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Rubrik: Luftabwehr Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Flak-Schutz im Großraum Bremen
 Bis 1945: 
Bremen war auch zu Zeiten des II. Weltkrieges eine bedeutende Hafen- und Industriestadt. Durch die Lage im Nordwesten Deutschlands bestand schon ab Kriegsbeginn eine besondere Gefährdung. Bei Einflügen aus Großbritannien war die Stadt eines der am schnellsten zu erreichenden bedeutenden Angriffsziele. Im Verlauf des Krieges kam es zu 173 Luftangriffen auf Bremen durch Bomber der Alliierten Luftwaffen.
Als Ergänzung zum hier behandelten Thema der Luftabwehr bietet auch die Seite Luftschutz in Bremen relevante Informationen.

Bereits bei Beginn des Krieges standen in Bremen einige Verbände zur Luftabwehr zur Verfügung. Am 18. Mai 1940 wurde von der britischen Royal Air Force der erste Luftangriff auf die Hansestadt durchgeführt. Als Reaktion hat man den Aufbau der Flak-Zone Bremen vorangetrieben, wobei zahlreiche Flakabteilungen hierher verlegt worden sind.
Im Mai 1941 wurde eine Spitzen-Gliederung eingenommen, die bis Juni 1944 Bestand hatte. Nachfolgend die Zuständigkeitsbereiche der Regimenter:

  • Flak-Zone Bremen: Zunächst noch von der Flakbrigade VIII geführt, übernahm am 5. Juni 1941 das Luftverteidigungskommando 8 die Befehlsgewalt über alle Verbände der Luftabwehr im Großraum Bremen. Der Großverband erhielt im Oktober 1941 die Bezeichnung 8. Flakdivision. Der Gefechtsstand war am Osterdeich 29 eingerichtet. Im Herbst 1942 verlegte man in den geschützten Gefechtsstandsbunker Bürgerpark.
     
  • Flakgruppe Bremen-Nord: Im Februar 1941 wurde das Flakregiment 26 neu aufgestellt. Den Gefechtsstand richtete man in der Flak-Kaserne Grohn ein. Die Hauptschutzobjekte im Bereich der Gruppe waren: Die Raffinerie Vacuum Oel und die Norddeutsche Hütte im Werderland, der Werksflugplatz der Weserflug in Lemwerder, die Wollkämmerei in Blumenthal, sowie das Tanklager der Wifo in Farge. Auch die Werft Bremer Vulkan in Vegesack lag in dem Gebiet. Später kam das Bauprojekt der U-Boot-Bunkerwerft „Valentin“ dazu.
     
  • Flakgruppe Bremen-Mitte: Das Flakregiment 89 befand sich ab Februar 1941 in Bremen. Der Gefechtsstand war zunächst in der Schule Talstraße, im Mai 1943 zog man in den Flak-Bunker Strom um. Die Hauptschutzobjekte im Bereich der Gruppe waren: Die Werften Deschimag - „A.G. Weser“ und Atlas-Werke, Betriebe der „Weser-Flugzeugbau“, sowie die Bereiche der Industriehäfen und der Handelshäfen. Außerdem fiel Delmenhorst in das Gebiet mit den Deutschen Linoleum-Werken, der Norddeutschen Woll- und Kammgarn-Spinnerei (Nordwolle) sowie dem Fliegerhorst Delmenhorst-Adelheide.
    Am 8. Juni 1944 wurde nach der Landung der Alliierten in der Normandie der Stab nach Nordfrankreich abgezogen. Das Gebiet der Flakgruppe Bremen-Mitte ist nun auf die verbleibenden Gruppen Nord und Süd aufgeteilt worden.
     
  • Flakgruppe Bremen-Süd: Im Mai 1941 traf das Flakregiment 13 in Bremen ein. Als Gefechtsstand nutzte man anfangs ein Gebäude am Osterdeich 56. Mitte 1943 wurde in den Gefechtsstandsbunker Autobahnauffahrt Achterdiek verlegt. Die Hauptschutzobjekte im Bereich der Gruppe waren: Der Flughafen Bremen-Neuenlander Feld mit dem Focke-Wulf-Werk, das Industriegebiet Hastedt/Hemelingen, sowie in Sebaldsbrück die Fahrzeugproduktion von Borgward und das Reichsbahn-Ausbesserungswerk.
     
  • Das Flakscheinwerferregiment 160 war für das Gesamtgebiet zuständig. Der Verband ist am 15. Dezember 1940 in Bremen aufgestellt worden. Als Gefechtsstand wurde das Lyzeum in der Straße Lange Reihe genutzt. Im Frühjahr 1943 verlegte man in die Villa Roselius nach Oberneuland.

Unterhalb der Spitzengliederung kam es im Laufe der Jahre zu zahlreichen Verlegungen und Umstrukturierungen. Anfangs ging es dabei hauptsächlich um die Vermehrung von Flak-Stellungen im Raum Bremen. Bald mußten Verbände aber auch an andere Brennpunkte des Krieges verlegt werden. Einen Eindruck von der Fluktuation geben die Belegungs-Angaben bei den unten auf dieser Seite vorgestellten Stellungen.
Die größte Stärke der Flak im Großraum Bremen wurde im Dezember 1943 erreicht. Zu dem Zeitpunkt existierten:

  • 8 Batterien mit Geschützen 12,8 cm, davon waren 5 Batterien Eisenbahn-Flak auf Waggons
  • 27 Batterien mit Geschützen 10,5 cm
  • 1 Batterie mit Geschützen 8,8 cm/41
  • 27 Batterien mit Geschützen 8,8 cm/36
  • 2 Batterien mit Geschützen 3,7 cm
  • 12 Batterien mit Geschützen 2 cm

Das Ganze war mit rund 27.000 Mann Personal besetzt, eingerechnet vermutlich auch die zahlreichen jugendlichen Flakhelfer von Schulen aus Bremen und Umgebung, sowie Hilfswillige. In nahezu jeder Stellung waren „Hiwis“ eingesetzt. Dabei handelte es sich um überwiegend russische Kriegsgefangene, die sich freiwillig für den Einsatz bei der Flak gemeldet hatten, um den Qualen der Kriegsgefangenenlager zu entgehen.

Die Technik:
Dem damaligen Stand der Technik entsprechend, hatte man nur Kanonen zur Abwehr von Flugzeugen. Die Flak-Granaten konnten lediglich grob in die Richtung der Flieger abgefeuert werden. Sie explodierten auf einer zuvor eingestellten Höhe und sollten durch Splitterwirkung die Maschinen beschädigen. Volltreffer waren nur Zufall. Damit war die Effektivität der Flak systembedingt recht gering.
Bei der schweren Flak waren diese Geschütze am Verbreitesten:

  • Flak 8,8 cm Modell 36, maximale Wirkhöhe 10.600 m
  • Flak 8,8 cm Modell 41, maximale Wirkhöhe 14.700 m
  • Flak 10,5 cm Modell 38, maximale Wirkhöhe 12.800 m
  • Flak 12,8 cm Modell 40, maximale Wirkhöhe 12.800 m

Viele Angriffe erfolgten in der Nacht. Um den Geschütz-Batterien optisch erfaßbare Ziele zu geben, setzte man große Flak-Scheinwerfer ein. Gängig waren Strahler mit Durchmesser 150 cm und 200 cm. Mit ihnen konnten Ziele bis in 12.000 m Höhe erfaßt werden.

Im Verlaufe des II. Weltkrieges verbreitete sich die neue Radar-Technik, deren Geräte es ermöglichten, einfliegende Flugzeuge unabhängig von direkter Sicht aufzufassen. In Deutschland wurden sie als Funkmeßgeräte (FuMG) bezeichnet.
Zum direkten Einsatz im Umfeld von Flak-Stellungen entstanden kleinere „Würzburg“-Geräte (FuMG 39). In größeren eigenständigen Funkmeßgeräte-Stellungen kamen „Würzburg-Riese“ (FuMG 65) zum Einsatz. Letztere verfügten über einen Spiegel mit rund 7,5 m Durchmesser. Daneben gab es „Freya“-Geräte, die einen rechteckigen Schirm von rund 6,2 m Breite und fast 6 m Höhe hatten.

Schließlich sind passive Maßnahmen zu erwähnen, deren Einsatz hauptsächlich in den ersten Kriegsjahren noch sinnvoll war.
Man ließ über gefährdeten Objekten Sperrballone aufsteigen. Sie konnten durch Seile auf einer geforderten Höhe gehalten werden. In der ersten Zeit des II. Weltkrieges mußten Bomber ihre Ziele auf Sicht anfliegen. War eine niedrige Wolkendecke vorhanden, welche die Flugzeuge in geringere Höhen zwang, erfüllten Sperrballone als Hindernis noch einen Zweck. Später waren sie nur noch gegen Tiefflieger effektiv.
Bis zum Ende des Krieges kam Kunst-Nebel zum Einsatz. Dieser wurde mit Nebelsäure erzeugt, die einen dichten Schleier erbrachte. Wind sollte den Nebel über größere Flächen verteilen und diese so gegen optische Identifizierung abschirmen. Bei der Nebelerzeugung entstand aggressive Salz- und Schwefelsäure, welche im unmittelbaren Umfeld der Entstehung zur Zerstörung der Vegetation führte.

Die Infrastruktur:
In der Anfangszeit bezogen die Stäbe der Abteilungen häufig Räume in Schulen oder Gaststätten bzw. Hotels, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. 1943 wurden für eine geschützte Unterbringung mehrere Gefechtsstandsbunker gebaut.

Die Stellungen der schweren Flak hatten in der ersten Zeit meist eine einheitliche Auslegung mit vier Flugabwehrkanonen. Nachfolgend der schematische Aufbau einer Flakbatterie 8,8 cm in der Frühzeit des Krieges:

Befehlsstelle I:
Sie befand sich einige hundert Meter abgesetzt von der Feuerstellung und umfaßte das Kommandogerät (KdoGer 36) mit dem Meßtrupp I, dem Batteriechef und dem Meßoffizier.
Befehlsstelle II:
Sie lag mit dem Meßtrupp II und dem Kommandohilfsgerät (KdoHilfsGer 35) mitten in der Feuerstellung und übernahm die Feuerleitung, falls die Befehlsstelle I ausfiel. Die Führung hat der Batterie-Offizier. Weiter gehörte zur B II der Führer der Nachrichten-Staffel, zwei Flugmeldeposten, der Munitions-Unteroffizier und der Gasschutz-Unteroffizier.
Feuerstellung:
Sie bildete in der Grundform ein Viereck. Die durchschnittliche Entfernung der B II zu den einzelnen Geschützen betrug 70 bis 80 m.
Funkstelle:
Die 100-W-Funkstelle lag von der Feuerstellung abgesetzt. Sie war auf Flugmeldefrequenz eingeschaltet und hörte die Luftlagemeldungen mit, um die Batterie rechtzeitig bei Anflügen zu warnen.

