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Rubrik: Luftabwehr Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Der NATO-Luftverteidigungsgürtel in Niedersachsen - FlaRak-System Nike
 Relikte des Kalten Krieges: 
Grundsätzliches über die Elemente und das Zusammenwirken im NATO-Luftverteidigungsgürtel ist auf der Themenseite nachzulesen.
Auf dieser Seite wird näher auf Technik, Stellungen und Verbände des FlaRak-Systems Nike eingegangen.

Das Waffensystem:
Bereits im Februar 1945, also noch während des II. Weltkrieges, begann in den USA die Entwicklung der Flugabwehrrakete Nike. Im Dezember des Jahres 1953 wurde sie einsatzbereit. In der US-Armee sind die Landstreitkräfte mit dem Waffensystem Nike-I ausgestattet worden.
Bei der Planung eines Flugabwehrraketengürtels der NATO in Europa galt 1957 dieses System als die beste, aber auch einzige Option. Die Nike bot eine gute Basis für Weiterentwicklungen und Kampfwertsteigerungen. Schließlich stand auch die leistungsstärkere Nike-B kurz vor der Fertigstellung.

Die Nike war eine zweistufige Rakete. Bei der Version Nike-I, ab November 1955 als Nike Ajax bezeichnet, wurde der Raketenmotor der Startstufe mit festem Brennstoff betrieben. Das Marschtriebwerk dagegen mit flüssigem. Der Umgang mit dem ätzenden Flüssigtreibstoff UDMH war gefährlich. Beim Betanken mußte das Personal Schutzanzüge tragen. Die Ajax hatte eine Reichweite von 40 km. Sie war in der Lage, bis in eine Höhe von 20 km aufzusteigen. Die maximale Geschwindigkeit betrug Mach 2,8. Mit dem 10,8 m langen Flugkörper konnten ausschließlich konventionelle Sprengköpfe verschossen werden.

In den 1950er Jahren hatte die Sowjetunion eigene Wasserstoffbomben entwickelt. Dazu führte sie mittlere und schwere Bomber ein, die in der Lage waren, die USA zu erreichen. Daraufhin begann in den Vereinigten Staaten die Entwicklung einer verbesserten Version der Nike, die Nike-B. Ihr erster Prototyp wurde im Januar 1955 verschossen. Diese Version trug ab Ende gleichen Jahres den Namen Nike Hercules. Die neue Waffe brachte eine enorme Leistungssteigerung.
Als Startstufe dienten nun gleich vier zusammengefaßte Triebwerke der Ajax. Damit konnte eine Schubleistung von 80 t erreicht werden. Die Startstufe beschleunigte den Flugkörper in einer Brenndauer von nur 3,4 Sekunden auf Mach 2. Nach dessen Abwurf übernahm das Marschtriebwerk den Vorschub. Bei einer Brenndauer von maximal 29 Sekunden beschleunigte die Rakete weiter bis auf Mach 3,65. Die Reichweite erfuhr mit nun 130 km eine deutliche Verbesserung. Es konnten jetzt Höhen bis 30 km erreicht werden. Ein Vorteil war, daß das Marschtriebwerk nun auch mit festem Brennstoff betrieben wurde. Dadurch entfiel das aufwendige und gefährliche Arbeiten mit dem Flüssigtreibstoff der Ajax. Die gesamte Rakete war 12,65 m lang und wog 4,8 t.

Die Hercules war von vorne herein für einen Einsatz mit nuklearem Sprengkopf ausgelegt. Allein durch die Möglichkeit, in großen Höhen eine Atomexplosion auslösen zu können, sollten die sowjetischen Bomberflotten in Schach gehalten werden. Dieses war die Strategie der 1950er Jahre.
An Atomsprengköpfen gab es zwei Versionen für die Hercules. Der kleinere mit der Bezeichnung B-XS (Typ W-31 - Y1) hatte eine Sprengkraft von 2 Kilotonnen. Der größere B-XL (W-31 - Y2) besaß ursprünglich 40 kT Sprengkraft. Letztere wurden in den 1970er Jahren gegen Sprengköpfe zu 20 kT (W-31 - Y3) ausgetauscht.
Die Hercules war von der Konzeption her eine Flugabwehrrakete für die Einsatzart Boden-Luft. Tests hatten aber ergeben, daß sie auch im Boden-Boden-Einsatz verwendet werden konnte. Sie besaß dabei seinerzeit sogar die höchste Zielgenauigkeit im Vergleich zu anderen Boden-Boden-Systemen. Diese Gefechtsart wäre ausschließlich mit Atomsprengkopf durchgeführt worden. Grundsätzlich waren keine solchen Einsätze vorgeplant. Im Verteidigungsfall hätte ab einer bestimmten Lageentwicklung ein Korps-Kommandeur den Einsatz der Hercules bei der NATO anfordern können. Wäre dem zugestimmt worden, hätte das zuständige Sector Operations Center (SOC) die betroffene FlaRak-Batterie aus dem Luftverteidigungsauftrag vorübergehend entlassen. Nach Abwicklung dieser Aufgabe wäre die Batterie wieder zum Luftverteidigungsdienst zurückgekehrt. Beim Boden-Boden-Einsatz ist eine maximale Reichweite von 180 km möglich gewesen.

Dem damaligen Stand der Entwicklung entsprechend, ist die Nike ein FlaRak-System mit Kommandolenkung gewesen. Das heißt, daß der Flugkörper bis zum Ziel vom Boden aus durch Rechner gesteuert werden mußte. Dafür war ein Raketen-Führungsradar erforderlich. Normalerweise wurde damit der Flugkörper auf Überhöhung gebracht, um dann von oben auf das Ziel gelenkt zu werden.
Die Rakete Hercules war deutlich größer als die Ajax. Das Abschußgestell mußte entsprechend modifiziert werden. Dieses wurde in der Form verwirklicht, daß man auch weiterhin die Ajax vom gleichen Gestell einsetzen konnte. Schließlich gab es für einige Zeit in den Batterien Mischbeladungen. Nach dieser Anpassung trugen die Geräte die Bezeichnung Nike Universal System.
Zwar waren alle für den Betrieb erforderlichen Elemente einer Nike-Batterie auf Anhänger verlastet oder auf LKW verlastbar, man konnte das System jedoch nicht mobil nennen. 1970 wurde von der Luftwaffe eine experimentelle Verlegung innerhalb des Fliegerhorstes Ahlhorn durchgeführt. Als Ergebnis stellte man fest, daß der erforderliche Aufwand deutlich zu groß war. Die Verantwortlichen nahmen davon Abstand, im Spannungsfall Ausweichstellungen zu beziehen. So galt das System lediglich als verlegefähig.

