Relikte des Kalten Krieges: In der Aufstellungsphase der niederländischen und der deutschen Nike-Verbände verhielt es sich bei beiden ähnlich. Vorrangig wählte man ehemalige Fliegerhorste und Einsatzhäfen aus dem II. Weltkrieg zum Aufbau von Stellungen aus. Doch während bei der Bundeswehr dies stets nur als vorübergehend geplant war, richtete die Koninklijke Luchtmacht (KLU) sich auf einigen Flugfeldern dauerhaft ein. Dies war auf den Flugplätzen Rheine-Bentlage und Münster-Handorf der Fall. Dritter Platz im Bunde war die auf dieser Seite vorgestellte FlaRak-Stellung auf dem früheren Einsatzhafen Vörden der ehemaligen Deutschen Luftwaffe. Die Niederländische Luftwaffe stellte zwei Groepen Geleide
Wapens (GGW) mit dem System Nike auf. Diese bestanden aus je vier
Squadrons. Die 1. GGW besetzte Stellungen in der 1st row, im östlichen
Bereich des Nike-Gürtels. Die 2. GGW entsprechend die 2nd row
in westlichen Teil. Vörden lag in der 1st row. Hier sollte die
118 Sqn ihre Einsatzstellung beziehen. Das Flugfeld in Vörden diente bereits seit Jahren den
Britischen Streitkräften aus Osnabrück als Übungsgelände.
1960 begannen auf Randbereichen des Platzes die Arbeiten zum Aufbau
der FlaRak-Stellung. Das frühere Flugfeld wies noch zahlreiche
Bombenkrater aus dem II. Weltkrieg auf. Die Flächen mußten
zunächst entmunitioniert werden, was anscheinend nicht tiefgreifend
vorgenommen wurde. Gut 1 km westlich der Launcher Area enstand die Intergrated
Fire Control (IFC). Auf einem aufgeschütteten Wall konnten die
Radargeräte des System Nike aufgestellt werden. Zusätzlich
wurde auf einem Gestell ein großes Radargerät, das Fixed-HIPAR,
aufgebaut. Dessen kugelförmige Wetterschutzhaube war ein weithin
sichtbares Erkennungsmerkmal der Stellung. Die Freigabe der Atomsprengköpfe in der LA konnte nur durch US-Soldaten erfolgen. Der 1. GGW aus Hesepe war dafür das 509th US Army Artillery Detachment zugeordnet. Dessen Bravo-Team war für die Sprengköpfe in der Stellung Vörden zuständig. Für das 509th USAAD ist am Nordrand des ehemaligen Vördener Flugfeldes ein kleiner Unterkunftsbereich errichtet worden. Im November 1961 konnte die 118 Sqn den Betrieb in der Stellung Vörden aufnehmen. Der nördliche Nachbar wurde die 3. Batterie des FlaRakBtl 25 der Bundesluftwaffe in Wagenfeld; südlicher Nachbar die 121 Sqn der KLU mit Stellung bei Bad Essen. Der Einsatz in Vörden lief über Jahre hinweg weitgehend
ohne besondere Veränderungen. Bei den niederländischen
Flugabwehrverbänden ergaben sich 1975 aus finanziellen Gründen
einige grundlegenden Umstrukturierungen. 4 von 8 Squadrons wurden
aufgelöst. Die 118 Sqn in Vörden war von dieser Aktion
jedoch nicht betroffen. In den 1980er Jahren bahnte sich auch in der Koninklijke Luchtmacht
der Wechsel auf das modernere FlaRak-System Patriot an. Die KLU wollte
das neue System deutlich weiter ostwärts stationieren. Vörden
stand somit für die Niederländer als auslaufend fest. Die
118 Sqn wurde als letzte Nike-Einheit der KLU am 31. März 1988
deaktiviert. Die Stellung hat man geräumt und aufgegeben. Zustand: Zugang: Hinweis: Eine weitere Website berichtet über die FlaRak-Stellung: Über die Niederländischen Groepen Geleide Wapens
in Deutschland ist ein interessantes Buch erschienen: |

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Ein Generatorengebäude |
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Das Commercial Power Building für die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz | |
| Das Bereitschaftsgebäude weicht von in deutschen Stellungen gebräuchlichen deutlich ab | ||
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Auch Section Bravo war nuklear bestückt | ![]() |
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Schutzbunker neben dem Vorfeld der Section Bravo | |
| Im Missile Storage Building - hier waren die Nike-Raketen auf Schiebegestellen gelagert | ||
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![]() Untrügliches Merkmal für die Anwesenheit von US-Soldaten - ein Basketball-Feld |
| Von der Unterkunft des 509th USAAD zeugt nur noch die Bodenplatte | |
Quellenangabe:
- Rinus Nederlof: Blazing Skies
- Wilhelm von Spreckelsen, Wolf-Jochen Vesper: Blazing Skies
- Karl-Anweiler: Fahrzeugtypenkatalog der Bundeswehr - Nike-Ajax / Nike-Hercules
- R. Goerigk: http://www.nikesystem.de/Pages/Niederlande/nl_nike_voerden.htm
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