Später wurden oft sechs Geschütze in einer Batterie eingesetzt. Die Waffen und Geräte hatte man anfangs mit Erdwällen gegen Splittereinwirkungen abgeschirmt. Bald erfolgte der massive Ausbau mit Geschütz-Bettungen aus Beton. Zunächst war je Stellung immer nur eine Batterie eingesetzt. Ab 1942 brachte man öfter an einem Standort mehrere Batterien unter. Dadurch entstanden Doppelstellungen, später sogar Dreifachstellungen.
Das Personal der Batterien wurde üblicherweise direkt innerhalb der Stellungsbereiche einquartiert. Oft hat man dafür hölzerne Baracken aufgestellt, an verschiedenen Orten sind auch Stein-Baracken errichtet worden.

Für die leichte Flak wurden nur an einigen Orten komplexere Stellungen mit mehreren Geschützen aufgebaut. Überwiegend hat man einzelne Geschütze an neuralgischen Punkten aufgestellt. Diese verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet. Um einen großen Aktionsradius zu erreichen, sind die Kanonen möglichst auf eine erhöhte Position gesetzt worden. In Frage kamen dafür die Dächer von Gebäuden, Bahndämme oder Straßenüberführungen. Häufig entstanden hölzerne Türme, die stabil genug ausgelegt waren, daß sie die Geschütze und Munition tragen konnten.

Ab Herbst 1944 reduzierte sich die Zahl der Flak-Stellungen im Großraum Bremen deutlich. Das Personal wurde an anderen Orten oder bei Bodentruppen eingesetzt. Zum Ende des Krieges stellten sich auch die hiesigen verbliebenen Flak-Truppen überwiegend auf den Einsatz im Erdkampf um.

Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß die Abwehrerfolge der Flak, insbesondere unter Berücksichtigung des umfangreichen Einsatzes von Personal und Gerät und des Munitionsverbrauches, während des II. Weltkrieges unzureichend waren. Kein Verband der Alliierten konnte davon abgehalten werden, seine Bombenlast abzuwerfen.

 Ab 1945: 
Von der Flak vorübergehend genutzte zivile Objekte, wie Schulen und Gaststätten, konnten nach dem Krieg meist wieder ihrer früheren Verwendung zugeführt werden. Dagegen ließen die Alliierten die befestigten Flak-Stellungen sprengen. Vorhandene Erdaufschüttungen hat man wieder eingeebnet. Um der Wohnungsnot zu begegnen, sind Baracken in den Stellungen oft als Behelfs-Wohnraum herangezogen worden.

 Zustand: 
Heute gibt es nur noch wenige Spuren der Flak. Die interessanteste Flak-Stellung ist die Batterie Moorweide, dort sind größere Reste von vier Geschütz-Bettungen und weiterer Gebäude erhalten. An anderen Standorten kann man teilweise nur noch einzelne Beton-Plattformen vorfinden. In vielen früheren Stellungen sind heute jedoch gar keine Spuren erkennbar.

 Hinweis: 
Es ist ein interessantes Buch über die Flugabwehr im Großraum Bremen erschienen:
Titel: Die bremische Flugabwehr im Zweiten Weltkrieg
Autor: Reinhold Thiel
Verlag: H.M. Hauschild
ISBN: 3-929902-34-6

Fotos:
Nachfolgend Bilder von Flak-Stellungen, deren historische Spuren völlig verschwunden sind.

Schwachhausen
In Blickrichtung standen die Geschütze der Stellung Schwachhausen. Das Areal wird heute von der H.-H.-Meier-Allee durchschnitten.

Lehesterdeich
Die Stellung Lehesterdeich wurde mit Wohnhäusern überbaut.

Rennbahn
Im Ortsteil Sebaldsbrück lag die Stellung Rennbahn. Die Geschütze standen auf dem östlichen Teil der Galopprennbahn.

Ellen
Von der Stellung Ellen standen in der Straße „Am Siek“ die Geschütze der südlichen Batterie.

Oberneuland
Beiderseits des Natelsdamms befanden sich Geschütz-Bettungen der vermutlich nie in Betrieb genommenen Stellung Oberneuland.

Hemmstraße
Die Stellung Hemmstraße lag seinerzeit bereits inmitten eines Kleingartengebietes. Nach dem Krieg sind auf der zuvor militärisch genutzten Fläche weitere Gärten angelegt worden.

RAB
In Blickrichtung standen die Geschütze der Stellung Reichsautobahn (RAB). Heute umschließt das Kleingartengebiet am Mittelwischweg das Gelände.

Kuhsiel
In den Wiesen des Blocklandes lag die Stellung Kuhsiel. Das Gelände befand sich südlich des Hofes Oberblockland Nr. 7.

Schöpfwerk
Auch die Stellung Schöpfwerk lag abgeschieden im heutigen Naturschutzgebiet „Untere Wümme“. Die Zufahrt begann hinter dem Hof Niederblockland Nr. 19.

Wummensiede
Auf den Wiesen im Hintergrund befand sich die Stellung Wummensiede. Der Weg zur Doppelbatterie führte neben Hof Wummensiede Nr. 5 Richtung Süden.

Dunge
Die Fläche der Stellung Dunge ist mit Anlage des Sportparksees Grambke aus dem Blickfeld verschwunden.

Lesum
Die Stellung Lesum lag innerhalb der Flak-Kaserne im südlichen Bereich.

Hammersbeck
Am früheren Ort der Stellung Hammersbeck wurden Wohnhäuser sowie die Schule Borchshöhe errichtet.

Farge
Im Hintergrund standen die Geschütze der Stellung Farge. Heute ist das Gelände Teil des Naturschutzgebietes Eispohl/Sandwehen, es grenzt direkt an das Tanklager Farge.

Kuhhirten
Auf diesem Sportplatz befand sich die Flak-Stellung Kuhhirten.

Habenhausen
Blick von der Senator-Balcke-Straße auf die frühere Fläche der Stellung Habenhausen.

Brockhuchting
Am Ende dieses Weges lag die Stellung Brockhuchting.

Seehausen
Auf den Wiesen im Hintergrund befand sich die Stellung Strom. Dahinter liegen heute die großen Spülfelder.

Wölpsche
In Blickrichtung standen die Geschütze der Stellung Wölpsche. Heute befindet sich dort die Kreuzung der Straßen Dreienkamp und Kastanienweg in der Gemeinde Schwanewede.

Ritterhude
Das Gelände der Stellung Ritterhude wurde erst in der jüngeren Vergangenheit mit dem neuen Gewerbegebiet „Auf dem Radberge“ überbaut.
Scharmbeckstotel
Heute durchquert die Straße „Auf der Heide“ das Areal der Stellung Scharmbeckstotel.
Uphusen
Blick auf die Fläche der Stellung Uphusen im Hintergrund. Sie wurde mit der Siedlung im Umfeld der Fahrenheitstraße überbaut.
Dreye
Unmittelbar westlich der Kreuzung L331 / L334 lag die Stellung Dreye.
Sudweyhe
Die frühere Existenz der Stellung Sudweyhe wird durch die Namensgebung der Straße deutlich.
Brinkum
In Blickrichtung standen die Geschütze der Stellung Brinkum. Die Hüchtingstraße durchquert heute das Gelände.
Aumund
Parallel zur Straße Martinsheide lagen früher zwei Abstellgleise für Eisenbahn-Flak, angeschlossen vom Bahnhof Aumund.
Rekum
Hier zweigten von der Marinebahn nach Schwanewede zwei Abstellgleise für Eisenbahn-Flak auf das freie Feld ab.

Auf der Karte markieren 110 Punkte Objekte, die für den Flak-Schutz des Großraums Bremen militärisch genutzt worden sind.
Aus Gründen der Darstellbarkeit werden die zahllosen Stellungen der leichten Flak nicht aufgeführt.
Schwarz = Spuren vorhanden, violett = lokalisiert, keinen Spuren, rot = nicht lokalisiert.
Die Namen der Objekte erscheinen, wenn man mit dem Mauszeiger darauf weist.

Karte Vegesack Burglesum Ouml;stliche Vorstadt Horn-Lehe Oberneuland Mitte Horn-Lehe Findorff Gröpelingen Häfen Burglesum Blumenthal Obervieland Woltmershausen Strom Ritterhude Seebergen Uphusen Delmenhorst Holzkamp Schwachhausen Schwachhausen Vahr Eggestedt Schlutter Krögerdorf Burglesum Obervieland Huchting Seehausen Seehausen Neuenkirchen Habichthorst Oyten Bollen Hörden Blocken Eggese Deichhausen Moorweide Havekost Bardewisch Bardenfleth Hekeln Berne Walle Walle Leeste Hude Strom Blumenthal Worpswede Östliche Vorstadt Hemelingen Häfen Häfen Gröpelingen Vegesack Ritterhude Brinkum Delmenhorst Lemwerder Häfen Blumenthal Obervieland Woltmershausen Melchiorshausen Schwachhausen Hemelingen Horn-Lehe Osterholz Oberneuland Hemelingen Findorff Blockland Blockland Blockland Gröpelingen Burglesum Vegesack Blumenthal Neustadt Woltmershausen Huchting Strom Schwanewede Scharmbeckstotel Oberende Seebergen Uphusen Dreye Sudweyhe Brinkum Stuhrbaum Klenkerei Schafkoven Albertushof Dwoberg Hoyerswege Wiggersloh Almsloh Altenesch Vegesack Blumenthal Östliche Vorstadt' Oberneuland Burglesum Delmenhorst Barrien Steinkimmen

Truppenunterkünfte
#1 Grohn
Haupttor der früheren Flak-Kaserne Grohn.
 
Stabsgebäude
Das Stabsgebäude.
 