Im NATO-Luftverteidigungsgürtel stand die Nike fast 30 Jahre im Einsatz. In der Zeit wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um den Kampfwert des Systems zu erhalten. Anfang der 1970er Jahre sind in der Bundesluftwaffe die Stellungen, in denen auch das Battalion Operations Center lag, mit dem Mobile-HIPAR-Radargerät ausgerüstet worden. Dieses brachte eine Steigerung der Beobachtungsmöglichkeiten. Mit einer stationären Version, dem Fixed-HIPAR, wurden 1978/79 auch die weiteren Stellungen ausgestattet. Die Rechnertechnik der Einsatzmittel hat man 1980 von den veralteten Röhren auf Mikroprozessoren umgerüstet. Als neuer Flugkörper ist zwischen Mitte 1974 und Ende 1975 das Modell MIM-14 C eingeführt worden. Es verfügte über eine höhere Manövrierbarkeit.

Der Vollständigkeit halber ist hier noch das Projekt Nike-II zu erwähnen. Mit dieser dritten Entwicklung der Nike-Familie sollte ein System geschaffen werden, durch das feindliche Raketen abgewehrt werden konnten. Das Vorhaben startete, da sich die Bedrohung der USA durch feindliche Bomber inzwischen auf Interkontinentalraketen verlagert hatte. Diese Version erhielt später den Namen Nike-Zeus. Die Entwicklung wurde jedoch durch Nachfolgeprojekte abgelöst.

Die Stellungen:
Wie oben erwähnt, war das FlaRak-System Nike nicht wirklich mobil. Der Einsatz sollte daher auch im Verteidigungsfall aus ausgebauten Stellungen erfolgen. Die Anlagen sind vom Grundsatz her stets nach dem gleichen Schema aufgebaut gewesen. Unterschiede ergaben sich aus der Ausstattung der dortigen Batterie und den örtlichen Gegebenheiten.
In jedem Fall mußten zwei räumlich getrennte Objekte geschaffen werden. Der Grund für die Trennung war das Flugkörperfolgeradar. Es wurde mechanisch gesteuert und die Schwenkung konnte der Rakete nur mit einer bestimmten Geschwindigkeit folgen. Daraus ergab sich der Mindestabstand von 900 m zwischen Feuerleitstellung und Abschußbereich. Mehr als 5.500 m durfte es wegen der maximalen Länge der Verbindungskabel nicht sein.
Am günstigsten war die Einrichtung des Abschußbereiches östlich vor der Feuerleitstellung. Bei einem erwarteten Anflug des Zieles aus Richtung Osten wäre dadurch ein für die Feuerleitrechner komplizierterer "Überschulterschuß" vermieden gewesen. Diese Anordnung ließ sich aber aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht immer realisieren.

Viele Bauten in den Nike-Stellungen sind standardisierte Typen gewesen, die an allen Orten die gleiche Form hatten. Die Normen dafür kamen von der US Army. Daneben gab es je Nation spezifische Gebäude, die aufgrund der unterschiedlichen Strukturen und Konzepte erforderlich waren.

Der Feuerleitbereich, im NATO-Englisch Integrated Fire Control (IFC), war die kleinere der beiden Liegenschaften. Hier hatte man die Feuerleit-, Radar- und Fernmeldegeräte untergebracht. Für das Radar mußten möglichst erhöhte Standplätze geschaffen werden. Diese Objekte umfaßten 2-4 ha. Mit der Einführung des großen HIPAR-Radargerätes wurde es aber in einigen Stellungen eng, sodaß sie erweitert werden mußten. Ab Einführung dieses Gerätes waren die IFC üblicherweise an der großen ballonförmigen Wetterschutzhaube des Radars schon von weitem zu erkennen.
Je Verband gab es ein übergeordnetes Battalion Operations Center (BOC), bzw. bei den Niederländern Groeps Operatiën Centrum (GOC). Es verfügte über weitere Führungsmittel und koordinierte den Einsatz der einzelnen Batterien des Verbandes. Diese BOC/GOC waren stets in die IFC einer der vier Batterien des Bataillons integriert.

Mit 10-15 ha deutlich größer als die IFC war der Abschußbereich bzw. Launching Area (LA). Hier gab es drei Abschußgruppen (Sections). Darin stand je ein Flugkörper-Shelter, in dem bis zu zehn Raketen lagern konnten. Vor dem Shelter befand sich die Abschußplattform. Zum Abfeuern hätte das Personal die Nike auf Laufschienen zu den drei Abschußplätzen vor die Halle geschoben.
In der Startphase, bis zum Abwerfen der Startstufe, war die Nike nicht lenkbar. Sie wurde in fast senkrechter Position abgefeuert. Nur fast senkrecht, da die Startstufe nach dem Abwerfen wieder auf die Erde zurückstürzte. Durch die leichte Neigung auf dem Abschußgestell wurde vermieden, daß der Booster in die eigene Stellung einschlug. Dafür bestand vor der LA eine Booster-Fallzone. Diese sollte frei von jeglicher Bebauung sein. Bei einem Durchmesser dieses Sicherheitsbereiches von 4 km waren allerdings vielerorts doch Bauwerke innerhalb der Zone.

