet.
Jedem FlaRak-Verband war ein Custodial Detachment der US-Army mit rund
150 Soldaten zugeteilt. Dieses trug die Verantwortung für die Atomgefechtsköpfe.
Von den Detachments wurde jeder nuklear bestückten Batterie ein Team
beigeordnet. Der Sicherheit ist in diesen Bereichen höchste Aufmerksamkeit
gewidmet worden. Die Secure Areas waren zusätzlich abgezäunt.
Am Eingang stand das US-Guard-Building, mit Einlaßkontrolle durch
Amerikanische Soldaten. 1982 lief für die nuklear bestückte
Stellungen das Long Range Security Program (LRSP) an. Damit sollte die
Sicherheit der Stellungen weiter gesteigert werden. Neue Metallgitterzäune
mit Beleuchtung und Sensoren sowie eine zentraler Betonbunker mit beschußsicherem
Glas sollten errichtet werden.
Das Schärfen der Atomsprengköpfe konnte nur vom US-Personal
durchgeführt werden. Solche Anlagen wurden regelmäßig
mit Sicherheitsinspektionen durch USAREUR überprüft. Der
Transport der Nuklearwaffen erfolgte fast ausschließlich mit
Hubschraubern.
In der Öffentlichkeit sind seinerzeit solche Fakten natürlich
überwiegend unbekannt gewesen. Auch für die Soldaten war das
Thema tabu. Die Anwesenheit von US-Militär wurde im allgemeinen als
Unterstützungstätigkeit für das amerikanische System Nike
begründet.
Auf folgenden Seiten werden einzelne Stellungen
detaillierter vorgestellt. Jede für sich ist Beispiel einer Variante:
Typisch für die Anfangsphase waren provisorisch auf ehemaligen
Flugfeldern angelegte Einrichtungen. Sie bestanden nur als Übergangslösung
und wurden daher als temporäre Stellungen bezeichnet. Die Stellung Delmenhorst-Adelheide ist
ein solches Beispiel. Ristedt stellt
eine Standard-Nike-Stellung der Bundesluftwaffe dar.
Auch zwei Niederländische Stellungen werden gezeigt. In Vörden befand
sich neben der FlaRak-Stellung auch das Groeps Operatiën Centrum
der 1. bzw. 12. GGW. In der Stellung Bad
Essen mußte in der IFC mit einer aufwändigen Brückenrampe ein erhöhter
Standpunkt für das Radar-Equipment geschaffen werden.
Die Dislozierung:
Feindliche Einflüge aus dem Ostblock konnten erst nach Überfliegen
des Eisernen Vorhangs als solche identifiziert werden. Dieses wurde beim
Aufbau des FlaRak-Gürtels beachtet. Um genügend Reaktionszeit
zu haben, sollte als Wert für den Abstand zur Grenze die maximale
Reichweite der Nike-Hercules genommen werden. Daher lagen die vorderen
Nike-Stellungen ca. 150 km westlich des Eisernen Vorhangs. Diese vordere
Reihe wurde als 1st Row bezeichnet. Rund 50 km dahinter folgte die zweite
Reihe, entsprechend 2nd Row. Damit sich der Wirkungsbereich der einzelnen
Stellungen überlappte, wurde auch in Nord-Süd-Richtung ein Abstand
untereinander von 40 - 60 km angestrebt.
Ende der 1950er Jahre begann der Aufbau des Nike-Gürtels in Mitteleuropa.
Neben der US-Army wurden diverse weitere NATO-Armeen mit dem System ausgestattet.
Die erste aktive Stellung im Gürtel errichtete die 119 Sqn der 1.
GGW von der Niederländischen Luftwaffe auf dem ehemaligen Flugfeld
in Münster-Handorf (Nordrhein-Westfalen).
In dieser Frühphase wurden Stellungen häufig zunächst provisorisch
auf ehemaligen und auch wieder aktiven Militärflugplätzen eingerichtet.
Dafür dienten in Niedersachsen die früheren Fliegerhorste und
Einsatzhäfen Varel-Friedrichsfeld,
Delmenhorst-Adelheide, Varrelbusch
und Vörden. Und auch in den
Bundeswehr-Fliegerhorsten Jever, Oldenburg,
Ahlhorn und Diepholz wurden Stellungen
errichtet.
Nach und nach sind von allen Batterien schließlich
permanente Einsatzstellungen bezogen worden. Das zog sich allerdings teilweise
recht lange hin. Als letzte Batterie konnte die 2./FlaRakBtl 24 erst im
Mai 1973 ihre Stellung in Schönemoor beziehen.
