Relikte.com
Zur StartseiteInfo über diese WebsiteÜbersicht der LiegenschaftenRelikte durchsuchenLiteratur-DatenbankHyperlink-DatenbankKontakt zum Webmaster
Rubrik: Munitionsproduktion Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Die Luftwaffen-Munitionsanstalt 4/XI Höfer
 Bis 1945: 
Die offizielle Bezeichnung der hier vorgestellten Anlage lautete Luftwaffen-Munitionsanstalt 4/XI Höfer. Die römische Ziffer XI steht für das Luftgaukommando XI, beheimatet in Hannover, später Hamburg. Der größte Teil des heutigen Niedersachsen gehörte zu diesem Gau. Gebräuchlich waren die Kurzbezeichnungen Muna Höfer und Muna Aschenberg.

Der Ort Höfer liegt 13 km nordöstlich der Innenstadt von Celle. Die Muna entstand 3 km nördlich des Dorfes, im Gebiet der Erhöhung „Aschenberg“. Im Großraum Celle kam es zu einer erstaunlichen Verdichtung von Munitionsanstalten. Alle drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht waren hier zu finden. 11 km westlich lag die Heeres-Munitionsanstalt Celle, und 10 km nördlich das Marine-Sperrwaffenarsenal Starkshorn. Etwas weiter entfernt, gut 20 km westlich, ist auch eine Luft-Hauptmuna angesiedelt gewesen, die Luftwaffen-Hauptmunitionsanstalt 1/XI Hambühren.
Seit 1911 gab es im Umfeld von Höfer ein Bergwerk mit den Schächten „Mariaglück“ und „Habighorst“. Für deren Betrieb ist 1912 vom Bahnhof Beedenbostel ein Stichgleis zu beiden Schachtgeländen gelegt worden. Durch Beedenbostel verlief die Strecke der Kleinbahn Celle - Wittingen. Damit existierte in der näheren Umgebung eine Anbindung an das Eisenbahnnetz, seinerzeit für Bau und Betrieb der Muna eine unabdingbare Voraussetzung.

Die Nationalsozialisten hatten Anfang 1933 die Macht in Deutschland übernommen. Bislang war dem Land als Folge des I. Weltkrieges nur eine Armee von kleinem Umfang zugestanden, dies regelte der 1919 beschlossene Friedensvertrag von Versailles. Die neue Regierung beschloß sogleich Programme zur massiven Aufrüstung.
Schon 1934 begannen die Vorbereitungen zum Aufbau der Muna Höfer. Die eigentlichen Bauarbeiten starteten im folgenden Jahr. Damit gehörte sie zu den in der ersten Welle entstandenen Munitionsanstalten im Deutschen Reich.