In den meisten Nike-Stellungen sind Atomsprengköpfe vorhanden gewesen, siehe dazu auch die Seite Atomwaffen für die Luftwaffe in Niedersachsen. Dieses bedeutete in der Praxis, daß bereits zu Friedenszeiten Raketen mit fertig montierten nuklearen Gefechtsköpfen bereitgehalten wurden. Oft waren nur zwei der drei Abschußgruppen damit ausgestattet.
Jedem betroffenen FlaRak-Verband ist ein Custodial Detachment der US Army mit rund 150 Soldaten zugeteilt worden, Bezeichnung US Army Artillery Detachment (USAAD). Dieses trug die Verantwortung und Schlüsselgewalt über die Atomgefechtsköpfe. Von den Detachments wurde jeder nuklear bestückten Batterie ein Team zu rund 30 Mann beigeordnet. Das Schärfen der Atomsprengköpfe konnte nur vom US-Personal durchgeführt werden.
Der Sicherheit ist in diesen Bereichen höchste Aufmerksamkeit gewidmet worden. Die Secure Areas waren zusätzlich abgezäunt. Am Eingang stand das US-Guard-Building, mit Einlaßkontrolle durch amerikanische Soldaten. Solche Anlagen wurden regelmäßig mit Sicherheitsinspektionen überprüft.
1982 lief für die nuklear bestückten Stellungen das Long Range Security Program (LRSP) an. Damit sollte die Sicherheit der Objekte weiter gesteigert werden. Ein neues Bereitschaftsgebäude in massiver Betonbauweise konnte die bisherige Einlaßkontrolle ersetzen. Dazu kamen neue Zäune mit Beleuchtung und Sensoren. Die Ausbauten erfolgten jedoch in nur noch wenigen Liegenschaften.
Einheiten der NATO-Partner, die die Stellungen betrieben, mußten über eine besonders hohe Mannschaftsstärke verfügen. In nach dem LRSP ausgebauten Objekten hatten die Batterien der Bundeswehr gut 450 Soldaten. Ein großer Teil davon war allein für die Bewachung der Secure Area erforderlich.
In der Öffentlichkeit sind die Fakten seinerzeit überwiegend unbekannt gewesen. Die Soldaten waren zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Anwesenheit von US-Militär wurde im Allgemeinen als Unterstützungstätigkeit für das amerikanische System Nike begründet. Allerdings kann insbesondere in einer Armee mit Wehrpflichtigen in diesen Punkten keine absolute Geheimhaltung aufrecht erhalten werden. Entsprechende Informationen verbreiteten sich daher zumindest bei Interessierten.

Auf weiteren Seiten werden einzelne Stellungen detaillierter vorgestellt. Jede für sich ist Beispiel einer Variante: Ristedt stellt eine Standard-Nike-Stellung der Bundesluftwaffe dar. In Vörden befand sich eine niederländische Stellung, in der auch das Groeps Operatiën Centrum der 1. bzw. 12. GGW eingerichtet war. In der ebenfalls niederländischen Stellung Bad Essen mußte in der IFC mit einer aufwendigen Brückenrampe ein erhöhter Standpunkt für das Radar-Equipment geschaffen werden.

Die Dislozierung:
Feindliche Einflüge aus dem Ostblock konnten man erst nach Überfliegen des Grenze zur NATO als solche identifizieren. Dieses wurde beim Aufbau des FlaRak-Gürtels beachtet. Um genügend Reaktionszeit zu haben, sollte als Wert für den Abstand zur Grenze die maximale Reichweite der Nike Hercules genommen werden. Daher lagen die vorderen Nike-Stellungen ca. 150 km westlich des Eisernen Vorhangs. Diese vordere Reihe wurde als 1st Row bezeichnet. Rund 25-50 km dahinter folgte die zweite Reihe, entsprechend 2nd Row. Auch in Nord-Süd-Richtung wurde ein Abstand untereinander von 25 - 50 km angestrebt.
Ende der 1950er Jahre begann der Aufbau des Nike-Gürtels in Europa. Neben der US Army wurden diverse weitere NATO-Armeen mit dem System ausgestattet. Die erste permanente Einsatzstellung im Gürtel belegte die 119 Sqn der 1. GGW von der Niederländischen Luftwaffe am 10. Oktober 1961 auf dem ehemaligen Flugfeld in Münster-Handorf (Nordrhein-Westfalen).
Der FlaRak-Gürtel war in Sektoren aufgeteilt. Diese wurden von jeweils einem FlaRak-Bataillon der beteiligten NATO-Staaten bezogen. Jeder Verband hatte vier Batterien die je eine Stellung betrieben. Bei der Nike ist stets in einem dieser vier Objekte das BOC/GOC mit untergebracht gewesen. Auf der Karte weiter unten ist ersichtlich, daß die Sektoren nicht nur in Nord-Süd-Richtung aneinander anschlossen, es gab auch westlich weitere Sektoren.

Da der Aufbau der permanenten Stellungen in Deutschland meist einige Zeit beanspruchte, hatte die Bundesluftwaffe in der ersten Phase provisorische Stellungen eingerichtet. Diese befanden sich allesamt auf Militärflugplätzen. Darunter waren ehemalige: Delmenhorst-Adelheide und Varel-Friedrichsfeld, aber auch wieder aktive: Oldenburg, Diepholz, Ahlhorn und Upjever. Über diese Objekte berichtet die Seite Temporäre Nike-FlaRak-Stellungen in Niedersachsen.

Von den endgültigen Einsatzstellungen konnten nur wenige auf bestehenden Militärflächen errichtet werden. Die Bundeswehr hatte nur eine, auf dem ehemaligen Einsatzhafen Varrelbusch. Die Niederländer nutzen solche Liegenschaften dagegen öfter. Sie betrieben Objekte auf den ehemaligen Flugplätzen Vörden, Münster-Handorf und Rheine-Bentlage. Viele neugeschaffene Stellungen und zugehörige Garnisonen lagen weit abseits größerer Orte. Sie galten oftmals als "Einöd-Standorte".
Nach und nach sind von allen Einheiten schließlich die endgültigen Liegenschaften belegt worden. Das zog sich allerdings teilweise über einen recht langen Zeitraum hin. Als letzte Batterie konnte die 2./FlaRakBtl 24 erst im Mai 1973 ihre Stellung in Schönemoor übernehmen.

Es gab aber bereits ab 1967 erste Reduzierungen. Die Niederländische Regierung ist nicht bereit gewesen, die für den Betrieb aller Stellungen erforderlichen Kosten zu tragen. Die 222 Sqn war von 1967 bis 1970 deaktiviert, bevor sie dann nach Nordhorn ging. Und von 1970 bis 1972 ist der Bereitschaftsstatus der 121 Sqn in Bad Essen verringert worden.
Der größte Umbruch fand 1975 statt. Am 15. Mai des Jahres wurde von den Niederlanden die Anzahl der Nike-Squadrons halbiert. Die 1. und 2. GGW hatte man zur neuen 12. GGW zusammengefaßt. 1983 und 1984 erfolgte wiederum die Schließung von zwei Standorten.

