Bis 1945:
Das weitläufige Militärgelände nördlich des Celler
Stadtteils Scheuen weist eine lange und wechselhafte Nutzung auf, die
Muna umfaßte flächenmäßig nur einen Teil des
Areals. Bereits ab 1870 ist das Gebiet als Schießplatz für
die große Garnison Celle genutzt worden. Während des I.
Weltkrieges betrieb die Kaiserliche Kriegsmarine auf dem Gelände
einen Flugplatz.
Zwischen 1934 und 1939 entstand auf dem westlichen Teil des Gebietes
die Heeresmunitionsanstalt. Es wurden rund 200 Gebäude errichtet,
aufgeteilt in den Verwaltungs- und Unterkunftsbereich im Süden
und den Produktions- und Lagerbereich im bewaldeten Nordteil. Vom Bahnhof
der Osthannoverschen Eisenbahn legte man einen Gleisanschluß zur
Muna. Die Produktpalette der Anstalt umfaßte Infanteriemunition,
Handgranaten und Panzerabwehrgeschosse. Außerdem wurden auch
Nebelgranaten und Artilleriegeschosse hergestellt. Laut Altlastenbericht
wird auch vermutet, das hier chemische Kampfstoffe delaboriert worden
sind.
Wie in allen vergleichbaren Anlagen waren auch in Scheuen Fremd- und
Zwangsarbeiter im Produktionsbetrieb eingesetzt.
Verbände des britischen 8th Corps rückten im April 1945 in
den Raum Celle vor, der II. Weltkrieg war für diesen Landstrich
damit beendet.
Ab 1945:
Die Alliierten vernichteten bzw. entsorgten nach dem Kriegsende die
eingelagerten Munitionsbestände, zahlreiche Munitionsbunker
wurden gesprengt. In der Folgezeit ist Celle zu einer großen
Britischen Garnison geworden, auch die frühere Muna blieb
unter der Hoheit der British Army of the Rhine. Das Muna-Gelände
diente ihrer Truppe zunächst als Depot, wurde aber bereits
vor vielen Jahren geräumt und lag lange Zeit brach.
Der Südbereich ist Mitte der 60er Jahre zweigeteilt worden, die
Bundeswehr baute ab 1965 die Freiherr-von-Fritsch-Kaserne direkt neben
das britische Depot. Es entstand bis 1968 eine moderne Kaserne die
viele Jahre Heimat von Teilen der PzBrig 33 war. Für diese Truppe
wurde das nördliche Gebiet, einschließlich eines Großteils
des ehemaligen Lagerbereiches der Munitionsanstalt, zum Standortübungsplatz.
Eine Standortschießanlage und eine Standortmunitionsanlage hat
die Bundeswehr am Nordrand des früheren Muna-Geländes errichtet.
In den 90er Jahren ist der frühere britische Teil mit der Bundeswehrkaserne
vereinigt worden. Inzwischen hat man die meisten der historischen Bauten,
die im ungenutzten Depot standen, abgerissen.
Zustand:
Nur noch sehr wenige Gebäude aus der Muna-Zeit sind heute noch
vorhanden, sie befinden sich innerhalb der Kaserne. Da der StoÜbPl
nicht betreten werden darf kann über Bauten im früheren Munitions-Lagerbereich
keine Aussage gemacht werden.
Zugang:
Sowohl die Kaserne, als auch der Standortübungsplatz
sind Militärischer Sicherheitsbereich und dürfen somit natürlich
nicht betreten werden. Lediglich ein Randbereich im Westen ist
frei begehbar.