Nach vielen Jahren der Nutzung begann Mitte 1986
schrittweise die Außerdienststellung der Nike. Das zeitgemäßere
Waffensystem Patriot stand nun vor der Einführung. Die Niederländische
Luftwaffe hatte im März 1988 ihre letzte Nike-Squadron aufgelöst,
die 118 Sqn, Vörden. Die Bundesluftwaffe stellte im September 1989
die letzten beiden FlaRakBtl 24 und 25 außer Dienst.
Nun die für Niedersachsen relevanten Verbände
und Stellungen mit kurzen Daten über ihre Entwicklung und den Verbleib.
Die Bundesluftwaffe:
Während die weiter südlich stationierten FlaRakBtl anfangs ausschließlich
mit der Nike-Ajax ausgerüstet waren, verfügten die norddeutschen
Bataillone 24, 25 und 26 ab Aufstellung über Mischbeladungen von
Ajax und Hercules auf dem Nike Universal System. Bis 1966 konnte die wartungsintensive
Ajax ausgesondert werden.
Sämtliche Stellungen der Bundesluftwaffe waren mit Atomsprengköpfen
ausgerüstet. Die schrittweise Denuklearisierung begann aber bereits
im Dezember 1978. Nach Abschluß des Roland/Patriot-Abkommens mit
den USA im Juli 1984 wurde das Ende des Waffensystems Nike absehbar. Daher
ist das 1982 begonnene Long Range Security Program (LRSP) zur Absicherung
der nuklear bestückten Stellungen gekürzt worden. Je Bataillon
erhielt nur noch eine Batterie den Vollausbau. Vier weitere Stellungen
wurde mit einer abgespeckten Version versehen, der limited scope LRSP.
FlaRaBtl 24:
01.61 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem. Ausweichkrankenhaus; 01.62 verlegt
nach Delmenhorst-Deichhorst, Caspari-Kaserne; 09.89 aufgelöst.
BOC: 07.62 temporäres BOC auf ehem.
Flugfeld Delmenhorst-Adelheide; 05.73 verlegt in IFC Schönemoor;
09.89 aufgegeben.
US-Custodial: 08.74 51st USAAD, Delmenhorst-Adelheide, Fw-Lilienthal-Kaserne;
05.88 aufgelöst.
1./24 - 01.61 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem.
Ausweichkrankenhaus; 10.61 verlegt in Fliegerhorst
Oldenburg; 09.64 verlegt nach Elsfleth, Wesermarsch-Kaserne; 09.89
aufgelöst.
Stellung: 07.62 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Oldenburg; 04.64
verlegt nach Moorriem; 1993 aufgegeben.
US-Custodial: 1965 Echo-Team/42nd USAAD; 12.65 umbenannt in Alpha-Team/51st
USAAD; 12.78 aufgelöst.
2./24 - 01.61 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem.
Ausweichkrankenhaus; 01.62 verlegt nach Delmenhorst-Deichhorst, Caspari-Kaserne;
09.89 aufgelöst.
Stellung: 07.62 temporäre Stlg. auf ehem.
Flugfeld Delmenhorst-Adelheide; 05.73 verlegt nach Schönemoor;
1993 aufgegeben.
US-Custodial: Bravo-Team/51st USAAD, Delmenhorst-Adelheide, Fw-Lilienthal-Kaserne;
12.78 aufgelöst.
3./24 - 01.61 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem.
Ausweichkrankenhaus; 10.61 verlegt in Fliegerhorst
Oldenburg; 04.63 verlegt nach Hahn; 05.64 zurückverlegt in Fliegerhorst
Oldenburg; 09.89 aufgelöst.
Stellung: 07.62 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Oldenburg; 03.73
verlegt nach Westerscheps; 1993 aufgegeben.
US-Custodial: Charley-Team/51st USAAD, Edewecht; aufgelöst; limited
scope LRSP.
4./24 - 01.61 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem.
Ausweichkrankenhaus; 01.62 verlegt nach Delmenhorst-Deichhorst, Caspari-Kaserne;
09.89 aufgelöst.
Stellung: 07.62 temporäre Stlg. auf ehem.
Flugfeld Delmenhorst-Adelheide; 03.73 verlegt nach Ristedt; 1994 aufgegeben.
US-Custodial: Delta-Team/51st USAAD, Syke-Leerßen; 05.88 aufgelöst;
LRSP.