Finanzielle Gründe sorgten auch für eine andere gravierende Beschränkung der Leistungsfähigkeit des FlaRak-Systems Nike. Die Flugkörper waren sehr teuer in der Beschaffung. Die angekaufte Menge reichte für eine Basisbeladung der Stellungen plus eine geringe Anzahl Reserve. Die Basisbeladung waren ca. 25 Raketen je Batterie. Die Reserve bestand z.B. bei den Niederländern aus gesamt lediglich 23 Raketen. Bei einem massiven Angriff mit mehreren Wellen wäre den Nike-Stellungen also schnell die Munition ausgegangen.

Die Nike war inzwischen veraltet. Jede Stellung konnte nur ein Ziel zur Zeit bekämpfen. Die Montage der Flugkörper war zeitaufwendig. Dazu kam die umständliche Lenkung. Die technischen Fortschritte boten inzwischen deutlich bessere Möglichkeiten. In Vorbereitung der Einführung des zeitgemäßeren Waffensystems Patriot sind zwischen 1987 und 1989 schrittweise alle Nike-Systeme und Stellungen außer Betrieb genommen worden.

 Zustand: 
Sämtliche ehemaligen Nike-Stellungen in Niedersachsen wurden schon vor vielen Jahren aufgelöst und von den Truppen freigezogen. Oft haben landwirtschaftliche oder gewerbliche Betriebe die Liegenschaften angekauft und in eine zivile Nutzung überführt. In der Folge verschwanden die Spuren der militärischen Nutzung mehr oder weniger.

 Zugang: 
Fast alle Stellungen sind nach wie vor nicht zugänglich.

 Hinweis: 
Die ehemalige 3./FlaRakBtl 26 ist im Internet zu finden:
http://3flarakbtl26.bplaced.net

Diese zwei hervorragenden Werke mit gleichem Namen zeigen alle Details des FlaRak-Gürtels.
Über die Flugabwehrraketentruppe der Bundesluftwaffe:
Titel: Blazing Skies
Autoren: Wilhelm von Spreckelsen, Wolf-Jochen Vesper
Verlag: Isensee Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-89995-054-2

Über die Niederländischen Groepen Geleide Wapens in Deutschland:
Titel: Blazing Skies Niederländisch
Autor: Rinus Nederlof
Verlag: Sdu Uitgevers, Den Haag
ISBN: 90-12-09678-2
Fotos:

Nike Ajax
FlaRak-System Nike Ajax. Die links daneben liegende Hercules zeigt deutlich den Größenunterschied.

Nike Hercules
FlaRak-System Nike Hercules


Feuerleitstellungen - Integrated Fire Control:

Wachgebäude
Meist war die Wache ins Bereitschaftsgebäude integriert, in Wuthenau gab es ein separates Wachgebäude.

Bereitschaftsgebäude
Das Bereitschaftsgebäude mit Wache in der Stellung Varrelbusch

Trafostation
Die Trafostation für die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz

Generatorengebäude
Das Generatorengebäude zur Unterstellung von Stromerzeugern

Verbindungsgebäude
An die Schleusen des Verbindungsgebäudes wurden die Anhänger der Batterieführung herangefahren

Radarwall
Zentrales Element der IFC war der Radarwall. Im Vordergrund sind Fixierungspunkte für ein Radar erkennbar.

Mobile-HIPAR
In IFC mit Battalion Operations Center wurde der Radarwall um eine große Stellfläche für das Mobile-HIPAR erweitert

Fixed-HIPAR
Dagegen hat man das Fixed-HIPAR-Radargerät, um den baulichen Aufwand zu reduzieren, auf einen Sockel gestellt.

HIPAR Elektronik
HIPAR Elektronik-Gebäude in Rheine mit nachträglich aufgesetztem Satteldach

IFF
Podest der Antenne zur Freund/Feind-Erkennung in der Stellung Wagenfeld

Halle
In dieser Halle waren zwei Maschinenkanonen 20 mm Zwilling Rh 202 zur Nahbereichsverteidigung abgestellt

Standplatz
Ein Standplatz für die MK 20 mm vor dem Zaun der IFC Dornum

BOC
Das Gebäude des Battalion Operations Center in Wuthenau


Feuerstellungen - Launching Area:

Bereitschaftsgebäude
Ein großes Bereitschaftsgebäude in der Launching Area Ristedt

Generatorengebäude
Das Generatorengebäude für den technischen Bereich der LA

Missile Assembly Building
Im Missile Assembly Building wurden die Raketen montiert und gewartet

Warhead-Building
Das Warhead Building diente zur Montage und Wartung der Sprengköpfe

Betankung
Spuren der Nike-Ajax in Vörden. Auf dem Sockel hinten stand ein Gestell für den Raketentreibstoff UDMH.

Shelter
Ein Flugkörper-Shelter in der Stellung Schönemoor

Shelter
Shelter der Section Bravo in Vörden, seinerzeit mit Atomwaffen bestückt.

Innenansicht
Blick in den Flugkörper-Shelter, hier konnten bis zu zehn Raketen lagern.

Bunker
Aus dem Bunker wurden die Raketen technisch startklar gemacht

Innenansicht
Innen ein nur 9 m² messender Raum. In der Ecke stand der Launching Section Selector.

Bunker
Zum Vergleich der Launch-Bunker einer temporären Stellung

Generatorengebäude
Das Generatorengebäude zur Stromversorgung der Section

Halle
Auch in der LA eine Halle zur Unterstellung von 20 mm-Maschinenkanonen

Munitionslagerhaus
Ein Munitionslagerhaus mit 50 m² Nutzfläche für Stinger-Raketen in Vörden

LRSP-Gebäude
Das Wachgebäude in massiver Betonbauweise an der Einfahrt zur Secure Area in Ristedt

Secure Area
Die Secure Area mit den Nuklearwaffen war separat abgezäunt

Wachtturm
Ein stählerner Wachtturm am Außenzaun

Wachturm
Älterer hölzerner Wachturm in Moorriem

 
Die Nike-Sektoren und -Stellungen - soweit auf der Karte darstellbar, Stand 1974.
Die Namen der Anlagen erscheinen, wenn man mit dem Mauszeiger darauf weist.