In der Südostecke des Areals wurde der Verwaltungsbereich aufgebaut. Hier sperrte die Hauptwache der Dienststelle mit einem Tor die heutige Kreisstraße 73 ab. Der Durchgangsverkehr von Höfer nach Scharnhorst mußte das Objekt westlich über Habighorst umfahren. Die Verwaltung bestand aus der Kommandantur, einem Unterkunftsblock, Küche und Heizwerk. Auch Garagen, Werkstätten und weitere für den Betrieb erforderliche Bauten sind hier angesiedelt gewesen.
Ein Flügel der Kommandantur wies zwei Geschosse auf. Alle anderen Gebäude waren eingeschossig. In Höfer läßt sich die Errichtung von Bauwerken nach standardisierten Typen erkennen. Da die Anstalten weitgehend gleiche Aufgaben hatten, war diese Vorgehensweise sinnvoll. So entspricht die hiesige Kommandantur der in der Luftmuna Lenglern. Eine Unterkunft sowie das Heizhaus finden identische Gegenstücke in der Luftmuna Harpstedt. Nördlich anschließend folgte der Arbeitsbereich. Hier befanden sich die Arbeitshäuser, in denen Munition fertiggestellt werden konnte. Auch mehrere Lagerhäuser sind in dem Umfeld errichtet worden.
Von der oben genannten Eisenbahnstrecke legte man ab dem Bahnhof Höfer ein Anschlußgleis Richtung Muna. Es führte am Ostrand der Liegenschaft in die Anstalt. Einige Arbeits- und Lagerhäuser standen hier direkt am Gleis. Der Munitionsanstalt wurden eigene Lokomotiven für den Rangierdienst zugewiesen. Zuerst, ab 1936, eine kleinere Lok des Typs A6M220R von Deutz. 1941 folgte eine größere Lokomotive der Baureihe V 36.
Auffällig ist ein außerhalb liegendes Stichgleis, das 500 m südlich der Muna abzweigte. Es war mit Tarnnetzen gegen Luftaufklärung geschützt. Vermutlich sollte somit einer Gefährdung des Bahnhofs Höfer begegnet werden. Man war auf dieses Problem spätestens im Juli 1940 aufmerksam geworden. Da erfolgte im Bahnhof Harpstedt, wenige Kilometer von der dortigen Muna entfernt, ein Fliegerangriff der Alliierten auf einen abgestellten Munitionszug. Bei der Explosion kam es zu zwei Todesfällen und zahlreichen Schäden am Bahnhofsgebäude und weiteren Häusern in der Umgebung.
Die Auslegung der Muna Höfer läßt vermuten, daß sie in zwei Schritten aufgebaut worden ist. Westlich von den vorgenannten Bereichen hat man den ersten Lagerbereich angesiedelt. Dort wurden Munitionshäuser mit einer Lagerkapazität von 20 t Explosivstoffen auf 150 m² Nutzfläche (MH 20 t) errichtet. Diese waren in massiver Betonbauweise ausgeführt und verfügten über einen Eingang. Eine spätere Erweiterung erfolgte durch größere Munitionshäuser mit 30 t Lagerkapazität auf 250 m² (MH 30 t). Sie entstanden hauptsächlich in der nördlichen Hälfte und in den Randbereichen. Deren Außenwände waren mit Backsteinen gemauert. Sie wiesen zwei Zugänge auf. Die dritte Kategorie sind die deutlich kleineren massiven Zünderhäuser mit lediglich 50 m² Nutzfläche gewesen.
Im Regelfall baute man einen Teil der Bunker auf erhöhter Position, mit einer Verladerampe an der Vorderseite. Die übrigen standen ebenerdig. Über die jeweiligen Zahlen der Munitionshäuser liegen keine genaueren Angaben vor. Es sind fast 100 MH der drei Kategorien vorhanden gewesen. Üblicherweise waren in Luftmunas 12 davon Zünderhäuser.
Die meisten Munitionsbunker bekamen eine Erdüberdeckung, die begrünt wurde. Das Areal war zum Teil bereits bewaldet. Um die Tarnung gegen feindliche Luftaufklärung zu erhöhen, hat man zahlreiche weitere Bäume gepflanzt. Allerdings zeigen Luftbilder selbst aus dem letzten Kriegsjahr neben vielen gut überwachsenen Bunkern weitere völlig frei stehende Bauten.
Im endgültigen Stand verfügte die Muna über eine Grundfläche von gut 140 ha. Auf halber Strecke zwischen der Anstalt und dem Dorf Höfer entstand ein Außenlager, genannt „Waldlager“. Hier errichtete man Holzschuppen, in denen weitere luftwaffentypische Ausrüstung deponiert wurde, z.B. Flakscheinwerfer und Fallschirme.