FlaRakBtl 25:
10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Diepholz; 07.64 verlegt nach Barnstorf-Eydelstedt,
Hülsmeyer-Kaserne; 09.88 aufgelöst.
BOC: 10.61 temporäres BOC im Fliegerhorst Diepholz; 01.63 verlegt
in IFC Wuthenau; 09.88 aufgegeben.
US-Custodial: 1965 42nd USAAD, Barnstorf-Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne;
aufgelöst.
1./25 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Diepholz;
12.61 verlegt in Fliegerhorst Ahlhorn;
09.88 aufgelöst.
Stellung: 10.61 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Ahlhorn; 05.73 verlegt
auf ehem. Flugfeld Varrelbusch;
1991 LA umgebaut für Patriot; 2003 aufgegeben.
US-Custodial: 1974 Delta-Team/42nd USAAD, Varrelbusch; 03.79 aufgelöst.
2./25 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Diepholz;
07.64 verlegt nach Barnstorf-Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne; 09.88
aufgelöst.
Stellung: 10.61 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Diepholz; 01.63 verlegt
nach Wuthenau; 1991 LA umgebaut für Patriot; 2005 aufgegeben.
US-Custodial: Alpha-Team/42nd USAAD, Barnstorf-Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne;
aufgelöst; limited scope LRSP.
3./25 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Diepholz;
12.63 verlegt nach Wagenfeld, Auburg-Kaserne; 09.88 aufgelöst.
Stellung: 10.61 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Diepholz; 12.62 verlegt
nach Wagenfeld; 1991 LA umgebaut für Patriot; 2002 aufgegeben.
US-Custodial: Bravo-Team/42nd USAAD, Wagenfeld, Auburg-Kaserne; aufgelöst;
LRSP.
4./25 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Diepholz;
12.61 verlegt in Fliegerhorst Ahlhorn;
12.63 verlegt nach Lohne, Kaserne an den Landwehren; 09.88 aufgelöst.
Stellung: 10.61 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Ahlhorn; 11.63 verlegt
nach Brägeler Moor; 1994 aufgegeben.
US-Custodial: Charley-Team/42nd USAAD, Lohne, Kaserne an den Landwehren;
03.79 aufgelöst.
FlaRakBtl 26:
10.61 aufgestellt im Fliegerhorst Jever;
05.73 verlegt nach Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne; 09.89 aufgelöst.
BOC: 1962 temporäres BOC im Fliegerhorst Jever; 1964 verlegt in IFC
Friederikensiel; 09.89 aufgegeben.
US-Custodial: 1965 35th USAAD, Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne; 05.88
aufgelöst.
1./26 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Jever; 05.73 verlegt nach Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne; 09.89
aufgelöst.
Stellung: 1962 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Jever; 09.64 verlegt
nach Friederikensiel; 1989 LA umgebaut zum Depot für FlaRak-System
Roland; 06.03 aufgegeben.
US-Custodial: Alpha-Team/35th USAAD, Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne;
aufgelöst; limited scope LRSP.
2./26 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Jever; 1963 verlegt nach Varel-Friedrichsfeld;
08.64 verlegt nach Rodenkirchen, Stadland-Kaserne; 09.89 aufgelöst.
Stellung: 1962 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Jever; 05.63 verlegt
in temporäre Stlg. auf ehem. Flugfeld Varel-Friedrichsfeld; 08.64
verlegt nach Rodenkirchen; 1993 aufgegeben.
US-Custodial: Bravo-Team/35th USAAD, Rodenkirchen, Stadland-Kaserne; 05.88
aufgelöst; LRSP.
3./26 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Jever; 10.64 verlegt nach Wiesmoor, Fehn-Kaserne; 09.89 aufgelöst.
Stellung: 1962 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Jever; 01.64 verlegt
nach Wiesmoor; 1993 aufgegeben.
US-Custodial: Charley-Team/35th USAAD, Wiesmoor, Fehn-Kaserne; aufgelöst;
limited scope LRSP.
4./26 - 10.61 aufgestellt im Fliegerhorst
Jever; 04.64 verlegt nach Aurich, Blücher-Kaserne; 09.89 aufgelöst.
Stellung: 1962 temporäre Stlg. im Fliegerhorst Jever; 1965 verlegt
nach Dornum; 1989 aufgegeben.
US-Custodial: Delta-Team/35th USAAD; Dornum; 09.84 aufgelöst.