Unterkunftsgebäude
Die Unterkunftsgebäude sind mehrgeschossig.
Bremen-Vegesack
Flak-Kaserne Grohn.
Als Stammsitz für die bremischen Flak-Verbände wurde im Ortsteil Grohn Mitte der 1930er Jahre eine große Kaserne neu errichtet. Ab 1937 konnte sie als Unterkunft genutzt werden. Dem Bedarf einer vollmotorisierten Truppe entsprechend, verfügte sie über ausgedehnte Technische Bereiche mit zahlreichen Fahrzeughallen.
 
Die Kaserne wurde nach dem Krieg zunächst von der US Army genutzt. Ab 1947 brachte man Auswanderungswillige vor ihrer Ausreise in dem Objekt unter. Das Lager hatte 1951 eine Kapazität zur Aufnahme von mehr als 5.000 Personen. Es ist in dieser Zeit als Camp Grohn bezeichnet worden. Im Sommer 1952 endete diese Nutzung.
1956 übernahm die gerade neu aufgestellte Bundeswehr die Liegenschaft. Sie richtete hier im April 1956 die Panzeraufklärungsschule mit Lehrbataillon ein. Beide verlegten 1958 nach Munster.
Zum Jahreswechsel 1958/59 traf in Grohn die Quartiermeistertruppenschule aus Andernach ein. Sie blieb über Jahrzehnte der Hausherr in der Kaserne. Die Bezeichnung änderte sich mehrmals, für die längste Zeit hieß sie Schule Technische Truppe 2. In der Zeit erhielt die Liegenschaft den Namen „Roland Kaserne“. 1999 räumte die Bundeswehr das Objekt und verlegte nach Garlstedt.
Anschließend wurde die ehemalige Flak-Kaserne Grohn zur Jacobs University Bremen umgewandelt; seit 2022 heißt sie Constructor University.

#2 Lesum
Stabs- oder Verwaltungsgebäude in der früheren Flak-Kaserne Lesum.
 
Unterkünfte
Alle Unterkünfte waren in eingeschossiger Barackenbauweise ausgeführt.
Bremen-Burglesum
Flak-Kaserne Lesum.
Zur Errichtung einer zweiten Kaserne für die Unterbringung von Flak-Verbänden, wurde am Nordrand des Ortsteils Lesum mit dem Bau dieses Komplexes begonnen. Die Kaserne erreichte im Krieg nicht mehr ihre geplante Größe. Die Gebäude waren überwiegend in einer provisorisch erscheinenden eingeschossigen Barackenbauweise ausgeführt. Südlich der errichteten Bauten verblieb eine große Freifläche. Die vorhandenen Gebäude sind zur Aufnahme von Truppen genutzt worden. Es waren auch mehrmals Gefechtsstände in der Kaserne eingerichtet.
 
Nach dem Krieg belegte zunächst die US Army das Objekt und betrieb hier ein Hospital. 1947 konnte die Innere Mission die Anlage übernehmen und richtete unter dem Namen Friedehorst ein Zentrum für Gesundheits- und Wohlfahrtszwecke ein. Heute führt die Stiftung Friedehorst die Einrichtung.
Auf der südlichen Freifläche ist im Winter 1950/51 in nur sechsmonatiger Bauzeit als Auswandererlager das Camp Lesum errichtet worden. Es sollte das Camp Grohn ersetzen. Ab 1952 wurde die Einrichtung als Überseeheim Bremen geführt. Anfang 1958 übernahm die Bundeswehr Teile des Auswandererlagers um hier Dienststellen unterzubringen. Zunächst befand sich die Außenstelle Vegesack des Marinestützpunktkommandos Bremerhaven in der Liegenschaft. Später zog das Neubaukommando I ein, aus dem schließlich die 1. Marinestützpunktkompanie wurde. Die Kaserne erhielt den Namen Wilhelm-Kaisen-Kaserne.

Stäbe
#3 Osterdeich
Das Gebäude links ist Osterdeich Nr. 27, seinerzeit Sitz des Stabes der 8. Flakdivision.
Bremen-Östliche Vorstadt
1882 entstand am Osterdeich 27 die Villa Frerichs.
Am 15. Juni 1940 verlegte der Stab des Flakregimentes 26 seinen Sitz von der Flak-Kaserne Grohn in die Villa Osterdeich 27. Im Nachbargebäude Nr. 29 ist der Gefechtsstand eingerichtet worden.
Am 10. Februar 1941 wurde aus dem Stab die Flakbrigade VIII gebildet. Der Stab verlegte am 5. Juni 1941 nach Hannover.
Am gleichen Tag ist der Stab des Luftverteidigungskommandos 8 in der Villa neu aufgestellt worden. Seine Bezeichnung änderte sich im Oktober 1941 in 8. Flakdivision.
Der Führungsstab verlegte im Herbst 1942 in das Ausflugslokal Munte I. Der Unterstab zog Mitte 1943 nach Höpkens Ruh.
 
Das Gebäude am Osterdeich wird heute als Büro- und Wohnhaus genutzt.

#4 Munte
Einige Grundmauern des Ausflugslokals Munte I blieben erhalten.
Bremen-Horn-Lehe
Nördlich der Eisenbahnstrecke nach Hamburg standen gegenüber dem Stadtwald über Jahrzehnte die zwei Gasthäuser Munte I und Munte II, nur rund 150 m voneinander entfernt.
Im Herbst 1942 verlegte der Führungsstab der 8. Flakdivision von der Villa Osterdeich 27 kommend in das Ausflugslokal Munte I. Das Objekt befand sich in nur 900 m Entfernung zum Gefechtsstand der Division, welcher im Gefechtsstandsbunker Bürgerpark untergebracht war.
 
Nach dem Krieg wurde das Ausflugslokal wieder als solches genutzt. Nach Aufgabe des Betriebes ist es in den 1970er Jahren abgerissen worden. In Betrieb blieb dagegen das Ausflugslokal Munte II.

#5 Höpkens Ruh
Auf den Freiflächen in Höpkens Ruh standen während des II. Weltkrieges Baracken.
Bremen-Oberneuland
Der Park Höpkens Ruh entstand bereits 1785 als Landgut. 1899 wurde eine Gaststätte in Betrieb genommen.
Mitte 1943 verlegte der Unterstab der 8. Flakdivision von der Villa Osterdeich 27 kommend in den Park Höpkens Ruh. Zur Unterbringung ist das dort seinerzeit vorhandene Ausflugslokal genutzt worden. Zusätzlich errichtete man mehrere Baracken auf den Freiflächen des Parks. Auch ein Erdbunker wurde gebaut.
Im Oktober 1943 verlegte zusätzlich die Luftnachrichtenabteilung 128 vom Lyzeum kommend nach Höpkens Ruh.
1944 kam es bei Bombardierungen zu größeren Schäden an den Bauten. Den Alliierten war die Bedeutung des ansonsten abseits gelegenen Objektes wohl bekannt geworden.
 
Das alte Gasthaus ersetzte 1964 ein Neubau. Von der zuständigen Parkverwaltung wird erwähnt, daß durch mehrere bis heute im Boden verbliebene Baracken-Fundamente die Bäume in ihrem Wuchs behindert werden.

Flak-Gefechtsstände, ungeschützt
#6 Osterdeich
Das Gebäude rechts ist Osterdeich Nr. 29, seinerzeit Sitz des Gefechtsstandes der 8. Flakdivision.
Bremen-Östliche Vorstadt
Gefechtsstand Osterdeich.
Am 15. Juni 1940 verlegte der Stab des Flakregimentes 26 seinen Gefechtstand von der Kaserne Grohn in die Villa am Osterdeich 29. Die taktische Bezeichnung wechselte mit der Verlegung in Flakgruppe Ostfriesland, ab dem 29. Oktober 1940 lautete sie Flugabwehrkommando Ostfriesland.
Aus diesem Stab ist am 10. Februar 1941 die Flakbrigade VIII gebildet worden. Sie blieb bis zum 5. Juni 1941 am Osterdeich.
Nachfolger in dem Objekt wurde das Luftverteidigungskommando 8, ab Oktober 1941 8. Flakdivision genannt.
Im Herbst 1942 hat man den Gefechtsstand in den Gefechtsstandsbunker im Bürgerpark verlegt.
 
Das Gebäude wird heute als Büro- und Wohnhaus genutzt.

#7 Haus der Reichs
Das Haus des Reichs.
Bremen-Mitte
Gefechtsstand Haus des Reichs.
Das imposante „Haus des Reichs“ wurde Ende der 1920er Jahre als Verwaltungssitz der Nordwolle errichtet. Die Firma ging jedoch 1934 in Konkurs. Das Gebäude übernahm nun die öffentliche Hand.
Im Januar 1940 verlegte die Reserve Flakabteilung 262 ihren Gefechtsstand vom Café Rohlfing in das Haus des Reichs. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Mitte-leicht. Im Juni 1940 verlegte der Stab in die Schule Horn.
 
Das Gebäude wurde 1945 Sitz der US-Militärregierung für Bremen und Bremerhaven. Seit 1947 beherbergt es das Finanzamt Bremen.

#8 Horn
Schule Horn an der Horner Heerstraße.
Bremen-Horn-Lehe
Gefechtsstand Schule Horn.
Im Juni 1940 verlegte die Reserve Flakabteilung 262 ihren Gefechtsstand vom Haus des Reichs in die Schule Horn. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vahr. Mitte 1942 verlegte der Stab in den Luftwaffen-Bunker Scharnhorststraße. In diesem Verband diente der spätere Bundespräsident Karl Carstens.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Grundschule Horner Heerstraße.

#9 Regenburger Straße
Schule an der Regensburger Straße.
Bremen-Findorff
Gefechtsstand Schule Regensburger Straße.
Am 25. Mai 1940 traf die Reserve Flakabteilung 163 in Bremen ein und bezog Räume in der Schule Regensburger Straße, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Hollerland. Mitte 1942 verlegte der Stab in das Rama-Werk, Delmenhorst.
Mitte 1942 verlegte die Reserve Flakabteilung 265 ihren Gefechtsstand vom Rama-Werk, Delmenhorst in die Schule Regensburger Straße. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Hollerland. Im November 1942 zog der Verband nach Trondheim/Norwegen ab.
Im November 1942 traf die schwere Flakabteilung 223 von Trondheim/Norwegen kommend in Bremen ein und bezog Räume in der Schule Regensburger Straße. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Hollerland. Am 3. April 1943 wurde der Verband in schwere Flakabteilung 390 umbenannt und verlegte anschließend den Stab in den Gasthof Förster nach Brinkum.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Oberschule Findorff.

