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| Rubrik: Luftabwehr | Translation: |
| Die Nike-FlaRak-Stellung Bad Essen (NL) | |
| Relikte
des Kalten Krieges: Grundsätzliches über die Elemente und das Zusammenwirken im NATO-Luftverteidigungsgürtel ist auf der Themenseite nachzulesen. Über die Verbände und Stellungen des FlaRak-Systems Nike sowie die Entwicklung dieser Waffe berichtet eine weitere Seite. Die grundlegende Aufteilung einer Nike-Stellung ist auf der Seite über die Stellung Ristedt nachzulesen. Hier wird über eine Einsatzstellung in außergewöhnlicher Beschaffenheit berichtet. Die Niederländische Luftwaffe baute vier Stellungen in der ostwärtigen
1st row des Nike-Gürtels auf. Diese wurden von Squadrons der 1.
Groep Geleide Wapens belegt, welche ihr Hauptquartier in Münster-Handorf
(NRW) hatte. Eine Stellung sollte am Nordrand des Wiehengebirges entstehen.
Der Höhenzug bot einige Möglichkeiten, den Radargeräten
einen großen Horizont zu geben. Für den Abschußbereich
sollte dagegen im nördlich an die Höhenzüge anschließenden
Flachland eine passende Stelle gefunden werden. Die höchste Erhebung im vorgesehenen Gebiet war mit 195 m der
Westerberg, rund 2 km südlich von Bad Essen. Hier konnte die Feuerleitstellung
bzw. Integrated Fire Control (IFC) gebaut werden. Richtung Osten und
Süden standen jedoch größere Berge, welche den Rundumblick
eingeschränkten. So entschied man sich, mit großem baulichem
Aufwand eine Brückenrampe zum Abstellen der Radargeräte aufzubauen.
Die Konstruktion sorgte für einen Höhezugewinn von über
10 m. Über eine geschwungene Auffahrt konnten die Geräte
auf ihrem Fahrgestell zu den Standplätzen geschleppt werden. Oben
auf der Plattform gab es verschiedene Ausbuchtungen und Nischen, damit
die Geräte ohne einander zu behindern bewegt werden konnten. Der
Unterbau wurde genutzt, um das Bereitschaftsgebäude der Stellung
in die Stahlbetonkonstruktion zu integrieren. Für den Abschußbereich bzw. Launcher Area (LA) konnte nördlich
der IFC ein Grundstück erworben werden. Es lag rund 1 km nördlich
des Dorfes Brockhausen. Hierbei ist der zweite außergewöhnliche
Punkt der Stellung Bad Essen zu finden. IFC und LA liegen Luftlinie
knapp 5 km auseinander. Beide Bereiche mußten über Kabel
miteinander in Verbindung stehen. Rechnet man die Höhenmeter und
die aus geographischer Sicht notwenigen Zusatzmeter hinzu, kommt man
auf die Maximallänge der Verbindungsleitungen; mehr als 5.500
m waren nicht möglich. Darüber hinaus war auf dem Weg auch
noch der Mittellandkanal zu überwinden. Hausherr in der Stellung Bad Essen wurde die 121 Squadron. Die Einheit
ist 1965 in Vörden aufgestellt
worden. Von dort verlegte sie zunächst in die Britischen Roberts-Barracks
nach Osnabrück, der alten Winkelhausen-Kaserne. Dieser Standort
war jedoch als nur vorübergehend gedacht. Bad Essen traf jedoch das Schicksal, die kürzeste Nutzungsdauer
aller Nike-Stellungen der Niederländer zu erreichen. Aus finanziellen
Gründen sah sich das Niederländische Verteidigungsministerium
gezwungen, Reduzierungen bei den FlaRak-Stellungen durchzuführen.
So wurde die 121 Sqn bereits von Juli 1970 bis Oktober 1972 vorübergehend
deaktiviert. Stellung und Gerät standen weiterhin bereit und wurden
gewartet. Im Krisenfall hätte die Anlage relativ schnell wieder
in Betrieb gehen können. Für zwei der freigezogenen Liegenschaften hat man später
neue Nutzungsmöglichkeiten gefunden. Die Kaserne in Bohmte übernahm
die Bundeswehr. Sie erhielt die Bezeichnung Tiling-Kaserne. Untergebracht
wurde darin das Sanitätsausbildungszentrum 800 des Territorialkommandos
Nord. Hier sind schwerpunktmäßig mobilmachungsbeorderte Ärzte
und Personal von Sanitäts-Geräteeinheiten des Territorialheeres,
insbesondere Reservelazaretten, im Rahmen von Wehrübungen geschult
worden. Nach Ende des Kalten Krieges konnten alle drei Liegenschaften in eine zivile Nutzung überführt werden. Aus der Tiling-Kaserne wurde ein Wohngebiet. Das Munitionsdepot Brockhausen stand fortan als Lagerfläche der Landwirtschaft zur Verfügung. In den 1990er Jahren ist die IFC zu einer Jugendbegegnungsstätte umgebaut worden. Zustand: Zugang: Hinweis: Über die Niederländischen Groepen Geleide Wapens in Deutschland
ist ein interessantes Buch erschienen: |
Blick
aus der Vogelperspektive mit Google Maps: IFC: Fotos:
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| Feuerstellung - Launcher Area (LA): | Kaserne in Bohmte: | |||
![]() Das Tor der Liegenschaft |
![]() Heute stehen Munitionsbunker auf dem Gelände |
![]() Die frühere Haupteinfahrt der Kaserne Bohmte |
![]() Im ehemaligen Betriebsbereich der Kaserne residiert heute der DRK-Ortsverband Bohmte |
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| Quellenangabe: - Rinus Nederlof: Blazing Skies - Wilhelm von Spreckelsen, Wolf-Jochen Vesper: Blazing Skies - Karl-Anweiler: Fahrzeugtypenkatalog der Bundeswehr - Nike-Ajax / Nike-Hercules - R. Goerigk - A. van Minderhoud - H. Siewert - R. Erkelens |
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