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Rubrik: Munitionsdepots / Versorgungsdepots Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Das Korpsdepot 175 Sachsenhagen
 Relikte des Kalten Krieges: 
Einen Gesamtüberblick über die in Niedersachsen während des Kalten Krieges eingerichteten Korpsdepots bietet die Themenseite.

Das Korpsdepot 175 lag am Südrand des Verteidigungsabschnitts des I. Korps der Bundeswehr. Die Abschnittsgrenze lief entlang der von West nach Ost verlaufenden Autobahn A2. Keine 20 km südlich von Sachsenhagen befand sich bereits ein Korpsdepot des südlichen Nachbarn, das I. Britische Korps.
KorpsDp 175 war eine zweigeteilte Dienststelle. Es wurden ein Munitions-Lagerbereich und räumlich getrennt ein Betriebsstoff-Lagerbereich angelegt. Beide lag rund 1,5 km auseinander. Der Namensgeber des Depots, die Stadt Sachsenhagen, befindet sich etwa 3,5 km östlich. Die Anlage ging in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre in Betrieb und war somit eines der erst zum Ende des Kalten Krieges geschaffenen Korpsdepots.
Nördlich der Kreisstraße 33 von Sachsenhagen nach Pollhagen, wurde in einem Waldgebiet der Munitions-Bezirk errichtet. An dessen Südrand entstand ein Administrationsbereich mit Wache, Verwaltung und Betriebsgebäuden. Nördlich folgte das eigentliche Munitionslager. Aus Sicherheitsgründen war dieser Teil durch ein zusätzliches Tor abgetrennt. Hier hat man drei Reihen zu je acht Munitionslagerhäusern (MLH) errichtet. Diese Bauwerke wurden aus Sicherheits- und Schutzgründen in massiver Betonbauweise gehalten. An der Front befindet sich ein Stahltor. Die drei anderen Seiten und das Dach waren mit einer Erdschicht abgedeckt. Diese Bauweise entsprach den NATO-Standards für solche Lager. Die hier vorhandenen Bunker hatten in der höchsten Gefahrenklasse 1.1 (Massenexplosionsgefährlich) eine Kapazität von jeweils 30 Tonnen.
Unmittelbar am Mittellandkanal ist der Betriebsstoff-Bezirk gebaut worden. Die Bezeichnung solcher Lager im NATO-Sprachgebrauch lautete POL-Depot, eine Abkürzung von Petrol - Oil - Lubricants. In Sachsenhagen wurden mehrere große Erdtanks als Lagerbunker errichtet. Dazu kam ein größerer Lagerschuppen für Kanister-Paletten. Im vorderen Bereich der Liegenschaft waren wieder die administrativen Gebäude angesiedelt.
Das Korpsdepot 175 ging im Jahre 1987 in Betrieb. Nach Ende des Kalten Krieges, und der daraufhin einsetzenden Entspannung und Abrüstung, entfiel nach nur wenigen Jahren der Nutzung der Sinn des Depots. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurden beide Geländeteile endgültig aufgegeben und für eine zivile Nachnutzung angeboten.

Der POL-Bereich konnte zu einem Teil von landwirtschaftlichen Betrieben übernommen werden. Die Lagertanks wurden zur Verhinderung einer Explosionsgefahr mit Stickstoff befüllt. Auch der Munitions-Bereich ist zunächst landwirtschaftlich genutzt worden. Im Jahre 2001 übernahm die Wildtier- und Artenschutzstation e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierhilfswerk das Areal. Seitdem werden die vorhandenen Gebäude und Munitionslagerhäuser zur Unterbringung von Tieren der verschiedensten Arten genutzt.

 Zustand: 
In beiden Teilen des ehemaligen Korpsdepots ist die frühere militärische Infrastruktur weitgehend erhalten. Die Bauten werden sicher noch lange in dieser Form stehen bleiben.

 Zugang: 
Sowohl der Munitions-Bereich als auch der POL-Bereich dürfen nicht betreten werden.

 Hinweis: 
Der heutige Nutzer des Munitionsbereichs, die Wildtier- und Artenschutzstation, ist im Internet zu finden:
http://www.wildtierstation.de

Blick aus der Vogelperspektive mit Google Maps:
Mun-Bereich:

Google Maps

POL-Bereich:
Google Maps


Fotos:
Munitions-Bereich:

Haupttor
Das Haupttor am Südrand des Geländes

Wache
Hier waren Wache und Verwaltung untergebracht

Gebäudeflügel
Der nördliche Gebäudeflügel

Fahrzeughalle
Betriebsgebäude mit Fahrzeughalle

Lagerbereich
Das innere Tor zum Lagerbereich

Fernsprechkästen
Über die gesamte Liegenschaft verteilt stehen Fernsprechkästen

Munitionslagerhäuser
Eine Reihe mit acht Munitionslagerhäusern
Tarnanstrich
An der Frontseite trugen die Bunker einen Tarnanstrich
MLH
Ein MLH aus der Nähe
Bewohner
Die heutigen Bewohner eines der Bunker
Wandstärke
Blick auf die Wandstärke
Aufhängung
Die Aufhängung des Tores
Stahltor
Das Stahltor im Profil
Lagerraum
Blick in den Lagerraum, heute mit Heu gefüllt.
Tabelle
Die Tabelle zeigt, welche Mengen der verschiedenen Gefahrenklassen eingelagert werden durften.
Stromversorgung
Außen neben dem Tor ein Anschlußkasten für die Stromversorgung
POL-Bereich:
Hauptzufahrt
Die Hauptzufahrt zum ehemaligen POL-Bereich
Wachgebäude
Das Wachgebäude hinter dem Tor
Fahrzeughalle
Links eine Fahrzeughalle, rechts die Wache.
Betriebsgebäude
Ein Betriebsgebäude
Lagerschuppen
Der große Lagerschuppen für Kanister-Paletten
Treibstofftank
Erdüberdeckter Treibstofftank
Abfüllanlage
Eine ehemalige Abfüllanlage für Tankkesselwagen
LKW
Ein depoteigener 10 to-LKW mit taktischem Zeichen des KorpsDp 175
 
Karte
Maßstab
 
Quellenangabe:
- Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit: Konversion militärischer Liegenschaften
 
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