#10 Wiehenstraße
Schule an der Wiehenstraße.
Bremen-Gröpelingen
Gefechtsstand Schule Wiehenstraße.
Im Februar 1940 traf die Reserve Flakabteilung 606 von Hamburg kommend in Bremen ein und bezog Räume in der Schule Wiehenstraße, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Lesum. Im Juni 1940 verlegte der Stab in das Rama-Werk, Delmenhorst.
Am 28. Juni 1940 traf nach dem Westfeldzug die I. Abteilung des Flakregimentes 26 in Bremen ein und bezog Räume in der Schule Wiehenstraße. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Lesum. Im Mai 1941 zog der Verband nach Russland ab.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Berufsbildende Schule für Metalltechnik.

#11 Kalisyndikat
Das Hauptgebäude des Kalisyndikats.
Bremen-Häfen
Gefechtsstand Kalisyndikat.
Die großen Umschlagsanlagen des Deutschen Kalisyndikats lagen am Kalihafen, im Bereich der bremischen Industriehäfen.
Im November 1941 traf die leichte Reserve Flakabteilung 922 von Leipzig kommend in Bremen ein und bezog Räume im Kalisyndikat, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Hafen. Am 24. August 1943 verlegte der Stab nach Seehausen.
 
Das Gebäude wird bis heute als Umschlagsanlage für Schüttgüter genutzt.

#12 Imhoff
Der frühere Gasthof Imhoff.
Bremen-Burglesum
Gefechtsstand Gasthof Imhoff.
Bereits 1856 ist direkt neben der Moorlosen Kirche ein Gasthaus errichtet worden.
Am 1. August 1941 traf die Reserve Flakabteilung 531 von Düsseldorf kommend in Bremen ein und bezog Räume im Gasthof Imhoff, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Werderland. Anfang Oktober 1943 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Krögerdorf.
 
Das Gebäude wird heute als Restaurant „Zur Moorlosen Kirche“ genutzt.

#13 Grohn
Gebäude mit charakteristischem Beobachtungsturm in der Flak-Kaserne Grohn.
Bremen-Vegesack
Gefechtsstand Flak-Kaserne Grohn.
Ende 1939 verlegte das Flakregiment 26 seinen Gefechtsstand vom Schützenhof Delmenhorst in die Flak-Kaserne Grohn. Die taktische Bezeichnung lautete Flakgruppe Bremen. Am 15. Juni 1940 verlegte der Stab in die Villa Osterdeich 29.
Im Februar 1941 folgte eine Neuaufstellung des Stabes Flakregiment 26, dazu wurde der Stab der Reserve Flakabteilung 461 von Hannover nach Bremen verlegt. Die taktische Bezeichnung lautete nun Flakgruppe Nord. Der Gefechtsstand kam wieder in die Kaserne Grohn.

#14 Burgwall
Vom ehemaligen Haus Burgwall sind noch ein paar steinerne Spuren zu finden.
Bremen-Blumenthal
Gefechtsstand Haus Burgwall.
1886 ließ der Reeder Thyen auf dem Gelände am Burgwall eine Villa als Sommersitz errichten. Der Bau war im Volksmund als Thyens Schloß bekannt.
Mitte September 1939 verlegte die Reserve Flakabteilung 182 ihren Gefechtsstand, nach einem Kurzaufenthalt im Ausflugslokal Kuhhirten, in das Haus Burgwall. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Nord, ab Juni 1940 Flakuntergruppe Vegesack. Im November 1940 zog der Verband nach Leipzig ab.
Im November 1941 verlegte die Reserve Flakabteilung 117 ihren Gefechtsstand von der Flak-Kaserne Lesum in das Haus Burgwall. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vegesack. Mitte 1942 wurde die Bezeichnung in schwere Flakabteilung 117 geändert. Januar 1943 verlegte der Stab nach Lemwerder.
Ende Januar 1943 verlegte die schwere Flakabteilung 615 ihren Gefechtsstand von der Riesschule, Ritterhude in das Haus Burgwall. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vegesack. Am 22. August 1943 zog der Verband nach Österreich ab.
Ende August 1943 verlegte die schwere Flakabteilung 117 wieder zurück in das Haus Burgwall. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vegesack. Im Oktober 1943 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Melchiorshausen.
Anfang April 1945 verlegte die schwere Flakabteilung 390 ihren Gefechtsstand vom Flak-Bunker Eggestedt in das Haus Burgwall. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vegesack.
 
Das Haus Burgwall wurde 1962 bei einem Brand so stark beschädigt, daß es anschließend abgerissen werden mußte.

#15 Arsten
Schule Arsten am Korbhauser Weg.
Bremen-Obervieland
Gefechtsstand Schule Arsten.
Im Mai 1941 traf die Reserve Flakabteilung 611 in Bremen ein und bezog Räume in der Schule Arsten, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Heide. Im Oktober 1943 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Schlutter.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Grundschule Arsten.

#16 Rechtenflether Straße
Schule an der Rechtenflether Straße.
Bremen-Woltmershausen
Gefechtsstand Schule Rechtenflether Straße.
Im Juni 1940 verlegte die Reserve Flakabteilung 265 ihren Gefechtsstand vom Gut Holzkamp in die Schule Rechtenflether Straße. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vieland. Mitte August 1941 verlegte der Stab in das Rama-Werk, Delmenhorst.
Mitte August 1941 verlegte die Reserve Flakabteilung 231 ihren Gefechtsstand vom Rama-Werk, Delmenhorst in die Schule Rechtenflether Straße. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Ochtum. Der Verband wurde später in schwere Flakabteilung 231 umbenannt. Im Sommer 1943 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Storchennest.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Grundschule an der Rechtenflether Straße.

#17 Villa Strom
Auf dem Gelände der einstigen Villa Strom steht noch dieses alte Nebengebäude.
Bremen-Strom
Gefechtsstand Villa Strom.
Die Villa Strom wurde 1912 als Ausflugslokal errichtet.
Im September 1939 bezog die in Bremen aufgestellte Reserve Flakabteilung 261 Räume in der Villa Strom, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe West, ab Anfang 1940 Flakuntergruppe Mitte-schwer. Am 20. Juni 1940 zog der Verband in die Niederlande ab.
 
Nach dem Krieg wurde das Objekt als Wohnraum und für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Das Hauptgebäude hat man 1967 abgerissen. Heute ist nur noch ein Nebengebäude erhalten.

#18 Riesschule
Riesschule in Ritterhude.
Ritterhude
Gefechtsstand Riesschule.
Im Juni 1940 traf die I. Abteilung des Flakregimentes 43 im Raum Bremen ein und bezog Räume in der Riesschule, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Ritterhude. Im September 1940 verlegte der Stab nach Lemwerder.
Im September 1940 traf die Reserve Flakabteilung 224 im Raum Bremen ein und bezog Räume in der Riesschule. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Blockland. Anfang 1941 zog der Verband aus dem Raum Bremen ab.
Im Mai 1941 traf die Reserve Flakabteilung 617 im Raum Bremen ein und bezog Räume in der Riesschule. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Blockland. Mitte August 1941 zog der Verband aus dem Raum Bremen ab.
Mitte August 1941 traf die Reserve Flakabteilung 164 im Raum Bremen ein und bezog Räume in der Riesschule. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Blockland. Anfang Dezember 1941 verlegte der Stab in die Flak-Kaserne Lesum.
Am 6. Dezember 1941 traf die Reserve Flakabteilung 615 von Aalborg/Dänemark kommend im Raum Bremen ein und bezog Räume in der Riesschule. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Blockland. Ende Januar 1943 verlegte der Stab in das Haus Burgwall.
Im April 1943 verlegte die schwere Flakabteilung 222 ihren Gefechtsstand vom Gasthof Förster, Brinkum in die Riesschule. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Hollerland. Am 16. August 1944 zog der Verband in den Raum Köln/Bonn ab.
Mitte August 1943 traf die schwere Flakabteilung 117 von Osnabrück kommend wieder im Raum Bremen ein und bezog Räume in der Riesschule. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Hollerland. Am 1. Februar 1945 zog der Verband nach Eberswalde ab.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Oberstufe des Gymnasiums Ritterhude.

#19 Seebergen
Die Mühle Seebergen.
Lilienthal-Seebergen
Gefechtsstand Mühle Seebergen.
Im August 1941 verlegte die Reserve Flakabteilung 265 ihren Gefechtsstand von Mittelsbüren in die Mühle Seebergen. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Seebergen. Mitte 1942 zog der Verband aus dem Raum Bremen ab.
 
Die ehemalige Windmühle ist heute ein Wohnhaus.

#20 Uphusen
Die Mühle Uphusen.
Achim-Uphusen
Gefechtsstand Mühle Uphusen.
Im November 1940 traf die I. Abteilung des Flakregimentes 52 aus Oldenburg kommend im Raum Bremen ein und bezog die Mühle Uphusen, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Oberweser. Im Mai 1941 zog der Verband Richtung Ostfront ab.
Im Mai 1941 verlegte die Reserve Flakabteilung 606 ihren Gefechtsstand vom Rama-Werk, Delmenhorst in die Mühle Uphusen. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Oberweser. Der Verband erhielt später die Bezeichnung schwere Flakabteilung 606. Während des Aufenthaltes in Uphusen wurde bei der Mühle ein Flak-Bunker errichtet, in den der Gefechtsstand umzog. Im August 1944 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Melchiorshausen.
 
Die Mühle Uphusen dient nach aufwendiger Restaurierung heute zu Wohnzwecken.

#21 Rama-Werk
Das frühere Rama-Werk in Delmenhorst.
Delmenhorst
Gefechtsstand Rama-Werk.
Das Werk zur Herstellung von Margarine ist in Delmenhorst bereits 1910 gegründet worden. Über die Jahrzehnte ergaben sich mehrere Wechsel der Firmenbezeichnung.
Im Juni 1940 verlegte die Reserve Flakabteilung 606 ihren Gefechtsstand von der Schule Wiehenstraße in das Rama-Werk. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Delmenhorst. Im Mai 1941 verlegte der Stab in die Mühle Uphusen.
Im Mai 1941 traf die Reserve Flakabteilung 231 von Zetel kommend im Raum Bremen ein und bezog Räume im Rama-Werk. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Delmenhorst. Mitte August 1941 verlegte der Stab in die Schule Rechtenflether Straße.
Mitte August 1941 verlegte die Reserve Flakabteilung 265 ihren Gefechtsstand von der Schule Rechtenflether Straße in das Rama-Werk. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vieland. Mitte 1942 verlegte der Stab in die Schule Regensburger Straße.
Mitte 1942 verlegte die schwere Flakabteilung 163 ihren Gefechtsstand von der Schule Regensburger Straße in das Rama-Werk. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Delmenhorst. Im Oktober 1943 zog der Verband nach Italien ab.
 