Karte Dornum Friederikensiel Wiesmoor Rodenkirchen Westerscheps Moorriem Schönemoor Ristedt Varrelbusch Wuthenau Brägeler Moor Wagenfeld Nordhorn-Hesepe Vörden Rheine Bad Essen Schöppingen Borgholzhausen Münster-Handorf Erle Westkirchen Datteln Opherdicke Büecke
 

Deutschland Deutschland
Die Bundesluftwaffe:
Während die weiter südlich stationierten Flugabwehrraketenbataillone anfangs ausschließlich mit der Nike Ajax ausgerüstet waren, verfügten die niedersächsischen FlaRakBtl 24, 25 und 26 ab Aufstellung über Mischbeladungen mit Ajax und Hercules auf dem Nike Universal System. Bis 1966 konnte die Ajax ausgesondert werden.
Sämtliche Stellungen der Bundesluftwaffe waren mit Atomsprengköpfen bestückt. Die schrittweise Denuklearisierung begann aber bereits im Dezember 1978.
 
IFC Schönemoor
Zufahrt zur IFC Schönemoor
FlaRakBtl 24
01.1961 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem. Ausweichkrankenhaus;
01.1962 verlegt nach Delmenhorst-Deichhorst, Caspari-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
09.1973 51st USAAD, Delmenhorst-Adelheide, Fw-Lilienthal-Kaserne;
05.1988 aufgelöst.
BOC:
07.1962 temporäres BOC auf ehem. Fliegerhorst Delmenhorst-Adelheide;
05.1973 verlegt in IFC Schönemoor;
09.1989 aufgegeben.

Heute: Paintball-Arena.

Google-Maps:
Schönemoor BOC

IFC Moorriem
Zufahrt zur IFC Moorriem

LA Moorriem
Zufahrt zur LA Moorriem

1./FlaRakBtl 24
01.1961 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem. Ausweichkrankenhaus;
10.1961 verlegt nach Oldenburg, Fliegerhorst;
09.1964 verlegt nach Elsfleth, Wesermarsch-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
1965 Echo-Team/42nd USAAD, Elsfleth, Wesermarsch-Kaserne;
12.1965 umbenannt in Alpha-Team/51st USAAD;
12.1978 aufgelöst.
Stellung:
07.1962 temporäre Stellung im Fliegerhorst Oldenburg;
04.1964 verlegt nach Moorriem;
09.1989 freigezogen;
1993 aufgegeben.

Heute: IFC komplett geschleift; LA Schießstand.

Google-Maps:
Moorriem IFC
Moorriem LA

IFC Schönemoor
Zufahrt zur IFC Schönemoor

LA Schönemoor
Zufahrt zur LA Schönemoor

2./FlaRakBtl 24
01.1961 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem. Ausweichkrankenhaus;
01.1962 verlegt nach Delmenhorst-Deichhorst, Caspari-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
Bravo-Team/51st USAAD, Delmenhorst-Adelheide, Fw-Lilienthal-Kaserne;
12.1978 aufgelöst.
Stellung:
07.1962 temporäre Stellung auf ehem. Fliegerhorst Delmenhorst-Adelheide;
05.1973 verlegt nach Schönemoor;
09.1989 freigezogen;
1993 aufgegeben.

Heute: IFC Paintball-Arena; LA Tierheim und Reiterhof.

Google-Maps:
Schönemoor IFC
Schönemoor LA

IFC Westerscheps
Zufahrt zur IFC Westerscheps

LA Westerscheps
Zufahrt zur LA Westerscheps

3./FlaRakBtl 24
01.1961 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem. Ausweichkrankenhaus;
10.1961 verlegt nach Oldenburg, Fliegerhorst;
04.1963 verlegt nach Hahn;
05.1964 zurückverlegt nach Oldenburg, Fliegerhorst;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
1973 Charlie-Team/51st USAAD, Edewecht;
aufgelöst.
Stellung:
07.1962 temporäre Stellung im Fliegerhorst Oldenburg;
03.1973 verlegt nach Westerscheps;
09.1989 freigezogen;
1993 aufgegeben.

Heute: IFC bewohnt; LA Solarpark.

Google-Maps:
Westerscheps IFC
Westerscheps LA

IFC Ristedt
Zufahrt zur IFC Ristedt

LA Ristedt
Zufahrt zur LA Ristedt

4./FlaRakBtl 24
01.1961 aufgestellt in Schwarmstedt, ehem. Ausweichkrankenhaus;
01.1962 verlegt nach Delmenhorst-Deichhorst, Caspari-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
1973 Delta-Team/51st USAAD, Syke-Leerßen;
05.1988 aufgelöst.
Stellung:
07.1962 temporäre Stellung auf ehem. Fliegerhorst Delmenhorst-Adelheide;
03.1973 verlegt nach Ristedt;
09.1989 freigezogen;
1994 aufgegeben.

Heute: IFC Freizeitgebiet und kommunale Nutzung; LA landwirtschaftlich genutzt.

Google-Maps:
Ristedt IFC
Ristedt LA

IFC Wuthenau
Zufahrt zur IFC Wuthenau
FlaRakBtl 25
10.1961 aufgestellt in Diepholz, Fliegerhorst;
07.1964 verlegt nach Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne;
09.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
12.1962 42nd USAAD, Ahlhorn, Fliegerhorst;
10.1963 verlegt nach Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne;
05.1988 aufgelöst.
BOC:
10.1961 temporäres BOC im Fliegerhorst Diepholz;
01.1963 verlegt in IFC Wuthenau;
09.1988 freigezogen.

Heute: Ungenutzt.

Google-Maps:
Wuthenau BOC

IFC Varrelbusch
Zufahrt zur IFC Varrelbusch

LA Varrelbusch
Zufahrt zur LA Varrelbusch

1./FlaRakBtl 25
10.1961 aufgestellt in Diepholz, Fliegerhorst;
12.1961 verlegt nach Ahlhorn, Fliegerhorst;
09.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
1974 Delta-Team/42nd USAAD, Varrelbusch;
03.1979 aufgelöst.
Stellung:
10.1961 temporäre Stellung im Fliegerhorst Ahlhorn;
05.1973 verlegt auf ehem. Einsatzhafen Varrelbusch;
09.1988 freigezogen;
1991 LA umgebaut für Patriot;
2003 aufgegeben.

Verbleib: IFC landwirtschaftliche Nutzung; LA zunächst Patriot-Stellung, heute landwirtschaftlich genutzt.