Die Koninklijke Luchtmacht:
Die Geschichte der niederländischen FlaRak-Verbände in Deutschland
erlebte 1975 einen tiefgreifenden Umbruch. Daher wird die Aufstellung
hier zweigeteilt. Am 15. Mai 1975 wurde aus Kostengründen die Anzahl
der Nike-Squadrons halbiert. Die 1. und 2. GGW sind zur neuen 12. GGW
zusammengefaßt worden.
In der Anfangszeit trugen die einzelnen Einheiten der GGW eine Buchstaben-Kennung,
es gab die A - D-Squadrons. Im August 1964 wurde die Nummerierung eingeführt.
Die Batterien der 1. GGW waren Anfangs mit der Ajax ausgerüstet,
diese wurden später durch Hercules vollständig ersetzt. 1964
wurden die letzten Ajax ausgesondert. Die 2. GGW erhielt ab Beginn ausschließlich
die Hercules.
Einige Besonderheiten der niedersächsischen Stellungen:
Ursprünglich sollte die 121 Sqn eine Einsatzstellung auf dem ehemaligen
Flugfeld in Hesepe bekommen. Da sich
dort in unmittelbarer Nachbarschaft bereits ein Korpsdepot befand, konnte
das Vorhaben jedoch nicht umgesetzt werden. Statt dessen wurde die Stellung
Bad Essen aufgebaut. Hier war die Besonderheit, daß zwischen IFC
und LA der Mittellandkanal verlief. Mit knapp 5 km Distanz zwischen beiden
Liegenschaften hatten sie den größten Abstand zueinander.
Ungewöhnlich war auch die Stellung Nordhorn. Sie wurde als letzte
erst im April 1970 bezogen. Betrieben hat sie die 222 Sqn, welche zunächst
nur als Schwarm der 223 Sqn geführt wurde. Erst im Juni des folgenden
Jahres ist sie zur vollwertigen Squadron geworden. Als Besonderheit ist
zu vermerken, daß diese Einheit über keine Kaserne verfügt.
Die Stellung Rheine (Nordrhein-Westfalen) lag mit der LA auf einem nicht
mehr genutzten Teil des Flugfeldes vom Bundeswehr-Fliegerhorst Rheine-Bentlage.
Unmittelbar hinter dem Flugplatz verläuft die Landesgrenze. So befand
sich die IFC bereits auf niedersächsischem Boden.
+++ NIEDERLÄNDISCHE
VERBÄNDE BIS ZUM 15. Mai 1975: +++
1. GGW:
11.59 aufgestellt in Eibergen/Niederlande, Kamp Holterhoek; 02.60 verlegt
nach Münster-Handorf (NRW); 15.5.75 in 12.
GGW aufgegangen.
GOC: 11.61 in IFC Vörden.
US-Custodial: 509th USAAD, Vörden.
118 Sqn - 08.59 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
1960 verlegt nach Rheine (NRW), Damloup-Kaserne; verlegt nach Osnabrück,
Scharnhorst-Kaserne; 1964 verlegt nach Bramsche-Hesepe, William-Versteegh-Camp;
15.5.75 der 12. GGW unterstellt.
Stellung: 11.61 auf ehem. Flugfeld Vörden.
US-Custodial: Bravo-Team/509th USAAD, Vörden.
119 Sqn - 07.59 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
12.59 verlegt nach Münster-Handorf (NRW); 15.5.75
aufgelöst.
Stellung: 10.61 auf ehem. Flugfeld Münster-Handorf (NRW); 05.75 aufgegeben.
US-Custodial: Alpha-Team/509th USAAD, Münster-Handorf (NRW); aufgelöst.
120 Sqn - 11.59 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
1960 verlegt nach Rheine (NRW), Damloup-Kaserne; 09.63 verlegt nach Borgholzhausen
(NRW); 15.5.75 der 12. GGW unterstellt.
Stellung: 01.63 Borgholzhausen (NRW).
US-Custodial: Charley-Team/509th USAAD, Borgholzhausen (NRW).
121 Sqn - 1965 aufgestellt in Vörden; verlegt
nach Osnabrück, Roberts-Barracks; 1967 verlegt nach Bohmte, Tiling-Kaserne;
07.70 - 10.72 Bereitschaft reduziert; 12.74 deaktiviert; 15.5.75
aufgelöst.
Stellung: 03.67 Bad Essen; 05.75 aufgegeben.
US-Custodial: Keine.
2. GGW:
04.63 aufgestellt in Fort Bliss/USA; 06.63 verlegt nach Schöppingen
(NRW); 15.5.75 in 12. GGW aufgegangen.