Das Objekt wird bis heute von der Lebensmittelindustrie genutzt.

#22 Holzkamp
Auf Gut Holzkamp wurden mehrere Gebäude vom Gefechtsstand genutzt.
Ganderkesee-Holzkamp
Gefechtsstand Gut Holzkamp.
1939 traf die Reserve Flakabteilung 265 vom Flak-Beständelager Varel-Rahling kommend im Raum Bremen ein und bezog Teile des Gutshofes Holzkamp, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun die Flakuntergruppe Adelheide. Sie diente schwerpunktmäßig zur Verteidigung des Fliegerhorstes Adelheide. Im Juni 1940 verlegte der Stab in die Schule Rechtenflether Straße.
 
Die Bauten des Gutshofes dienen heute unterschiedlichen Zwecken.

Flak-Gefechtsstände, verbunkert
#23 Bürgerpark
Gefechtsstandsbunker der 8. Flakdivision im Bürgerpark.
 
Betonschacht
Im Vordergrund ein betonierter Schacht am ehemaligen Standort einer Baracke.
 
Bürgerpark
Dieses Bild entstand kurz vor dem Abriß der Fahrzeughalle rechts.
Bremen-Schwachhausen
Gefechtsstandsbunker Bürgerpark.
Am Ostrand des Bremer Bürgerparks wurde während des II. Weltkrieges für die 8. Flakdivision ein geschützter Gefechtsstand errichtet. Neben dem großen Gefechtsstandsbunker hat man auf dem Gelände mehrere Baracken aufgestellt. Im Bunker war ein größerer Lage-Raum eingerichtet, in dem die Luftlage des Großraums Bremen dargestellt und die Abwehrmaßnahmen koordiniert worden sind. Das Bauwerk hat eine vergleichsweise schwache Abschlußdecke. Auf dem Dach wurden mehrere hölzerne Baracken aufgestellt. Unmittelbar neben dem Bunker stand bereits seit Jahren ein Aussichtsturm. Diesen nutzte man als Flugmeldeposten.
Die 8. Flakdivision bezog im Herbst 1942 das Objekt. Am 20. April 1945 erfolgte der Abzug des Stabes nach Worpswede.
Am 23. April bezog der neue Kampfkommandant der Stadt, Generalleutnant Becker den Bunker, um von hier den Kampf der Bodentruppen zur Verteidigung der Stadt zu leiten. Britische Truppen besetzten am Abend des 26. April die Umgebung. Am nächsten Morgen ergab sich die Wehrmacht, der Krieg wurde für die Hansestadt Bremen beendet.
 
Die Gesamtanlage ist bis 1991 vom Zivilen Bevölkerungsschutz (ZB), bzw. später vom Technischen Hilfswerk (THW) als Stützpunkt genutzt worden. Nach Abzug des THW hat man außer dem Gefechtsstandsbunker alle weiteren Bauten abgerissen. Der Bunker wird heute vom Bürgerpark als Lager genutzt.

#24 Scharnhorststraße
Luftwaffen-Bunker an der Scharnhorststraße.
Bremen-Schwachhausen
Luftwaffen-Bunker Scharnhorststraße.
Mitte 1942 verlegte die schwere Flakabteilung 262 ihren Gefechtsstand von der Schule Horn in den Luftwaffen-Bunker Scharnhorststraße. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vahr. Im Sommer 1943 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Seebergen.
Anfang April 1945 kehrte die schwere Flakabteilung 262 kurzzeitig in den Luftwaffen-Bunker Scharnhorststraße zurück. Am 25. April 1945 zog der Stab vor den einrückenden britischen Truppen in Richtung Ritterhude ab.
 
Während des Kalten Krieges ist der Bunker als Zivilschutzraum eingeplant gewesen. Ein vollständiger Ausbau nach modernen Gesichtspunkten fand jedoch nicht statt. Nach Aufhebung der Zivilschutzbindung konnte auf dem Dach ein Wohnhaus errichtet werden.

#25 Achterdiek
Blick auf die südöstliche Autobahnauffahrt. Dort stand seinerzeit der Gefechtsstandsbunker Achterdiek.
Bremen-Vahr
Flak-Bunker Autobahnauffahrt Achterdiek.
Zur geschützten Unterbringung eines Regimentsstabes wurde im Bereich der Autobahnauffahrt Achterdiek ein Gefechtsstandsbunker errichtet. Die Autobahn verläuft hier auf einem Damm. Für einen guten Rundumblick hat man den Bunker auf die höchste Stelle der Autobahnauffahrt gesetzt.
Mitte 1943 verlegte der Stab des Flakregimentes 13 seinen Gefechtsstand vom Osterdeich 56 kommend in den Flak-Bunker Autobahnauffahrt Achterdiek. Die taktische Bezeichnung lautete Flakgruppe Süd.
 
Inzwischen trägt die Autobahn-Anschlußstelle die Bezeichnung Bremen-Vahr. Aus heutiger Sicht stand der Bunker in der südöstlichen Schleife. Auf der genauen Position verläuft jetzt jedoch die Fahrspur nach Bremerhaven; die Autobahn ist seit dem II. Weltkrieg erheblich ausgebaut worden.

#26 Eggestedt
Die Reste des Gefechtsstandsbunkers Eggestedt.
 
Stein-Baracke
Gleich daneben steht eine Stein-Baracke.
 
Baracke
Weitere bis heute erhaltene Baracke der Stellung.
Schwanewede-Eggestedt
Flak-Stellung Eggestedt und Flak-Bunker Eggestedt.
In Eggestedt wurde zunächst auf den Höhen nördlich des Dorfes eine Flak-Stellung eingerichtet.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Mai 1941 - August 1941: 1./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1941 - Mitte 1942: 1./Flakabteilung 164 mit Flak 8,8 cm
Januar 1943 - August 1943: 3./Flakabteilung 615 mit Flak 8,8 cm
August 1943 - Oktober 1943: 2./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
 
Danach ist der Standort als Gefechtsstand der Flakuntergruppe Vegesack genutzt worden. Zur geschützten Unterbringung wurde auf einer exponierten Höhe ein Gefechtsstandsbunker errichtet. Nördlich davon hatte man ein Munitionsdepot eingerichtet.
Im Oktober 1943 verlegte die schwere Flakabteilung 390 ihren Gefechtsstand vom Gasthof Förster, Brinkum in den Flak-Bunker Eggestedt. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Vegesack. Anfang April 1945 verlegte der Stab in das Haus Burgwall.
 
Mehrere Gebäude der Flak-Stellung blieben bis in die Gegenwart erhalten. Der Gefechtsstandsbunker ist gesprengt worden, seine Reste sind noch erkennbar. Ein großer Sandabbau ließ die Fläche des Munitionsdepots verschwinden.
Baracke
Diese Baracke wurde inzwischen abgerissen.
Gebäude
Dieses Gebäude existiert heute ebenfalls nicht mehr.
Ruine
Auch die Ruine ist beseitigt worden.

#27 Strom
In Blickrichtung stand der Gefechtsstandsbunker Strom, heute verläuft dort die Merkurstraße.
Bremen-Strom
Flak-Bunker Strom.
Zur geschützten Unterbringung eines Regimentsstabes wurde 1943 gut 200 m nordwestlich der Villa Strom ein Gefechtsstandsbunker errichtet. Die umgebenden Felder wiesen kaum Erhöhungen auf. Dadurch bestand vom Bunker aus ein weitreichender Rundumblick.
Im Mai 1943 verlegte der Stab des Flakregimentes 89 seinen Gefechtsstand von der Schule Talstraße kommend in den Flak-Bunker Strom. Die taktische Bezeichnung lautete Flakgruppe Mitte. Am 8. Juni 1944 zog der Verband nach Nordfrankreich ab.
Im August 1944 verlegte die schwere Flakabteilung 611 ihren Gefechtsstand vom Flak-Bunker Schlutter in den Flak-Bunker Strom. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Ochtum. Ende Januar 1945 zog der Verband nach Schlesien ab.
 
Schon bald nach dem Krieg wurde der Bunker gesprengt.

#28 Schlutter
Eventuell wurde dieser Munitionsbunker in der Nordostecke der Schießanlage Schlutter als Gefechtsstandsbunker genutzt.
Ganderkesee-Schlutter
Flak-Bunker Schlutter.
Nördlich des Dorfes Schlutter richtete die Flakuntergruppe Delmenhorst auf der Höhe des Schlutterberges ihren Gefechtsstand ein. Dort befand sich das Schießstandsgelände der Garnison Delmenhorst mit angeschlossenem Munitionsdepot. In der Nordostecke der Liegenschaft stand abgesetzt ein großes Munitionslagerhaus. Eventuell ist dieses zum Gefechtsstandsbunker umgebaut worden. Der Bau erhielt einen Durchbruch zum Dach.
Im Oktober 1943 verlegte die schwere Flakabteilung 611 ihren Gefechtsstand von der Schule Arsten in den Flak-Bunker Schlutter. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Delmenhorst. Im August 1944 verlegte der Stab in den Flak-Bunker Strom.
Im August 1944 verlegte die schwere Flakabteilung 601 ihren Gefechtsstand vom Flak-Bunker Habenhausen kommend in den Flak-Bunker Schlutter. Die taktische Bezeichnung lautete Flakuntergruppe Delmenhorst. Im September 1944 zog der Verband Richtung Westen ab.
 
Die Liegenschaft ist bis in die 1990er Jahre militärisch genutzt worden, in den letzten Jahren nur noch als Übungsgelände. Heute betreibt der Delmenhorster Bogensport-Verein auf dem größeren Teil des Geländes einen Schießstand.

#29 Krögerdorf
Gefechtsstandsbunker bei Krögerdorf mit Beobachtungskuppel auf dem Dach.
 
Bunker
Der Bunker von der entgegengesetzten Seite.
 