Google-Maps:
Varrelbusch IFC
Varrelbusch LA

IFC Wuthenau
Zufahrt zur IFC Wuthenau

LA Wuthenau
Zufahrt zur LA Wuthenau

2./FlaRakBtl 25
10.1961 aufgestellt in Diepholz, Fliegerhorst;
07.1964 verlegt nach Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne;
09.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
12.1962 Alpha-Team/42nd USAAD, Eydelstedt, Hülsmeyer-Kaserne;
05.1987 aufgelöst.
Stellung:
10.1961 temporäre Stellung im Fliegerhorst Diepholz;
01.1963 verlegt nach Wuthenau;
09.1988 freigezogen;
1991 LA umgebaut für Patriot;
2005 aufgegeben.

Verbleib: IFC ungenutzt, LA zunächst Patriot-Stellung, heute landwirtschaftlich genutzt.

Google-Maps:
Wuthenau IFC
Wuthenau LA

IFC Wagenfeld
Ehemalige Zufahrt zur IFC Wagenfeld

LA Wagenfeld
Zufahrt zur LA Wagenfeld

3./FlaRakBtl 25
10.1961 aufgestellt in Diepholz, Fliegerhorst;
12.1963 verlegt nach Wagenfeld, Auburg-Kaserne;
09.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
Bravo-Team/42nd USAAD, Wagenfeld, Auburg-Kaserne;
05.1988 aufgelöst.
Stellung:
10.1961 temporäre Stellung im Fliegerhorst Diepholz;
12.1962 verlegt nach Wagenfeld;
09.1988 freigezogen;
1991 LA umgebaut für Patriot;
2002 aufgegeben.

Verbleib: IFC Naturschutzgebiet; LA zunächst Patriot-Stellung, heute gewerblich genutzt.

Google-Maps:
Wagenfeld IFC
Wagenfeld LA

IFC Brägeler Moor
Ehemalige Zufahrt zur IFC Brägeler Moor

LA Brägeler Moor
Zufahrt zur LA Brägeler Moor

4./FlaRakBtl 25
10.1961 aufgestellt in Diepholz, Fliegerhorst;
12.1961 verlegt nach Ahlhorn, Fliegerhorst;
12.1963 verlegt nach Lohne, Kaserne an den Landwehren;
09.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
Charlie-Team/42nd USAAD, Lohne, Kaserne an den Landwehren;
03.1979 aufgelöst.
Stellung:
10.1961 temporäre Stellung im Fliegerhorst Ahlhorn;
11.1963 verlegt nach Brägeler Moor;
09.1988 freigezogen;
1994 aufgegeben.

Heute: IFC komplett geschleift; LA landwirtschaftlich genutzt.

Google-Maps:
Brägeler Moor IFC
Brägeler Moor LA

IFC Friederikensiel
Zufahrt zur IFC Friederikensiel
FlaRakBtl 26
10.1961 aufgestellt in Schortens, Fliegerhorst Upjever;
05.1973 verlegt nach Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
10.1962 35th USAAD, Schortens, Fliegerhorst Upjever;
1973 verlegt nach Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne;
05.1988 aufgelöst.
BOC:
1962 temporäres BOC im Fliegerhorst Upjever;
1964 verlegt in IFC Friederikensiel;
09.1989 aufgegeben.

Heute: Bauschuttdeponie.

Google-Maps:
Friederikensiel BOC

IFC Friederikensiel
Zufahrt zur IFC Friederikensiel

LA Friederikensiel
Zufahrt zur LA Friederikensiel

1./FlaRakBtl 26
10.1961 aufgestellt in Schortens, Fliegerhorst Upjever;
05.1973 verlegt nach Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
10.1962 Alpha-Team/35th USAAD, Schortens, Fliegerhorst Upjever;
1973 verlegt nach Hohenkirchen, Wangerland-Kaserne;
aufgelöst.
Stellung:
1962 temporäre Stellung im Fliegerhorst Upjever;
09.1964 verlegt nach Friederikensiel;
1989 LA umgebaut zum Depot für FlaRak-System Roland;
06.2003 aufgegeben.

Verbleib: IFC Bauschuttdeponie; LA zunächst Waffensystembereich Roland, heute Solarpark.

Google-Maps:
Friederikensiel IFC
Friederikensiel LA

IFC Rodenkirchen
Zufahrt zur IFC Rodenkirchen

LA Rodenkirchen
Zufahrt zur LA Rodenkirchen

2./FlaRakBtl 26
10.1961 aufgestellt in Schortens, Fliegerhorst Upjever;
1963 verlegt nach Varel-Friedrichsfeld;
08.1964 verlegt nach Rodenkirchen, Stadland-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
10.1962 Bravo-Team/35th USAAD, Schortens, Fliegerhorst Upjever;
1963 verlegt nach Varel-Friedrichsfeld;
1964 verlegt nach Rodenkirchen, Stadland-Kaserne;
05.1988 aufgelöst.
Stellung:
1962 temporäre Stellung im Fliegerhorst Upjever;
05.1963 verlegt in temporäre Stellung auf ehem. Flugfeld Varel-Friedrichsfeld;
08.1964 verlegt nach Rodenkirchen;
09.1989 freigezogen;
1993 aufgegeben.

Heute: IFC Solarpark; LA landwirtschaftliche Nutzung.

Google-Maps:
Rodenkirchen IFC
Rodenkirchen LA

IFC Wiesmoor
Zufahrt zur IFC Wiesmoor

LA Wiesmoor
Zufahrt zur LA Wiesmoor

3./FlaRakBtl 26
10.1961 aufgestellt in Schortens, Fliegerhorst Upjever;
10.1964 verlegt nach Wiesmoor, Fehn-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
10.1962 Charlie-Team/35th USAAD, Schortens, Fliegerhorst Upjever;
1964 verlegt nach Wiesmoor, Fehn-Kaserne;
aufgelöst.
Stellung:
1962 temporäre Stellung im Fliegerhorst Upjever;
01.1964 verlegt nach Wiesmoor;
09.1989 freigezogen;
1993 aufgegeben.

Heute: IFC Solarpark; LA landwirtschaftliche Nutzung.

