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Rubrik: Festungen Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Die Marine-Forts in der Wesermündung
 Bis 1945: 
1827 erwarb die Hansestadt Bremen direkt an der Wesermündung ein Areal für einen Seehafen, die Militärhoheit verblieb aber zunächst beim Königreich Hannover. Diese errichteten als erste Festung bereits von 1830-34 das Fort Wilhelm, zur Sicherung der Hafeneinfahrt beim heutigen Alten Hafen. 1849 kam zur Abwehr einer befürchteten dänischen Invasion die Dockbatterie bei der Schleuse zum Neuen Hafen und die nördlich vorgeschobene Weserhauptbatterie, auch Turmfort genannt, hinzu. Diese frühen Festungen sind bis 1870 bei Hafenerweiterungen oder wegen veränderter Verteidigungsdoktrinen abgerissen worden, heute existieren keine Spuren mehr von ihnen.
Im Jahre 1866 wurde von der Preußischen Kriegsmarine damit begonnen, auf der östlichen Weserseite in der Nähe des Hofes Brinkama und auf der westlichen Weserseite auf der Düne Langlütjensand, zunächst nur Erdwälle anzulegen und diese mit Geschützen zu bewaffnen. Ab 1867 wurden an diesen Orten befestigte Forts erbaut. 1876-1879 errichtete man weiter Flußabwärts das Fort Brinkamahof II; Langlütjen II ist auf einer künstlich aufgeschütteten Insel 1880 in Betrieb genommen worden. Nach der Jahrhundertwende errichtete die Marine eine Haubitzenbatterie bei Weddewarden mit vier 10,5 cm-Geschützen. Ab Oktober 1906 kam schließlich noch die Haubitzenbatterie Wremen mit vier 28 cm-Geschützen zum Schutz der Wesermündung hinzu.
Es sind separaten Seiten bereitgestellt, die diese Forts ausführlicher behandeln:
Die Festungen auf der östlichen Weserseite (Brinkamahof I + II).
Die Festungen auf der westlichen Weserseite (Langlütjen I + II).
1874/75 wurde für den Bedarf der Forts ein Pulvermagazin für Munitionslagerungen zu Friedenszeiten errichtet. Seinerzeit befand es sich aus Sicherheitsgründen weitab aller bewohnten Häuser, heute liegt das Bauwerk im Speckenbütteler Park. Das Lager bestand aus einem scheunenartigen Holzgebäude, das von einem 3 m hohen Schutzwall mit vorgelagertem Wassergraben umgeben war. Die ungesicherte Holzbauweise entspricht einem Friedensmagazin, innerhalb der eigentlichen Forts waren beschußfeste Kriegsmagazine eingerichtet. Im Pulverschuppen lagerte das Militär über viele Jahre Pulver und Geschosse für die vier Forts in der Wesermündung. Wann die Nutzung als Munitionslager endete ist nicht bekannt, sie dürfte jedoch mit dem Ende der Verwendung der Festungen zusammengefallen sein.

 Ab 1945: 
Nach dem II. Weltkrieg vermietete die Stadtverwaltung das Friedenspulvermagazin an einen Händler, der den Schuppen als Warenlager nutzte. In der Folgezeit entstanden diverse Anbauten, auch am Schuppen selber wurden einige Modernisierungen durchgeführt. Erst 1990 entdeckte die Öffentlichkeit die ursprüngliche Bedeutung des Magazins wieder. Inzwischen sind die Schuppenanbauten auf drei Seiten des historischen Gebäudes entfernt worden, somit besteht heute wieder ein weitgehender Originalzustand.

 Zustand: 
Das Pulvermagazin befindet sich in einem sehenswerten Zustand. Erdwall und Wassergraben umschließen noch zu zwei Dritteln ihres ursprünglichen Umfangs das Areal. An der Westwand des Schuppens steht ein modernerer bewohnter Anbau, die anderen Seiten des Gebäudes sind im ursprünglichen Zustand erhalten.

 Zugang: 
Auf dem Schutzwall um das Magazin ist ein Gehweg vorhanden, so kann die Anlage von allen Seiten gut eingesehen werden.

 Hinweis: 
In diesem Buch ist ein Bericht über das Pulvermagazin enthalten:
Titel: Bremerhavener Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 9
Autor: Hartmut Bickelmann
Verlag: Stadtarchiv Bremerhaven
ISBN: 3-923851-14-6
Blick aus der Vogelperspektive mit Google Maps,
das Friedenspulvermagazin:

Google Maps

Fotos:

Pulvermagazin
Das Pulvermagazin Bremerhaven-Speckenbüttel, umgeben von einem Schutzwall.

Andere Seite
Blick von der anderen Seite

 
Der Fliegerhorst Weddewarden wird auf einer separaten Seite vorgestellt
Karte
Maßstab
 
Karte
Maßstab
 
Quellenangabe:
- Hartmut Bickelmann: Bremerhavener Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 9
- Karlheinz M. Reichert: Marine an der Unterweser
 
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