Baracke
Die Baracke mit L-förmigem Grundriß.
Lemwerder-Krögerdorf
Flak-Bunker Krögerdorf.
In den Feldern südlich des Dorfes Krögerdorf ist für die Flakuntergruppe Stedingen ein geschützter Gefechtsstandsbunker errichtet worden. Die Umgebung wies keinerlei Erhöhungen auf. Damit war ein uneingeschränkter Rundumblick gegeben.
Anfang Oktober 1943 verlegte die schwere Flakabteilung 531 ihren Gefechtsstand vom Gasthof Imhoff in den Flak-Bunker Krögerdorf. Am 2. April 1945 zog der Stab nach Uesen ab.
 
Der Bunker des Gefechtsstandes ist heute der letzte vollständig erhaltene seiner Art im Großraum Bremen. Der Bau hat auf dem Dach eine geschützte Beobachtungskuppel. Neben dem Bunker steht eine Stein-Baracke. Das Gelände wird heute als Tontauben-Schießstand genutzt.

Flak-Stellungen
#30 Niederbüren
Am Eingang zur Stellung Niederbüren steht diese Ruine.
 
Fragmente
Von mehreren weiteren Bauten sind nur noch Fragmente erhalten.
Bremen-Burglesum
Flak-Stellung Niederbüren.
Die Flak-Stellung Niederbüren lag im Werderland, nur rund 200 m von der Weser entfernt. Gut 2 km nordwestlich befand sich der Weserflug-Werksflugplatz Lemwerder. Nach anfänglicher Ausstattung mit Flak 8,8 cm wurden hier später Geschütze im Kaliber 10,5 cm eingesetzt.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Februar 1940 - Januar 1941: 3./Flakabteilung 611 mit Flak 8,8 cm
Januar 1941 - Mai 1941: 7. Lehr- und Versuchsbatterie mit Flak 10,5 cm
August 1941 - Aug 1943: 1./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
 
Von zwei betonierten Geschütz-Bettungen blieben Beton-Trümmer erhalten. Außerdem ist die Ruine eines Gebäudes zu finden.
Geschützbettung
Eine Geschütz-Bettung zeigt noch ihren Aufbau.
Bettung
Von einer weiteren Bettung ist durch die Vegetation nur noch wenig erkennbar.
Details
Details wie auf diesem Bild aus dem Jahr 2000 findet man heute nicht mehr.

#31 Kattenturm
Eine von sechs Beton-Plattformen in der Stellung Kattenturm.
 
Befestigung
Befestigungsbolzen sind erkennbar.
Bremen-Obervieland
Flak-Stellung Kattenturm.
Auf den Wiesen knapp nördlich der Ochtum entstand die Flak-Stellung Kattenturm. Sie befand sich nur 1 km südöstlich des Flugplatzes Bremen. Zum Ende der Nutzungszeit wurden hier Geschütze im Kaliber 10,5 cm eingesetzt.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
April 1943 - Oktober 1943: 2./Flakabteilung 390 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - Dezember 1943: 2./Flakabteilung 117 mit Flak 10,5 cm
 
Gleich sechs Beton-Plattformen sind noch heute von der Stellung aufzufinden.

#32 Kirchhuchting
Blick in eine Geschütz-Bettung der Stellung Kirchhuchting.
 
Bettung
Ein Bild aus dem Jahr 2001 zeigt die gleiche Bettung noch fast unversehrt.
Bremen-Huchting
Flak-Stellung Kirchhuchting.
Südöstlich des Dorfes Kirchhuchting ist im II. Weltkrieg diese Flak-Stellung eingerichtet worden. Der Flugplatz Bremen lag keine 2 km in östlicher Richtung entfernt. Ab 1943 wurden in der Stellung Geschütze im Kaliber 12,8 cm eingesetzt.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Mai 1941 - Juni 1942: 1./Flakabteilung 222 mit Flak 8,8 cm
Mitte 1942 - Oktober 1943: 4./Flakabteilung 231 mit Flak 10,5 cm
1943 - ?: 1./Flakabteilung 542 mit Flak 12,8 cm
 
Bis Mitte des 2000er Jahrzehnts war die Flak-Stellung Kirchhuchting die am vollständigsten erhaltene Anlage im Großraum Bremen. Nach Umwidmung und Renaturierung des Geländes hat sich der Zustand inzwischen jedoch stark verändert.
Bettung
Diese Bettung hat noch heute eine imposante Größe.
Beton-Kästen
Hier wird deutlich, wie mehrere Beton-Kästen um den Standplatz des Geschützes gebaut wurden.
Munitions-Kammer
Das Bild von 2001 zeigt die Munitions-Kammer einer inzwischen beseitigten Geschütz-Bettung.

#33 Seehausen
Nur eine Beton-Plattform in der Stellung Seehausen.
Bremen-Seehausen
Flak-Stellung Seehausen.
Auf freiem Feld, knapp 0,5 km südlich des Dorfes Seehausen ist diese Stellung aufgebaut worden. Hier ist über zwei Jahre hinweg die gleiche Einheit stationiert gewesen. Im Hinblick auf die Fluktuation an anderen Orten ein bemerkenswerter Umstand.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
August 1941 - Oktober 1943: 1./Flakabteilung 231 mit Flak 10,5 cm
 
Lediglich eine Beton-Plattform ist von der früheren Flak-Stellung erhalten.

#34 Hasenbüren
Auch in der Stellung Hasenbüren ist nur noch eine Beton-Plattform erhalten.
Bremen-Seehausen
Flak-Stellung Hasenbüren.
An der Straße von Hasenbüren nach Strom wurde die Stellung Hasenbüren eingerichtet. Sie lag rund 500 m südlich des Dorfes.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
August 1939 - September 1939: 1./Flakabteilung 261 mit Flak 8,8 cm
1940 - Juni 1940: 3./Flakabteilung 262 mit Flak 8,8 cm
Juni 1940 - Juni 1941: 3./Flakabteilung 265 mit Flak 8,8 cm
Juni 1941 - August 1941: 3./Flakabteilung 265 mit Flak 8,8 cm
August 1941 - Mitte 1942: 3./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
Mai 1942 - April 1943: 4./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
 
Nur noch eine Beton-Plattform ist heute noch zu finden.

#35 Quetschenberg
Heute ist von der Stellung Quetschenberg nur noch eine Beton-Plattform in der nördlichen Batterie zu finden.
 
Beton-Trümmer
Das Bild aus dem Jahr 2000 zeigt größere Beton-Trümmer.
Schwanewede-Neuenkirchen
Flak-Stellung Quetschenberg.
Der Quetschenberg liegt südlich des Dorfes Neuenkirchen. Hier entstand eine Flak-Stellung, die im Laufe der Zeit bis zu einer Dreifachstellung ausgebaut worden ist.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Frühjahr 1941 - November 1941: 1./Flakabteilung 182 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - März 1944: 2./Flakabteilung 390 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - August 1944: 6./Flakabteilung 390 mit Flak 8,8 cm
Januar 1944 - August 1944: 1./Flakabteilung 390 mit Flak 8,8 cm
 
Heute läßt sich in der einstmals großräumigen Anlage nur noch eine Beton-Plattform im Bereich der nördlichen Batterie finden.

#36 Habichthorst
Stellung Habichthorst, dieses ist eine von zwei in der östlichen Batterie erhaltenen Beton-Plattformen.
 
Plattform
In der westlichen Batterie sind ebenfalls zwei Plattformen erhalten.
 
Plattform
Hier die zweite Plattform.
Ritterhude-Habichthorst
Flak-Stellung Habichthorst.
Habichthorst besteht aus nur wenigen Gehöften. Auf den umliegenden Weiden ist eine Flak-Stellung angelegt worden, die 1943 zu einer Doppelstellung ausgebaut wurde.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Februar 1940 - Juni 1940: 3./Flakabteilung 261 mit Flak 8,8 cm
Juni 1940 - September 1940: eine Batterie der Flakabteilung 43 mit Flak 8,8 cm
September 1940 - Mai 1941: 2./Flakabteilung 182 mit Flak 8,8 cm
August 1941 - November 1941: 1./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1941 - Mitte 1942: 2./Flakabteilung 164 mit Flak 8,8 cm
Mai 1942 - Februar 1943: 4./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
Januar 1943 - August 1943: 1./Flakabteilung 615 mit Flak 8,8 cm
April 1943 - August 1943: 5./Flakabteilung 615 mit Flak 8,8 cm
August 1943 - Oktober 1943: 1./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - April 1945: 5./Flakabteilung 390 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - April 1945: 4./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm

Von der westlichen und der östlichen Batterie sind heute jeweils zwei Beton-Plattformen aufzufinden.

#37 Oyten
Von der Stellung Oyten blieb dieser Bunker erhalten.
 
Dach
Ein Blick aus der Nähe zeigt die Stein-Bauweise mit Beton-Dach.
Oyten
Flak-Stellung Oyten.
Auf einer Höhe nördlich von Oyten wurde diese Flak-Stellung eingerichtet. Der Auflistung nach ist sie Ende 1943 zur Dreifachstellung aufgewachsen.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
August 1941 - Mai 1942: eine Batterie der Flakabteilung 132 mit Flak 8,8 cm
Januar 1943 - Juni 1944: 5./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1943 - Frühjahr 1944: 4./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1943 - August 1944: 1./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1943 - August 1944: 6./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
 
Von der Stellung zeugt heute die Ruine eines Bunkers.

#38 Bollen
Erhöhter Beton-Sockel der Stellung Bollen.
 
Sockel
Ein weiterer Sockel.
Achim-Bollen
Flak-Stellung Bollen.
Die Flak-Stellung Bollen lag im Deichvorland, südlich des Dorfes. Hier bestand zur Hochwasser-Periode der Weser die Gefahr, überflutet zu werden. Dementsprechend mußten die Teile der Stellung erhöht gebaut werden. Die Anlage ist im Verlauf des Krieges bis zur Dreifachstellung ausgebaut worden.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Februar 1941 - Mai 1941: 2./Flakabteilung 52 mit Flak 8,8 cm
Mai 1941 - März 1944: 3./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - August 1944: 2./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
Frühjahr 1945: 4./Flakabteilung 132 mit Flak 12,8 cm
 
Im Bereich der Stellung sind heute noch drei erhöhte Beton-Sockel zu finden.

