Die NATO-Pipeline in Niedersachsen

 Relikte des Kalten Krieges: 
Zur Versorgung ihrer Truppen besitzt die NATO ein ganz Westeuropa erschließendes Pipelinesystem. Deutschland wird vom "Central Europe Pipeline System" (CEPS) versorgt, mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, das an die NEPS angeschlossen ist.
Die Pipeline wird in Deutschland seit 1956 von der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG), einem Tochterunternehmen der Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG) betrieben. Die IVG hieß vor 1951 Montan-Industriewerke - das Unternehmen, dem unter anderem nahezu sämtliche Spreng- und Kampfstoffabriken des III. Reichs unterstanden.
Ein weiteres Tochterunternehmen der IVG ist die "Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH" (VTG), die den Fuhrpark der seinerzeit über 6400 bundeseigenen Eisenbahn-Kesselwagen verwaltet. Die Waggons stehen im Ernstfall für den Treibstofftransport auf der Schiene bereit, sie werden in Friedenszeiten an Mineralölunternehmen vermietet.
Der Betrieb der Pipeline wird im Frieden vollständig von der FBG abgewickelt. Die Bundeswehr unterhält die Spezialverbände der Pipelinepioniere, diese würden im Verteidigungsfall für die Betriebsführung zuständig. Die Truppe ist ausgebildet, zerstörte Abschnitte durch mobile Rohrsysteme zu überbrücken, um so auch unter Gefechtseinwirkungen die Leitungen für die logistische Versorgung zu erhalten.
Das Pipelinenetz in Westdeutschland umfaßte zu Zeiten des Kalten Krieges insgesamt rund 2500 km Strecke, verbunden über 42 Hochdruckpumpstationen und 28 Tanklager. Bei der geographischen Auslegung der Pipeline zielte man auf die rückwärtigen Räume der Korps der NATO-Partner, auf der Seite Korpsdepot ist dieses dargestellt. Einige militärische Flugplätze und von der IVG bewirtschaftete nationale Tanklager sind ebenfalls angeschlossen. In Niedersachsen sind bzw. waren folgende Tanklager des Netzes vorhanden:

  • FBG-Tanklager Bramsche
  • FBG-Tanklager Oldenburg
  • FBG-Tanklager Breddorf
  • FBG-Tanklager Hodenhagen
  • IVG-Tanklager Farge
  • IVG-Tanklager Nienburg
  • FBG-Tanklager Hessisch Oldendorf

 Zustand: 
Das Leitungsnetz ist größtenteils weiterhin in der Nutzung, lediglich einige Stichstrecken wurden außer Betrieb genommen. Die Anlagen sind dementsprechend in gutem Zustand.

 Zugang: 
Sämtliche Tanklager und Einrichtungen dürfen nicht betreten werden.

Der Verlauf der Pipeline ist hier nur schematisch wiedergegeben.

 

Tor zum FBG-Tanklager Hodenhagen Erdüberdeckter Lagerbunker im IVG-Tanklager Farge
Dachgebäude eines Treibstofftanks mit dem Hinweis auf Jet-Kraftstoff Abfüllanlagen für Fahrzeuge
Betriebsgebäude eines FBG-Tanklagers Eine Hochdruckpumpstation

Diese Seite ist Bestandteil des Web "Relikte in Niedersachsen und Bremen".
Copyright © beim Webmaster der "Relikte".