Bis 1945: Zwischen den damaligen Dörfern Baden und Uesen fand sich
ein geeignetes Gelände. Die Reichsmarineverwaltung erwarb hier
gut 50 ha Dünenland. An der Nordseite verlief die Eisenbahnstrecke
Bremen - Hannover. Die Weser war nur wenige hundert Meter in südlicher
Richtung entfernt. Damit waren auch die Verkehrsanbindungen bestens
für Bau und Betrieb der Anlage geeignet. Nach Ende des I. Weltkrieges hatte man die Bunker Nr. 12 und 14 verschrottet. Der Rest blieb jedoch in Betrieb, diente nun aber zivilen Zwecken. Firmen aus der Ölbranche nutzen die Anlage zur Einlagerung von Heizöl. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten begann
schon bald die massive Aufrüstung des deutschen Militärs.
So dauerte es nicht mehr lange, bis auch das Tanklager Baden wieder
militärisch genutzt werde sollte. Ab 1936 ist auf Veranlassung
durch die Kriegsmarine eine deutliche Vergrößerung der
Anlage durchgeführt worden. Die Grundfläche verdoppelte
sich auf über 110 ha. Für den laufenden Betrieb und Unterhaltungsarbeiten im Tanklager hatte man auch Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt. Am Südwestrand des Geländes stand ein Lager zur Unterbringung dieser Menschen. Das Kriegsmarine-Tanklager Baden ist nicht von den Alliierten bombardiert worden. So konnte der Betrieb bis zum Kriegsende ungestört fortgeführt werden. Ein Befehl zur Sprengung der Anlage wurde von der Betriebsleitung nicht umgesetzt. Mit dem Einmarsch britischer Einheiten endete am 21. April 1945 der II. Weltkrieg für diese Gegend. Ab 1945: Mit der Aufstellung der Bundeswehr fiel das ehemalige Tanklager
auch wieder in das Blickfeld der Militärs. Es wurde allerdings
nicht mehr als Treibstoffdepot benötigt. Statt dessen sollte
an der Nordseite des Areals eine Kaserne entstehen. Das restliche
Gelände eignete sich zum Standortübungsplatz. Die Garnison Achim sollte hauptsächlich ein Standort
der Heeres-Flugabwehrtruppe werden. Am 8. Dezember 1957 marschierte
das Panzerflugabwehrkanonenartilleriebataillon 3 von Schleswig kommend
in seine neuen Heimat ein. Diese Verband sollte bis zur Schließung
der Kaserne Hausherr bleiben. Allerdings ergaben sich im Laufe der
Jahrzehnte einige Veränderungen. Neben der Heeres-Flugabwehr waren über die Jahrzehnte
unterschiedliche weitere Einheiten in Achim beheimatet. Die interessanteste
Episode betraf die Pioniere. Im April 1962 wurde in der Steuben-Kaserne
die Flußpionierkompanie (FlußPiKp) 731 des Territorialheeres
aufgestellt. Die Einheit verfügte anfangs über Sicherungsboote,
mit denen auf der Weser Patrouille gefahren werden konnte. Weiterhin
verfügte sie über Flußfähren vom Typ Mannheim.
Später waren nur noch die Fähren im Einsatz. Die Boote
fanden im alten Ölhafen ihren Liegeplatz. 1972 wurde die Ziffer
in FlußPiKp 831 geändert, ab 1980 hieß es schließlich
FlußPiKp 800. Als Haupteinsatzraum für die Fähren
war aber bereits seit geraumer Zeit der Rhein eingeplant. So ist
die Einheit konsequenterweise im Juli 1980 nach Neuwied in Rheinland-Pfalz
verlegt worden. Im Jahre 2003 wurde die Garnison Achim mit allen noch vorhandenen Truppenteilen aufgelöst. Während der Ölhafen schon seit Jahrzehnten eine zivile Nutzung erfährt, werden für Kaserne, Mob-Stützpunkt und Standortübungsplatz noch Konzepte entwickelt. Vermutlich wird man die ersten beiden durch ein neues Wohngebiet ersetzen. Der Übungsplatz könnte dagegen als Park in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Zustand: Zugang: Hinweis: |
Dunkelgrau eingezeichneten die 34 Treibstoffbehälter.
Sie sind heute nicht mehr vorhanden.

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Innerhalb der Steuben-Kaserne sind verschiedene historische Betriebsgebäude erhalten und in Nutzung geblieben | ![]() |
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| Dieser größere alte Bau diente später der Standortverwaltung | ||
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| Ein Haus der Wasserversorgung auf dem Standortübungsplatz | Einer von zwei Wasserbehältern | Eine Trafostation außerhalb der Kaserne |
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| Auf dem Gelände des ehemaligen Arbeiterlagers ist an diesem Haus der Ursprung als Baracke erkennbar | |
Bundeswehr |
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| Haupttor der Steuben-Kaserne | Der Mob-Stützpunkt vor der Kaserne |
Quellenangabe:
- Niedersächsisches Umweltministerium: Gefährdungsabschätzung von Rüstungsaltlasten in Niedersachsen
- Achimer Geschichtshefte - Sven Heitkamp, Harald Willenbrock: Das Badener Öllager
- Lk Verden: 900 Jahre Achim / Bernd Saatzen: Soldaten in Achim
- Bundeswehr Achim: Standort Achim
- Axel Köhler: Der Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges am Beispiel des heutigen Landkreises Verden
- Verein Altes Öllager e.V.: http://www.altes-oellager.de
- Henning Bendler: http://www.oelhof.de
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