![]() |
|
| Rubrik: Luftabwehr | Translation: |
| Die Hawk-FlaRak-Stellung Borstel (NL) | |
| Relikte
des Kalten Krieges: Grundsätzliches über die Elemente und das Zusammenwirken im NATO-Luftverteidigungsgürtel ist auf der Themenseite nachzulesen. Über die Verbände und Stellungen des FlaRak-Systems Hawk sowie die Entwicklung dieser Waffe berichtet eine weitere Seite. Die Einsatzmittel einer Batterie sind auf der Seite aktive Stellung aufgelistet. Die grundlegende Aufteilung einer Hawk-Stellung ist auf der Seite über die Stellung Lichtenmoor nachzulesen. Hier soll auf die Besonderheiten einer niederländischen Stellung eingegangen werden. Im Rahmen des Aufbaus des NATO-FlaRak-Gürtels in Deutschland
wurde das Gebiet zwischen Nienburg und Mittellandkanal als Luftverteidigungs-Sektor
60 festgelegt. In diesem Sektor sollte die Niederländische Luftwaffe
vier FlaRak-Stellungen mit dem System Hawk einrichten. Zwei der Stellungen
waren ostwärts angesiedelt, sie bildeten die sogenannte 1st Row.
Ein geeigneter Standort mit freiem Radar-Blickfeld Richtung Osten fand
sich auf der 101 m hohen Erhebung Hüttenberg im Grinderwald. Die Anlage auf dem Hüttenberg lag 2 km südwestlich der Ortschaft Borstel. Die Militäranlage war über eine rund 2,7 km lange Zufahrtstraße von der Bundesstraße 6 erreichbar. Das Gelände befand sich in einem dicht bewachsenen Waldgebiet und lag weit abseits von Bebauung und Durchgangsstraßen. So war die Stellung selbst im umgebenden Landkreis vielen Menschen nicht bekannt. Eine Einsatzstellung für das FlaRak-System Hawk verlangte eine
Infrastruktur, die bei allen einsetzenden Nationen in ihren Grundzügen
gleich war. In der jeweiligen Ausführung ergaben sich jedoch diverse
Unterschiede. Von 1967 bis 1994 konnte die 500. Squadron ihren Einsatz in Borstel durchführen. Nach Ende des Kalten Krieges entfiel der Sinn für die Stationierung niederländischer Luftabwehrtruppen in Deutschland. So folgten bald einige Umstellungen. Die 500 Sqn wurde im Juli 1994 mit der 326 Sqn aus Blomberg (NRW) vereinigt. Diese Squadron hatte ihre Einsatzstellung bislang auf dem Berg Velmerstot bei Horn-Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen. Sie war seit 1990 mit dem FlaRak-System Patriot ausgerüstet. Durch die Zusammenlegung der beiden Squadrons entstand die 801 Sqn. Die mit zwei verschiedenen Systemen ausgerüsteten Einheiten bezeichnete man als Triad-Squadrons. Zeitgleich mit der Fusion verlegte die 801 Sqn zurück in die Niederlande nach De Peel. Mit dem Abzug die Niederländer wurde im Juli 1994 auch die Stellung
Borstel aufgegeben. Nur die feste Infrastruktur blieb stehen, der Rest
ist fortgeschafft worden. So verschwanden seinerzeit schon die Stahlblechhallen
und weitere Feldhäuser. Eine Nachnutzung folgte nicht, so verfiel
die Anlage langsam. Die Vegetation überwucherte allmählich
die vorher überwiegend gering bewachsene Anlage. Die Liegenschaft
wurde über viele Jahre als "Abenteuerspielplatz" mißbraucht.
Durch den sich daraus ergebenden Vandalismus nahmen fast alle Teile
der Stellung enormen Schaden. Zustand: Zugang: Hinweis: |
Blick
aus der Vogelperspektive mit Google Maps: Fotos:
|
|||
![]() Blick durch den Flur des Bereitschaftsgebäudes |
![]() Der Zugang zu diesem Röhrenbunker ist völlig zugewachsen |
![]() Auffahrt auf den Radarwall, der Weg verzweigt zu den Standplätzen der einzelnen Geräte. |
![]() Hier zeigt sich die beachtliche Höhe des Walls |
![]() Einer von fünf Standplätzen für Radar |
![]() In diesem Generatorengebäude waren Stromerzeuger abgestellt, welche die Radargeräte versorgen konnten. |
![]() Das Munitionslagerhaus zur Deponierung der Stinger-Flugabwehrraketen zur Nahbereichsverteidigung. |
![]() Der Bau hatte eine Lagerkapazität von 1.000 kg Explosivmittel |
![]() Innenansicht |
![]() Ein Abstellplatz hinter der Sektion Alpha |
![]() Über diese Verladerampe konnten Geräte auf LKW und Anhänger gefahren werden |
![]() Das Generatorengebäude Typ II der Sektion Alpha |
![]() Eine von sechs Launch-Pads. Hier stand ein Abschußgestell mit drei Flugkörpern, geschützt durch einen aufklappbaren Wetterschutz. |
![]() Zu den Abschußplätzen führten aufklappbare Kabelschächte |
|
![]() |
| Quellenangabe: - Rinus Nederlof: Blazing Skies |
||
| Copyright: © by "Relikte in Niedersachsen und Bremen", siehe Seite "Info". | Seitenanfang | |