Bis 1945: Das Sperrwaffenarsenal Schweinebrück war eines von dreien, die das gleiche Schicksal teilten. Die beiden anderen Arsenale waren Debstedt und Oxstedt. Bei ihnen wurde zwar mit dem Aufbau als eigenständiger Fertigungsbetrieb für Minen begonnen. Zur Vollendung kam es bis zum Ende des II. Weltkrieges jedoch nicht mehr. Aufgrund des reduzierten Bedarfes an Fertigungsanlagen wurde bei ihnen der Aufbau in den Kriegsjahren stark gebremst fortgeführt. Für den Aufbau und den laufenden Betrieb des Sperrzeugamtes
Schweinebrück ist am Nordostrand der Ansiedlung Fuhrenkamp ein
Arbeiterlager angelegt worden. Untergebracht wurden darin später
auch zahlreiche Fremd- und Zwangsarbeiter. Am Kriegsende lebten darin
250 Menschen aus dem Ausland. Während des II. Weltkrieges wurde entschieden, daß der Ausbau zum Fertigungsbetrieb nicht mehr nötig ist. Dagegen sollten die große Lagerkapazität für Minen genutzt werden. Dafür ist die Liegenschaft Schweinebrück dem Sperrwaffenarsenal Mariensiel als Außenlager unterstellt worden. Nun stand dem Garnison Wilhelmshaven ein Minendepot mit ausreichender Kapazität zur Verfügung. Von Zerstörungen der Anlage durch Luftangriffe wird nicht berichtet. So wird das Marinesperrwaffenarsenal am Ende des Krieges weitgehend intakt an die Alliierten übergeben worden sein. Ab 1945: Nach Aufstellung der Bundeswehr kam das Militär wieder
zurück in das frühere Minen-Arsenal. Ab 1. Juli 1958 trat
in Wilhelmshaven-Mariensiel das Personal für das neue Marinemunitionsdepot
(MMunDp) Schweinebrück zusammen. Unter Führung durch das MMunDp
Tannenhausen begann der Neuaufbau in der alten Anlage. Am 1.
Januar 1960 wurde das Depot offiziell für arbeitsfähig
erklärt. Unmittelbar gegenüber dem MMunDp richtete die Bundeswehr im Wald eine provisorische Standortmunitionsniederlage (StOMunNdlg) ein. Hier wurde Munition für in der Friesland Kaserne, Varel beheimatete Verbände deponiert. Das Provisorium bestand nur bis in die 1970er Jahre. Es konnte beendet werden, als im Südwesten des MMunDp 4 die neue StOMunNdlg 242/1 Zetel in Betrieb genommen wurde. Seit dem war also auch das Heer Nutzer der Anlage. Nach Ende des Kalten Krieges folgten einige Änderungen für Schweinebrück. Am 1. Oktober 1999 wurde die Teileinheit Den Helder / Niederlande aufgestellt. Sie betreibt eine Teststation für Lenkflugkörper. In Wilhelmshaven verfügt das Depot über eine Torpedo-Teststation. Zu den Aufgabe des MMunDp 4 gehört die Lagerung und Wartung von Minen, Torpedos, Lenkflugkörpern sowie Artillerie und U-Jagd-Munition. In jüngster Zeit vollzog sich eine grundlegende organisatorische Veränderung. Die logistischen Einrichtungen der Bundeswehr wurde von ihren bisherigen Teilstreitkräften in die Streitkräftebasis überführt. Der Name der Dienststelle in Schweinebrück änderte sich daraufhin in Munitionsdepot Zetel. Es wurde nun zu einem Leitdepot, dem einige andere Logistikeinrichtungen unterstellt wurden. Darunter die Munitionsdepots Aurich (ehem. MMunDp 2), Lorup (ehem. LwMunDp 62) und Walsrode (ehem. MunHDp WAL). Zustand: Zugang: |

![]()
| Bilder der ehemaligen StOMunNdlg Zetel, außerhalb des heutigen Marinedepots. | |
![]() |
![]() |
| Die befestigte Zufahrtstraße ist im Wald noch erhalten | Auf solchen mit Erdwällen abgeschirmten Lagerplätzen standen früher die provisorischen Munitionslagerhäuser |
Quellenangabe:
- Niedersächsisches Umweltministerium: Gefährdungsabschätzung von Rüstungsaltlasten in Niedersachsen
- Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945 - Band 3: Niedersachsen II
- Bundeswehr Wilhelmshaven: Standort Wilhelmshaven
- Manfred Staschen: Chronik MMun Dp 2
- Norbert Giese: Flugplatz Marx
- Archiv N. Giese
Diese Seite ist Bestandteil des Web "Relikte in Niedersachsen und Bremen".
Copyright © beim Webmaster der "Relikte".