Die Hauptaufgabe der Munitionsanstalt Höfer war die Lagerung und erforderlichenfalls Bezünderung verschiedener Kampfmittel zur Verwendung durch die Luftwaffe. Typisch für diese Teilstreitkraft waren Abwurfmittel, hauptsächlich Bomben, sowie Patronen für Bordwaffen der Flugzeuge. Zur Zeit des III. Reiches gehörten auch Luftlandetruppen zur Luftwaffe. Für deren Bedarf erfolgte in Höfer der Umschlag von infanteristischen Kampfmitteln, wie Patronen für Handwaffen, Minen und Werfergranaten. Kleinere Kaliber sind üblicherweise bereits gebrauchsfertig von der Industrie angeliefert worden. Größere Geschoße und Bomben bekamen in der Muna ihren Zünder.
Bei allen Kampfmitteln erfolgte die Anlieferung per Eisenbahn. Für daran erforderliche Arbeiten standen die Arbeitshäuser bereit. Dort führte man z.B. die Bezünderung von Bomben und Granaten durch. Im Lagerbereich konnte ein umfangreicher Bestand deponiert werden. Nach Anforderungen durch die verwendende Truppe wurden die Chargen zusammengestellt und für den Versand vorbereitet. Der Abtransport erfolgte wiederum per Eisenbahn zu den verschiedenen Nutzern, die sich zum großen Teil in den besetzten Ländern Europas befanden.
Der Umgang mit der Munition war gefährlich. Es wird von mindestens zwei Explosionsunglücken berichtet, bei denen 20 Menschen ihr Leben verloren.

Unmittelbar südlich vor dem Haupttor der Muna ist eine kleine Wohnsiedlung aufgebaut worden. Dort fand das Führungspersonal der Dienststelle, einschließlich ihrer Familien, Wohnraum nahe dem Arbeitsplatz. Für den stellvertretenden Kommandanten und den Zahlmeister gab es jeweils ein freistehendes Gebäude. Dazu kamen drei Häuser für Feuerwerker. Der Muna-Kommandant hatte sein Wohnhaus innerhalb des Verwaltungsbereiches der Anstalt.
Zum Aufbau der Munitionsanstalt waren zahlreiche Arbeitskräfte erforderlich. Genauere Angaben darüber liegen nicht vor. Es ist davon auszugehen, daß viele Menschen aus der Umgebung hier Arbeit fanden. Üblich ist aber auch die Dienstverpflichtung weiterer Kräfte aus entfernteren Gegenden. Zu deren Unterbringung entstand ein Barackenlager, südlich an die Wohnsiedlung angrenzend.
Der Beginn des II. Weltkrieges brachte gravierende Veränderungen. Der Betrieb der Anstalt wurde nun schnell hochgefahren. Damit stieg auch der Bedarf an Arbeitskräften. Nachdem die Wehrmacht in immer mehr europäische Länder einmarschierte, wurden dort Arbeitskräfte angeworben. Da deren Freiwilligkeit beschränkt war, ist zunehmend Zwang ausgeübt worden. Schließlich hat man auch Kriegsgefangene, insbesondere der sowjetischen Armee, für Arbeiten im Reichsgebiet herangezogen. Dementsprechend waren nun im Umfeld der Muna in Baracken Fremdarbeiterlager und Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Mehrere hundert Kräfte befanden sich in der Anstalt während des Krieges im Einsatz.

Den Alliierten ist die Existenz der Muna Höfer sehr wohl bekannt gewesen. Gezielte Luftangriffe wurden jedoch nicht durchgeführt. Dieser Umstand war bei den meisten vergleichbaren Anlagen gegeben. Die Priorität bei Bombenangriffen lag auf Verkehrs-Infrastruktur und Industrie.
Der Betrieb der Anstalt lief somit bis zum Ende des Krieges weitgehend ungestört. Im April 1945 näherten sich britische Truppen dem Raum Celle. Fast alle Munitionsanstalten bekamen in dieser Situation den Befehl zur Selbstzerstörung, damit die Anlage und die Munitionsbestände nicht dem Gegner in die Hände fielen. So geschah es auch in Höfer. Am 12. April 1945 sind die meisten Munitionshäuser mit den darin gelagerten Kampfmitteln gesprengt worden. Am folgenden Tag trafen Teile der britischen 15th (Scottish) Infantry Division in Höfer ein und beendeten den II. Weltkrieg für die Gegend.