Google-Maps:
Wiesmoor IFC
Wiesmoor LA

IFC Dornum
Zufahrt zur IFC Dornum

LA Dornum
Gelände der LA Dornum

4./FlaRakBtl 26
10.1961 aufgestellt in Schortens, Fliegerhorst Upjever;
04.1964 verlegt nach Aurich, Blücher-Kaserne;
09.1989 aufgelöst.
US-Custodial:
10.1962 Delta-Team/35th USAAD, Schortens, Fliegerhorst Upjever;
1964 verlegt nach Dornum;
09.1984 aufgelöst.
Stellung:
1962 temporäre Stellung im Fliegerhorst Upjever;
1965 verlegt nach Dornum;
1989 freigezogen.

Heute: IFC landwirtschaftliche Nutzung; LA Teilfläche Gasstation.

Google-Maps:
Dornum IFC
Dornum LA

Niederlande Niederlande
Die Koninklijke Luchtmacht:
Die niederländischen FlaRak-Verbände in Deutschland erlebten 1975 einen tiefgreifenden Umbruch. Daher wird die Aufstellung hier zweigeteilt. Am 15. Mai 1975 wurde aus Kostengründen die Anzahl der Nike-Squadrons halbiert. Die 1. und 2. Groepen Geleide Wapens sind zur neuen 12. GGW zusammengefaßt worden.
In der Anfangszeit trugen die einzelnen Einheiten der GGW eine Buchstaben-Kennung, es gab die A - D-Squadrons. Im August 1964 hat man eine Numerierung eingeführt.
Die Batterien der 1. GGW waren anfangs mit der Ajax ausgerüstet, später konnten diese durch Hercules vollständig ersetzt werden. Die Ausmusterung der letzten Ajax erfolgte 1964. Die 2. GGW erhielt ab Beginn ausschließlich die Hercules.

Einige Besonderheiten der niedersächsischen Stellungen:
Ursprünglich sollte die 121 Sqn eine Einsatzstellung auf dem ehemaligen Flugfeld in Hesepe bekommen. Da dort in unmittelbarer Nachbarschaft bereits ein Korpsdepot geplant war, konnte das Vorhaben jedoch nicht umgesetzt werden. Statt dessen wurde die Stellung Bad Essen aufgebaut. Zwischen IFC und LA verlief der Mittellandkanal. Mit knapp 5 km Distanz zwischen beiden Liegenschaften hatten sie den größten Abstand zueinander.
Ungewöhnlich ist auch die Stellung Nordhorn gewesen. Sie wurde als letzte erst im April 1970 bezogen. Betrieben hat sie die 222 Sqn, welche zunächst nur als Schwarm der 223 Sqn geführt wurde. Erst im Juni des folgenden Jahres wuchs sie auf zur vollwertigen Squadron. Als Besonderheit ist zu vermerken, daß diese Einheit über keine Kaserne verfügte. Es gab erweiterte Unterbringungsmöglichkeiten im Stellungsbereich.
Zwei der acht niederländischen Stellungen waren nicht mit Atomwaffen ausgestattet: Bad Essen und Nordhorn.

+++ NIEDERLÄNDISCHE EINHEITEN BIS ZUM 15. Mai 1975: +++
IFC Vörden
Ehemalige Zufahrt zur IFC Vörden
1. GGW
11.1959 aufgestellt in Eibergen/Niederlande, Kamp Holterhoek;
02.1960 verlegt nach Münster-Handorf (NRW);
15.05.1975 in 12. GGW aufgegangen
.
US-Custodial:
509th USAAD, Vörden.
GOC:
11.1961 in IFC Vörden.

Weiter unter 12. GGW.

Google-Maps:
Vörden GOC

IFC Vörden
Ehemalige Zufahrt zur IFC Vörden

LA Vörden
Ehemalige Zufahrt zur LA Vörden

118 Sqn
08.1959 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
1960 verlegt nach Rheine (NRW), Damloup-Kaserne;
verlegt nach Osnabrück, Scharnhorst-Kaserne;
1964 verlegt nach Bramsche-Hesepe, Willem-Versteegh-Kamp;
15.05.1975 der 12. GGW unterstellt
.
US-Custodial:
Bravo-Team/509th USAAD, Vörden.
Stellung:
11.1961 auf ehem. Flugfeld Vörden.

Weiter unter 12. GGW.

Google-Maps:
Vörden IFC
Vörden LA

  119 Sqn
07.1959 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
12.1959 verlegt nach Münster-Handorf (NRW);
15.05.1975 aufgelöst
.
US-Custodial:
Alpha-Team/509th USAAD, Münster-Handorf (NRW);
aufgelöst.
Stellung:
10.1961 auf ehem. Flugfeld Münster-Handorf (NRW);
05.1975 freigezogen.

Verbleib: Komplett geschleift, heute Standortübungsplatz der Bundeswehr.

Google-Maps:
Münster-Handorf (NRW) IFC
Münster-Handorf (NRW) LA

IFC Borgholzhausen
Zufahrt zur IFC Borgholzhausen

LA Borgholzhausen
Zufahrt zur LA Borgholzhausen

120 Sqn
11.1959 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
1960 verlegt nach Rheine (NRW), Damloup-Kaserne;
09.1963 verlegt nach Borgholzhausen (NRW);
15.05.1975 der 12. GGW unterstellt
.
US-Custodial:
Charlie-Team/509th USAAD, Borgholzhausen (NRW).
Stellung:
01.1963 Borgholzhausen (NRW).

Weiter unter 12. GGW.

Google-Maps:
Borgholzhausen (NRW) IFC
Borgholzhausen (NRW) LA

IFC Bad Essen
Zufahrt zur IFC Bad Essen

LA Bad Essen
Zufahrt zur LA Bad Essen

121 Sqn
1965 aufgestellt in Vörden;
verlegt nach Osnabrück, Roberts-Barracks;
1967 verlegt nach Bohmte, Tiling-Kaserne;
07.1970 - 10.1972 Bereitschaft reduziert;
12.1974 deaktiviert;
15.05.1975 aufgelöst
.
US-Custodial:
Keine.
Stellung:
03.1967 Bad Essen;
05.1975 freigezogen.

Verbleib: IFC Jugendbegegnungsstätte; LA zunächst Standortmunitionsniederlage der Britischen Garnison Osnabrück, heute landwirtschaftliche Nutzung.

Google-Maps:
Bad Essen IFC
Bad Essen LA

  2. GGW
04.1963 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
06.1963 verlegt nach Schöppingen (NRW);
15.05.1975 in 12. GGW aufgegangen
.
US-Custodial:
508th USAAD, Schöppingen (NRW);
aufgelöst.
GOC:
05.1964 in IFC Schöppingen (NRW).

