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| Rubrik: Tanklager | Translation: |
| Das Kriegsmarine-Tanklager Achim-Baden | |
| Bis
1945: Die Kaiserliche Kriegsmarine war 1913 bei Schiffsneubauten in der Antriebstechnik von Kohlen- auf Ölbefeuerung umgestiegen. Während des I. Weltkrieges begannen die Planungen für Treiböllager, die geschützt im Hinterland eingerichtet werden sollten. Im Jahre 1917 begannen die Arbeiten an zwei dieser Depots. Neben dem Ölhof Bleckede an der Elbe entstand auch an der Weser eine gleichartige Anlage - das Öllager Baden bei Achim. Zwischen den damaligen Dörfern Baden und Uesen fand sich ein
geeignetes Gelände. Die Reichsmarineverwaltung erwarb hier gut
50 ha Dünenland. An der Nordseite verlief die Eisenbahnstrecke
Bremen - Hannover. Die Weser war nur wenige hundert Meter in südlicher
Richtung entfernt. Damit waren auch die Verkehrsanbindungen bestens
für Bau und Betrieb der Anlage geeignet. Nach Ende des I. Weltkrieges hatte man die Bunker Nr. 12 und 14 verschrottet. Der Rest blieb jedoch in Betrieb, diente nun aber zivilen Zwecken. Firmen aus der Ölbranche nutzen die Anlage zur Einlagerung von Heizöl. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten begann schon
bald die massive Aufrüstung des deutschen Militärs. So dauerte
es nicht mehr lange, bis auch das Tanklager Baden wieder militärisch
genutzt werde sollte. Ab 1936 ist auf Veranlassung durch die Kriegsmarine
eine deutliche Vergrößerung der Anlage durchgeführt
worden. Die Grundfläche verdoppelte sich auf über 110 ha. Für den laufenden Betrieb und Unterhaltungsarbeiten im Tanklager hatte man auch Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt. Am Südwestrand des Geländes stand ein Lager zur Unterbringung dieser Menschen. Das Kriegsmarine-Tanklager Baden ist nicht von den Alliierten bombardiert worden. So konnte der Betrieb bis zum Kriegsende ungestört fortgeführt werden. Ein Befehl zur Sprengung der Anlage wurde von der Betriebsleitung nicht umgesetzt. Mit dem Einmarsch britischer Einheiten endete am 21. April 1945 der II. Weltkrieg für diese Gegend. Ab 1945: Mit der Aufstellung der Bundeswehr fiel das ehemalige Tanklager auch
wieder in das Blickfeld der Militärs. Es wurde allerdings nicht
mehr als Treibstoffdepot benötigt. Stattdessen sollte an der Nordseite
des Areals eine Kaserne entstehen. Das restliche Gelände eignete
sich zum Standortübungsplatz. Die Garnison Achim sollte hauptsächlich ein Standort der Heeres-Flugabwehrtruppe
werden. Am 8. Dezember 1957 marschierte das Panzerflugabwehrkanonenartilleriebataillon
3 von Schleswig kommend in seine neue Heimat ein. Dieser Verband sollte
bis zur Schließung der Kaserne Hausherr bleiben. Allerdings ergaben
sich im Laufe der Jahrzehnte einige Veränderungen. Neben der Heeres-Flugabwehr waren über die Jahrzehnte unterschiedliche
weitere Einheiten in Achim beheimatet. Die interessanteste Episode
betraf die Pioniere. Im April 1962 wurde in der Steuben-Kaserne die
Flußpionierkompanie (FlußPiKp) 731 des Territorialheeres
aufgestellt. Die Einheit verfügte anfangs über Sicherungsboote,
mit denen auf der Weser Patrouille gefahren werden konnte. Weiterhin
verfügte sie über Flußfähren vom Typ Mannheim.
Später waren nur noch die Fähren im Einsatz. Die Boote fanden
im alten Ölhafen ihren Liegeplatz. 1972 wurde die Ziffer in FlußPiKp
831 geändert, ab 1980 hieß es schließlich FlußPiKp
800. Als Haupteinsatzraum für die Fähren war aber bereits
seit geraumer Zeit der Rhein eingeplant. So ist die Einheit konsequenterweise
im Juli 1980 nach Neuwied in Rheinland-Pfalz verlegt worden. Im Jahre 2003 wurde die Garnison Achim mit allen noch vorhandenen Truppenteilen aufgelöst. Während der Ölhafen schon seit Jahrzehnten eine zivile Nutzung erfährt, werden für Kaserne, Mob-Stützpunkt und Standortübungsplatz noch Konzepte entwickelt. Vermutlich wird man die ersten beiden durch ein neues Wohngebiet ersetzen. Der Übungsplatz könnte dagegen als Park in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Zustand: Der größere Teil des früheren Tanklagers, der ehemalige Standortübungsplatz, kann heute frei begangen werden. Die Steuben-Kaserne und der Ölhafen sind dagegen nicht zugänglich. |
Blick
aus der Vogelperspektive mit Google Maps: Fotos:
![]() Im Ölhafen das alten Pumpenhaus |
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| Arbeiterlager: | Bundeswehr: | |||
![]() Auf dem Gelände des ehemaligen Arbeiterlagers ist an diesem Haus der Ursprung als Baracke erkennbar |
![]() Haupttor der Steuben-Kaserne |
![]() Der Mob-Stützpunkt vor der Kaserne |
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| Dunkelgrau eingezeichneten die 34 Treibstoffbehälter. Sie sind heute nicht mehr vorhanden. ![]() |
| Quellenangabe: - Niedersächsisches Umweltministerium: Gefährdungsabschätzung von Rüstungsaltlasten in Niedersachsen - Achimer Geschichtshefte - Sven Heitkamp, Harald Willenbrock: Das Badener Öllager - Lk Verden: 900 Jahre Achim / Bernd Saatzen: Soldaten in Achim - Bundeswehr Achim: Standort Achim - Axel Köhler: Der Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges am Beispiel des heutigen Landkreises Verden - Verein Altes Öllager e.V.: http://www.altes-oellager.de - Henning Bendler: http://www.oelhof.de |
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