#39 Hörden
Von der Stellung Hörden ist heute nur noch diese Beton-Plattform in der östlichen Batterie zu finden.
Weyhe-Hörden
Flak-Stellung Hörden.
Nordöstlich von Hörden wurde diese Flak-Stellung errichtet. 1944 ist sie zur Dreifachstellung ausgebaut worden. Anfangs war Flak im Kaliber 8,8 cm eingesetzt, ab Herbst 1943 Geschütze mit 10,5 cm. Nur 1 km nördlich der Stellung befand sich der Scheinflugplatz Leester Marsch.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Mai 1941 - April 1943: 3./Flakabteilung 222 mit Flak 8,8 cm
April 1943 - Oktober 1943: 2./Flakabteilung 611 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - August 1944: 1./Flakabteilung 117 mit Flak 10,5 cm
Dezember 1943 - März 1944: 3./Flakabteilung 117 mit Flak 10,5 cm
Januar 1944 - Juni 1944: 2./Flakabteilung 117 mit Flak 10,5 cm
Frühjahr 1944 - August 1944: 6./Flakabteilung 601 mit Flak 10,5 cm
1945: 1./Flakabteilung 521 mit Flak 10,5 cm
April 1945: 6./Flakabteilung 222 mit Flak 10,5 cm
 
Von der einstmals weitläufigen Anlage ist heute nur noch eine Beton-Plattform im Bereich der östlichen Batterie zu finden.

#40 Blocken
In der nordwestlichen Batterie der Stellung Blocken blieb dieser kleine Beton-Unterstand stehen.
Stuhr-Blocken
Flak-Stellung Blocken.
Die Stellung Blocken ist nördlich des Dorfes Obernheide aufgebaut worden. Ab Oktober 1943 konnten hier vier Batterien gleichzeitig eingesetzt werden. Blocken war damit eine der größten Stellungen im Raum Bremen.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Juni 1942 - April 1943: 1./Flakabteilung 222 mit Flak 8,8 cm
April 1943 - Oktober 1943: 3./Flakabteilung 390 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - Dezember 1943: 6./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - Dezember 1943: 2./Flakabteilung 601 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - Dezember 1943: 6./Flakabteilung 601 mit Flak 8,8 cm, später 10,5 cm
Oktober 1943 - Januar 1944: 5./Flakabteilung 601 mit Flak 8,8 cm, später 10,5 cm
Dezember 1943 - April 1944: 5./Flakabteilung 262 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1943 - Juli 1944: 3./Flakabteilung 262 mit Flak 8,8 cm
Dezember 1943 - August 1944: 4./Flakabteilung 262 mit Flak 8,8 cm
Januar 1944 - März 1944: 6./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
Frühjahr 1944 - August 1944: 5./Flakabteilung 601 mit Flak 10,5 cm
Juli 1944 - August 1944: 6./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
 
Von der einstmals sehr großen Stellung ist heute nur noch ein kleiner Beton-Unterstand erhalten.

#41 Eggese
Mehrere Baracken blieben von der Stellung Eggese erhalten.
 
Landwirtschaftlich
Sie werden heute teilweise landwirtschaftlich genutzt.
Stuhr-Eggese
Flak-Stellung Eggese.
Diese Stellung wurde nördlich von Eggese angelegt. Die meiste Zeit kamen Geschütze mit Kaliber 8,8 cm zum Einsatz. Vorübergehend waren 10,5 cm-Flak in der Batterie.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Mitte 1942 - Oktober 1943: 4./Flakabteilung 163 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - August 1944: 3./Flakabteilung 601 mit Flak 10,5 cm, ab Juni 1944 Flak 8,8 cm
 
Von der Flak-Stellung Eggese sind heute mehrere recht gut erhaltene Baracken aufzufinden. Sie sind allesamt in der seinerzeit verbreiteten Bauweise mit roten Backsteinen ausgeführt.

#42 Deichhausen
Größere Beton-Reste in der Dreifachstellung Deichhausen.
 
Süd
Eine von vier erhaltenen Beton-Plattformen der südlichen Batterie.
 
Nord
Auch im Bereich der nördlichen Batterie sind Beton-Plattformen erhalten.
Delmenhorst-Deichhausen
Flak-Stellung Deichhausen.
Diese Flak-Stellung entstand westlich des Dorfes Deichhausen. Ende 1943 ist sie zur Dreifachstellung ausgebaut worden.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
August 1939 - September 1939: 3./Flakabteilung 181 mit Flak 8,8 cm
Februar 1940 - Mai 1941: 1./Flakabteilung 611 mit Flak 8,8 cm
August 1941 - Juni 1942: 3./Flakabteilung 265 mit Flak 8,8 cm
Mitte 1942 - Oktober 1943: 3./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - März 1944: 1./Flakabteilung 231 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - März 1944: 4./Flakabteilung 231 mit Flak 10,5 cm
Dezember 1943 - März 1944: 1./Flakabteilung 185 mit Flak 8,8 cm
März 1944 - August 1944: 6./Flakabteilung 222 mit Flak 10,5 cm
März 1944 - April 1945: 1./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
August 1944 - Januar 1945: 2./Flakabteilung 611 mit Flak 8,8 cm
August 1944 - September 1944: 3./Flakabteilung 611 mit Flak 8,8 cm
 
Heute ist im Zentrum der Anlage ein größerer Beton-Block zu finden. In den Bereichen der nördlichen und der südlichen Batterien sind jeweils mehrere Beton-Plattformen erhalten.

#43 Moorweide
Eine Geschütz-Bettung der Stellung Moorweide.
 
Bettung
Trotz der Sprengung ist die Auslegung der Bettung erkennbar.
 
Sockel
Daneben steht dieser Sockel, vermutlich vom Kommandogerät.
 
Beton-Gerippe
Beton-Gerippe im Zentrum der südlichen Batterie.
Ganderkesee-Moorweide
Flak-Stellung Moorweide.
Die Stellung Moorweide wurde in abgeschiedener Lage auf freiem Feld errichtet. Sie lag rund 1 km westlich des namensgebenden Dorfes. Im Herbst 1943 wuchs sie zu einer Doppelstellung auf.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Juni 1940 - September 1940: 3./Flakabteilung 182 mit Flak 8,8 cm
September 1940 - Mai 1941: eine Batterie der Flakabteilung 43 mit Flak 8,8 cm
Mai 1941 - November 1941: 3./Flakabteilung 182 mit Flak 8,8 cm
1942 - November 1942: 1./Flakabteilung 334 mit Flak 8,8 cm
November 1942 - Januar 1943: eine Batterie der Flakabteilung 247 mit Flak 8,8 cm
Februar 1943 - Oktober 1943: 3./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm, ab April 1943 Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - Januar 1944: 6./Flakabteilung 531 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - Juni 1944: schwere Flakbatterie zbV 5919 mit Flak 8,8 cm
März 1944 - Juni 1944: 6./Flakabteilung 531 mit Flak 8,8 cm
 
Diese Stellung gehört zu den wenigen Objekten im Großraum Bremen, bei denen gleich mehrere Teile die Zeiten überdauert haben. Damit ist der Aufbau einer typischen Flak-Stellung hier noch heute nachvollziehbar. Vier Geschütz-Bettungen sind im Bereich der südlichen Batterie weiterhin erkennbar. Dazu kommen mehrere Ruinen der zugehörigen Gebäude.
Interessanterweise wurde das Gebiet auch im Kalten Krieg von einer Flugabwehr-Einheit genutzt. In unmittelbarer Nachbarschaft ist die Feuerleit-Stellung (IFC) der 2. Batterie des Flugabwehrraketenbataillons 24 errichtet worden. Diese Stellung war in den Nike-FlaRak-Gürtel der NATO integriert.
Beton-Gerippe
Am Südrand der Batterie ein weiteres Beton-Gerippe.
Ruine
Ein Backstein-Gebäude blieb als Ruine erhalten.
Nord
Von der nördlichen Batterie sind heute die Spuren weitgehend verschwunden. Dieses Bild von 2000 zeigt noch erhaltene Reste.

#44 Havekost
Die Leitstandsbaracke B I in der Stellung Havekost.
 
Bauweise
Hier wird die versenkte Bauweise deutlich.
Ganderkesee-Havekost
Flak-Stellung Havekost.
Auf einer Anhöhe nördlich von Havekost hatte man 1940 diese Stellung eingerichtet.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Juni 1940 - Mai 1941: 1./Flakabteilung 606 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1942 - November 1942: eine Batterie der Flakabteilung 247 mit Flak 8,8 cm
August 1943 - Oktober 1943: 1./Flakabteilung 163 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - August 1944: 4./Flakabteilung 611 mit Flak 8,8 cm
August 1944 - September 1944: eine Batterie der Flakabteilung 601 mit Flak 8,8 cm
 
Von der ehemaligen Flak-Stellung ist heute nur noch die Baracke der Batterie-Befehlsstelle zu finden. Es handelt sich bei dem Gebäude um einen Typ-Bau „Leitstandsbaracke B I“. Sie wurde zum Schutz in halb-erdversenkter Bauweise errichtet.

#45 Bardewisch
Eine Beton-Plattform der Stellung Bardewisch.
Lemwerder-Bardewisch
Flak-Stellung Bardewisch.
Auf freiem Feld, westlich der Stadt Lemwerder, ist die Flak-Stellung Bardewisch entstanden. Der Werksflugplatz der „Weser“-Flugzeugbau GmbH lag nur gut 2 km westlich.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Juni 1941 - 1942: 1./Flakabteilung 334 mit Flak 8,8 cm
Mitte 1942 - November 1942: 4./Flakabteilung 334 mit Flak 8,8 cm
November 1942 - Januar 1943: eine Batterie der Flakabteilung 247 mit Flak 8,8 cm
Februar 1943 - Oktober 1943: 4./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm, ab April 1943 Flak 10,5 cm
 
Im Bereich der Stellung ist heute nur noch eine Beton-Plattform zu finden.

#46 Ganspe
In der Stellung Ganspe sind zwei Beton-Plattformen erhalten.
 
Ganspe
Die zweite Plattform.
Berne-Bardenfleth
Flak-Stellung Ganspe.
Diese Stellung lag 1,5 km südwestlich von Ganspe, nahe dem Dorf Bardenfleth.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
Mai 1941 - November 1941: 2./Flakabteilung 182 mit Flak 8,8 cm
November 1941 - Juni 1942: 3./Flakabteilung 117 mit Flak 8,8 cm
1942 - November 1942: 2./Flakabteilung 334 mit Flak 8,8 cm
November 1942 - Januar 1943: eine Batterie der Flakabteilung 247 mit Flak 8,8 cm
 
Auf den Wiesen südlich von Bardenfleth sind heute zwei Beton-Plattformen aufzufinden.