Google-Maps:
Schöppingen (NRW) GOC


  220 Sqn
04.1963 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
06.1963 verlegt nach Schöppingen (NRW);
15.05.1975 der 12. GGW unterstellt
.
US-Custodial:
Alpha-Team/508th USAAD, Schöppingen (NRW).
Stellung:
05.1964 Schöppingen (NRW).

Weiter unter 12. GGW.

Google-Maps:
Schöppingen (NRW) IFC
Schöppingen (NRW) LA

  221 Sqn
04.1963 aufgestellt in Fort Bliss/USA;
06.1963 verlegt nach Erle (NRW);
03.1975 aufgelöst
.
US-Custodial:
Bravo-Team/508th USAAD Erle (NRW).
Stellung:
02.1965 Erle (NRW);
05.1975 an Belgier übergeben, 57 Sqn/9e Wing.

Heute: IFC Hunde-Verein; LA landwirtschaftliche Nutzung.

Google-Maps:
Erle (NRW) IFC
Erle (NRW) LA

IFC Nordhorn
Zufahrt zur IFC Nordhorn

LA Nordhorn
Zufahrt zur LA Nordhorn

222 Sqn
05.1965 aufgestellt in Twenthe/Niederlande;
12.1967 deaktiviert und dem 223 Sqn unterstellt;
04.1970: reaktiviert und verlegt nach Nordhorn, keine Kaserne;
06.1971 wieder selbständig;
15.05.1975 aufgelöst
.
US-Custodial:
Keine.
Stellung:
04.1970 Nordhorn-Hesepe;
05.1975 freigezogen.

Verbleib: IFC THW-Übungsgelände; LA zunächst Mobilmachungsstützpunkt der Bundeswehr, heute Verkehrsakademie.

Google-Maps:
Nordhorn-Hesepe IFC
Nordhorn-Hesepe LA

IFC Rheine
Ehemalige Zufahrt zur IFC Rheine

LA Rheine
Zufahrt zur LA Rheine

223 Sqn
07.1959 aufgestellt in Fort Bliss/USA als D-Sqn/1. GGW;
02.1960 verlegt nach Rheine (NRW), Damloup-Kaserne;
verlegt nach Rheine-Bentlage;
10.1966 Unterstellungswechsel unter 2. GGW;
15.05.1975 der 12. GGW unterstellt
.
US-Custodial:
Delta-Team/508th USAAD, Rheine-Benlage (NRW);
aufgelöst.
Stellung:
10.1961 auf ehem. Flugfeld Rheine-Bentlage (NRW).

Weiter unter 12. GGW.

Google-Maps:
Rheine IFC
Rheine LA

+++ NIEDERLÄNDISCHE EINHEITEN AB DEM 15. Mai 1975: +++
IFC Vörden
Ehemalige Zufahrt zur IFC Vörden
12. GGW
15.05.1975 aufgestellt in Bramsche-Hesepe, Willem-Versteegh-Kamp;
04.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
509th USAAD, Vörden;
aufgelöst.
GOC:
in IFC Vörden;
03.1988 aufgegeben.

Heute: Naturschutzgebiet.

Google-Maps:
Vörden GOC

IFC Vörden
Ehemalige Zufahrt zur IFC Vörden

LA Vörden
Ehemalige Zufahrt zur LA Vörden

118 Sqn
Bramsche-Hesepe, Willem-Versteegh-Kamp;
03.1988 aufgelöst.
US-Custodial:
Alpha-Team/509th USAAD, Vörden;
aufgelöst.
Stellung:
auf ehem. Flugfeld Vörden;
03.1988 freigezogen.

Heute: Naturschutzgebiet.

Google-Maps:
Vörden IFC
Vörden LA

IFC Borgholzhausen
Zufahrt zur IFC Borgholzhausen

LA Borgholzhausen
Zufahrt zur LA Borgholzhausen

120 Sqn
Borgholzhausen (NRW);
05.1983 aufgelöst.
US-Custodial:
Charlie-Team/509th USAAD, Borgholzhausen (NRW);
aufgelöst.
Stellung:
Borgholzhausen (NRW);
05.1983 freigezogen.

Heute: IFC Windpark; LA gewerbliche Nutzung.

Google-Maps:
Borgholzhausen (NRW) IFC
Borgholzhausen (NRW) LA

  220 Sqn
Schöppingen (NRW);
03.1987 deaktiviert;
07.1987 aufgelöst.
US-Custodial:
Bravo-Team/509th USAAD, Schöppingen (NRW);
aufgelöst.
Stellung:
Schöppingen (NRW);
07.1987 freigezogen.

Heute: Landwirtschaftliche Nutzung.

Google-Maps:
Schöppingen (NRW) IFC
Schöppingen (NRW) LA

IFC Rheine
Ehemalige Zufahrt zur IFC Rheine

LA Rheine
Zufahrt zur LA Rheine

223 Sqn
Rheine-Bentlage (NRW);
03.1984 deaktiviert;
06.1984 aufgelöst.
US-Custodial:
Keine.
Stellung:
auf ehem. Flugfeld Rheine-Bentlage (NRW);
06.1984 freigezogen.

Heute: IFC landwirtschaftliche Nutzung; LA ungenutzt.

Google-Maps:
Rheine IFC
Rheine LA

Quellenangabe:
- Wilhelm von Spreckelsen, Wolf-Jochen Vesper: Blazing Skies
- Rinus Nederlof: Blazing Skies
- Bernd Lemke, Dieter Krüger, Heinz Rebhan, Wolfgang Schmidt: Die Luftwaffe 1950 bis 1970
- Flugabwehrraketenbataillon 25: das war's......
- Karl-Anweiler: Fahrzeugtypenkatalog der Bundeswehr - Nike-Ajax / Nike-Hercules
- Rolf Görigk
- Ronald Erkelens
- Henk Siewert
- Archiv J. Dreifke
- The Nike Historical Society: http://www.nikemissile.org
- Ed Thelen: http://www.ed-thelen.org
- N. de Leeuw: http://www.angelfire.com/nd/12GGW/hishoofd.htm
- Dorf-Erle.de: http://www.kleerbaum.de/dorf-erle/de-nato.htm
 
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