GOC: 05.64 in IFC Schöppingen (NRW).
US-Custodial: 508th USAAD, Schöppingen (NRW); aufgelöst.
220 Sqn - 04.63 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
06.63 verlegt nach Schöppingen (NRW); 15.5.75
der 12. GGW unterstellt.
Stellung: 05.64 Schöppingen (NRW).
US-Custodial: Alpha-Team/508th USAAD, Schöppingen (NRW).
221 Sqn - 04.63 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
06.63 verlegt nach Erle (NRW); 03.75 aufgelöst.
Stellung: 02.65 Erle (NRW); 05.75 an Belgier übergeben.
US-Custodial: Bravo-Team/508th USAAD Erle (NRW).
222 Sqn - 05.65 aufgestellt in Twenthe/Niederlande;
12.67 deaktiviert und dem 223 Sqn unterstellt; 04.70: reaktiviert und
verlegt nach Nordhorn, keine Kaserne; 06.71 wieder selbstständig;
15.5.75 aufgelöst.
Stellung: 04.70 Nordhorn-Hesepe; 05.75 aufgegeben.
US-Custodial: Keine.
223 Sqn - 07.59 aufgestellt in Fort Bliss/USA
als D-Sqn/1. GGW; 02.60 verlegt nach Rheine (NRW), Damloup-Kaserne; verlegt
nach Rheine-Bentlage; 10.66 Unterstellungswechsel unter 2. GGW; 15.5.75
der 12. GGW unterstellt.
Stellung: 10.61 auf ehem. Flugfeld Rheine-Bentlage (NRW).
US-Custodial: Charley-Team/508th USAAD, Rheine (NRW); aufgelöst.
+++ NIEDERLÄNDISCHE
VERBÄNDE AB DEM 15. Mai 1975: +++
12. GGW:
15.5.75 aufgestellt in Bramsche-Hesepe, William-Versteegh-Camp; 04.88
aufgelöst.
GOC: in IFC Vörden; 03.88 aufgegeben.
US-Custodial: 509th USAAD, Vörden; aufgelöst.
118 Sqn - Bramsche-Hesepe,
William-Versteegh-Camp; 03.88 aufgelöst.
Stellung: auf ehem. Flugfeld Vörden;
03.88 aufgegeben.
US-Custodial: Alpha-Team/509th USAAD, Vörden; aufgelöst.
120 Sqn - Borgholzhausen (NRW); 05.83 aufgelöst.
Stellung: Borgholzhausen (NRW); 05.83 aufgegeben.
US-Custodial: Charley-Team/509th USAAD, Borgholzhausen (NRW); aufgelöst.
220 Sqn - Schöppingen (NRW); 03.87 deaktiviert;
07.87 aufgelöst.
Stellung: Schöppingen (NRW); 07.87 aufgegeben.
US-Custodial: Bravo-Team/509th USAAD, Schöppingen (NRW); aufgelöst.
223 Sqn - Rheine-Bentlage (NRW); 03.84 deaktiviert;
06.84 aufgelöst.
Stellung: auf ehem. Flugfeld Rheine-Bentlage (NRW); 06.84 aufgegeben.
US-Custodial: Keine.
Zustand:
Sämtliche ehemaligen Nike-Stellungen in Niedersachsen wurden inzwischen
aufgelöst und von den Truppen freigezogen. Sie werden oft von landwirtschaftlichen
oder gewerblichen Betrieben angekauft und zivil genutzt, in der Folge
verschwinden die Spuren der militärischen Nutzung mehr oder weniger.
Zugang:
Fast alle Stellungen sind nach wie vor nicht zugänglich.
Hinweis:
Über das FlaRak-System Nike existiert ein interessantes
Web mit vielen Detailinformationen:
http://www.nikesystem.de

In diesem niederländischen Web wird über
Nike-Verbände berichtet:
http://www.deleohostem.f2s.com/home/12ggw.html

Diese zwei hervorragenden Werke mit gleichem
Namen zeigen alle Details des FlaRak-Gürtels.
Über die Flugabwehrraketentruppe der Bundesluftwaffe:
Titel: Blazing Skies
Autoren: Wilhelm von Spreckelsen, Wolf-Jochen Vesper
Verlag: Isensee Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-89995-054-2
Über die Niederländischen Groepen Geleide
Wapens in Deutschland:
Titel: Blazing Skies 
Autor: Rinus Nederlof
Verlag: Sdu Uitgevers, Den Haag
ISBN: 90-12-09678-2
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