#47 Hekeln
Die Reste einer Geschütz-Bettung in der Stellung Hekeln.
 
Bettung
Trümmer einer weiteren Geschütz-Bettung.
 
Klinker
Erkennbar wurden neben Beton auch Backsteine verbaut.
Berne-Hekeln
Flak-Stellung Harmenhausen bzw. Hekeln.
Die Stellung lag weit abseits anderer Bebauung auf freiem Feld südlich des Dorfes Hekeln. Bis Ende 1943 hatte man als Ortsbezeichnung das benachbarte Dorf Harmenhausen genannt. Das Objekt wurde zeitweilig als Dreifachstellung betrieben.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
August 1939 - September 1939: 2./181 mit Flak 8,8 cm
September 1939 - September 1940: 2./182 mit Flak 8,8 cm
September 1940 - Mai 1941: x./43 mit Flak 8,8 cm
Juni 1941 - November 1942: 3./334 mit Flak 8,8 cm
November 1942 - Januar 1943: x./247 mit Flak 8,8 cm
Februar 1943 - August 1943: 2./117 mit Flak 8,8 / 10,5 cm
August 1943 - Oktober 1943: 2./Flakabteilung 117 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - März 1944: 1./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - April 1945: 2./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - April 1945: 3./Flakabteilung 531 mit Flak 10,5 cm
 
Heute zeugen noch mehrere Beton-Trümmer von der Stellung. Im Bereich der südlichen Batterie sind vier Geschütz-Bettungen und eine Bodenplatte im Zentrum klar auszumachen. Auf der Fläche der nördlichen Batterie sind drei Beton-Plattformen erkennbar.
Bodenplatte
Im Zentrum der südlichen Batterie ist diese Bodenplatte erhalten.
Brücke
Wegen zahlreicher Entwässerungsgräben mußten für die Stellung mehrere kleine Überbrückungen errichtet werden.
Nord
Im Bereich der nördlichen Batterie sind drei Beton-Plattformen erhalten.

#48 Berne
Auf den Bild kaum zu erkennen, befindet sich hier eine Beton-Plattform in der westlichen Batterie der Stellung Berne.
Berne
Flak-Stellung Berne.
1 km westlich der Kleinstadt Berne entstand diese Flak-Stellung. Sie wuchs 1944 zur Dreifachstellung auf. Ab Mitte 1944 war nicht mehr die Luftwaffe, sondern die Marine hier stationiert.
Folgende Belegungen sind dokumentiert:
September 1940 - Mai 1941: x./Flakabteilung 43 mit Flak 8,8 cm
Juni 1941 - 1942: 2./Flakabteilung 334 mit Flak 8,8 cm
Februar 1943 - Oktober 1943: 5./Flakabteilung 117 mit Flak 10,5 cm
Oktober 1943 - Juni 1944: 5./Flakabteilung 531 mit Flak 8,8 cm
Oktober 1943 - Juni 1944: 7./Flakabteilung 531 mit Flak 8,8 cm
Januar 1944 - März 1944: 6./Flakabteilung 531 mit Flak 8,8 cm
Mitte 1944 - ?: eine Batterie einer Marine-Flak-Abteilung mit Flak 10,5 cm
 
Von der Stellung ist nur noch eine Beton-Plattform zu finden, die von der Grasnarbe zunehmend verdeckt wird.

Passive Luftabwehr
#49 Lyzeum
Das frühere Lyzeum an der Langen Reihe mit markantem Beobachtungs-Turm.
Bremen-Walle
Flakscheinwerfer-Gefechtsstand Lyzeum.
Im September 1939 verlegte die Reserve Flakscheinwerferabteilung 269 ihren Gefechtsstand von Grambke kommend in Räume des damaligen Lyzeums an der Straße „Lange Reihe“. Die taktische Bezeichnung lautete Abschnitt Roland.
Am 5. Dezember 1940 wurde aus der Abteilung das Flakscheinwerferregiment 160 aufgestellt. Die taktische Bezeichnung lautete Scheinwerfergruppe Bremen. Im Februar 1943 verlegte der Stab in die Villa Roselius.
Am 5. Juni 1941 traf die Luftnachrichtenabteilung 128 von Hannover kommend in Bremen ein und bezog Räume im Lyzeum. 1943 verlegte der Stab nach Höpkens Ruh.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Gymnasiale Oberstufe des Schulzentrums Walle.

#50 Steffensweg
Schule am Steffensweg.
Bremen-Walle
Flakscheinwerfer-Gefechtsstand Horst-Wessel-Schule.
Die Schule am Steffensweg erhielt 1938 den Namen „Horst-Wessel-Schule“.
Im November 1940 traf die III. Abteilung (Scheinwerfer) des Flakregimentes 51 in Bremen ein und bezog Räume in der Horst-Wessel-Schule, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun den Abschnitt Walle. Im Juli 1941 zog der Verband nach Dänemark ab.
Am 6. Juli 1941 bezog die Reserve Flakscheinwerferabteilung 328 Räume in der Horst-Wessel-Schule. Die Abteilung bildete nun den Abschnitt Walle. Am 31. Dezember 1941 zog der Verband ab.
Am 1. Januar 1942 traf die Reserve Flakscheinwerferabteilung 138 in Bremen ein und bezog Räume in der Horst-Wessel-Schule. Die Abteilung bildete nun den Abschnitt Walle. Anfang Februar 1944 wurde der Verband in Flakscheinwerferabteilung 585 umbenannt und zog anschließend nach Polen ab.
 
Das Gebäude wird bis heute als Schule genutzt. Gegenwärtig beherbergt es die Oberschule am Waller Ring.

#51 Leeste
Das frühere Rathaus Leeste wurde am Ende als Rettungswache genutzt.
Weyhe-Leeste
Flakscheinwerfer-Gefechtsstand Leeste.
Leeste war bis 1974 eigenständige Gemeinde. Das Rathaus stand am Henry-Wetjen-Platz. Für die Nutzung als Gefechtsstand wurde seinerzeit auf dem Dach des Gebäudes ein hölzerner Beobachtungsturm gesetzt.
Am 25. Juni 1940 traf die Flakscheinwerferabteilung 310 von Trier kommend im Raum Bremen ein und bezog Räume im Rathaus Leeste, um dort ihren Gefechtsstand einzurichten. Die Abteilung bildete nun den Abschnitt Brinkum, ab 1943 Abschnitt Leeste. Der Verband ist 1942 in Flakscheinwerferabteilung 498 umbenannt worden. Anfang April 1945 erfolgte die Auflösung des Stabes.
 
Das Gebäude beherbergte eine Rettungswache mit Notfallpraxis. Es wurde im Herbst 2017 abgerissen.

#52 Hude
Jugendherberge Hude.
Hude
Flakscheinwerfer-Gefechtsstand Jugendherberge Hude.
Die Jugendherberge Hude ist im Jahr 1938 errichtet worden.
Im Mai 1940 verlegte die Reserve Flakscheinwerferabteilung 268 ihren Gefechtsstand von der Maizena-Mühle, Delmenhorst in die Jugendherberge Hude. Die taktische Bezeichnung lautete Abschnitt Hude. Mitte 1944 zog der Verband unter Umgliederung in das Flakscheinwerferregiment 171 nach Polen ab.
Mitte 1944 erhielt die Flakscheinwerferabteilung 330 die Ziffer 268, und führte den Gefechtsstand in der Jugendherberge Hude weiter. Im April 1945 wurde der Stab aufgelöst.
 
Das Gebäude beherbergt bis zum heutigen Tage die Jugendherberge Hude.

#53 Funk-Baracke
Die ehemalige Funk-Baracke der Flugsicherungshaupstelle 6 in Bremen-Strom.
Bremen-Strom
Im Bremer Ortsteil Strom ist ca. 1942 die Flugsicherungshauptstelle 6 aufgebaut worden. Sie diente der Flug-Navigation. In den Feldern war seinerzeit eine Antennenanlage eingerichtet, die aus zwischen Stahlrohrmasten gespannten Drähten bestand. Dazu kamen Funktions- und Unterkunftsbaracken in der Umgebung.
 
Von der Zentrale ist heute nur noch die sogenannte Funk-Baracke erhalten. Sie wird gewerblich genutzt.

#54 Speckberg
Sockel für ein Funkmeßgerät „Würzburg-Riese“ auf dem Speckberg.
Bremen-Blumenthal
Funkmeßgeräte-Stellung Speckberg.
Auf dem Speckberg im Bremer Ortsteil Rekum ist der charakteristische Sockel eines Funkmeßgeräts „Würzburg-Riese“ zu finden. Luftbilder zeigen jedoch, daß bis zum Ende des Krieges kein FuMG mehr auf den Sockel gesetzt worden ist.

#55 Worpswede
Stütze eines „Freya“-Funkmeßgerätes von der früheren Stellung Weyerberg.
Worpswede
Funkmeßgeräte-Stellung Weyerberg.
Am Südrand von Worpswede steht der Weyerberg. Er bietet mit seinen 51 m Höhe in der ansonsten völlig flachen Landschaft eine gute Rundumsicht. Hierauf wurde eine Funkmeßgeräte-Stellung errichtet, auf der ein FuMG „Freya“ eingesetzt worden ist.
 
Von der Stellung hat eine Stützstrebe des „Freya“-Gerätes die Zeiten überdauert. Sie steht heute im Garten des Museums und Baudenkmals „Käseglocke“.

Quellenangabe:
- Reinhold Thiel: Die bremische Flugabwehr im Zweiten Weltkrieg
- Herbert Schwarzwälder: Bremen und Nordwestdeutschland am Kriegsende, Band 1
- Friedrich Juchter: Formeln, Fahnen, Flakgeschütze
- Friedrich Juchter: Zwischen Schule und Kriegsdienst - der Einsatz bremischer Flakhelfer 1943-1945
- Berthold Lindemann: Höpkens Ruh 1893-1993
- Georg Garbade: Heimatgeschichte des Blocklandes
- Wilfried Hoins: Ein Bildband von Burglesum einst und jetzt
- Hans Imhoff, Jens Schmeyers: Chronik von Bremen-Strom
- Wilfried Meyer: Weyhe im Wandel der Zeit
- Joachim Oltmann: Wieder in die Gänge kommen - die Gemeinde Stuhr in der Nachkriegszeit
- Hermann Speckmann: Das Kriegsende in Ganderkesee
- Archiv Peter Kurze
- H.-W. Reibert
 
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