 Ab 1945: 
Bald nach Kriegsende begann die British Army mit der Demilitarisierung der Muna Höfer. Zunächst waren die verbliebenen Kampfmittel zu entsorgen. Sehr viele lagen weitgehend unversehrt in den gesprengten Munitionshäusern. Teile brachte man zur Sprengung ins Sperrwaffenarsenal Starkshorn. Der Rest sollte in Höfer vernichtet werden. Es war seinerzeit eine übliche Vorgehensweise, Munition zusammenzutragen und den Stapel zu sprengen. Dabei sind häufig komplette Geschoße und explosive Teile fortgeschleudert worden, ohne zu detonieren. Die Briten führten diese Arbeiten bis 1950 fort. Am Ende stand die Zerstörung der bis dahin noch stehenden Bauten der Muna. Die meisten Gebäude im Verwaltungsbereich blieben verschont, sie konnten fortan zivil hauptsächlich als Wohnraum genutzt werden.

Die erste größere Baumaßnahme auf dem Muna-Gelände wurde Anfang der 1960er Jahre durchgeführt. Die in Celle ansässige Bundesforschungsanstalt für Kleintierzucht richtete in Höfer einen Geflügelversuchshof ein. Dafür hat man westlich an den Verwaltungsbereich angrenzend knapp 12 ha umgewandelt. Die Fläche mußte zunächst von Trümmern und Altlasten bereinigt werden. Anschließend wurden rund 15 Gebäude neu errichtet, hauptsächlich größere Hallen für die Geflügelzucht. Der Hof ist bis Ende der 1990er Jahre in Betrieb gewesen.
Das Objekt bekam 2004 eine neue Nutzung. Der „Filmtier-Park Eschede“ übernahm die gesamte Einrichtung. Seit dem werden hier zahlreiche Tierarten gezeigt. Der Name nennt die Besonderheit: Die meisten der Tiere sind für Film-Aufnahmen ausgebildet.

Der Kalte Krieg sorgte für eine erneute militärische Nutzung des größeren Teils der ehemaligen Munitionsanstalt Höfer. Um auf einen Angriff aus dem Osten vorbereitet zu sein, wurde seit den 1960er Jahren auf Betreiben der NATO eine entsprechende Infrastruktur immer weiter ausgebaut. In dem Zusammenhang entstanden zahlreiche Depots zur Einlagerung von hauptsächlich Munition und Betriebsstoffen. Sie waren vorgesehen zur Verwendung durch die örtlich eingesetzten Korps von Bundeswehr und NATO-Partnern. Deren Bezeichnung lautete in der Bundeswehr Korpsdepot (KDp), und im NATO-Englisch Forward Storage Site (FSTS).
Wo die Verteidigungsabschnitte lagen und welche Korps dort eingeplant waren, zeigt die Seite Heerestruppen in Niedersachsen. Dort erkennt man, daß im hiesigen Raum das I. Korps der Bundeswehr zum Einsatz gekommen wäre. Konkret sollte die 11. Panzergrenadierdivision im Abschnitt nördlich der Aller bis südlich Uelzen stehen. Die Speerspitze der Division war die vorgeschobene Panzerbrigade 33. Deren Verbände hatten ihre Friedensstandorte in drei Garnisonen im näheren Umfeld: Celle-Scheuen, Dedelstorf und Wesendorf. Die innerdeutsche Grenze, damit auch die Trennlinie zwischen NATO und Warschauer Pakt, lag nur 35 km östlich von Höfer. Bis zum Elbe-Seitenkanal, der die erste Verteidigungslinie dargestellt hätte, waren es nur 27 km.
In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurde das „Korpsdepot 168 Scharnhorst“ in der Nordhälfte der alten Anstalt errichtet. Das 2 km nördlich gelegene Scharnhorst war zu der Zeit die korrekte Ortsbezeichnung für den größten Teil der Muna. In den 1960er Jahren hatte man diverse dieser logistischen Objekte sehr weit westlich aufgebaut, bis hin ins Emsland. Der Zeitpunkt der Einrichtung des KDp 168 fiel in eine Phase der Verschiebung Richtung Osten. Man baute nun neue Depots näher an der Verteidigungslinie auf, dafür sind einzelne Depots im Westen an das Territorialheer abgegeben worden. Das hiesige Korpsdepot war das am weitesten östlich gelegene des I. Korps.
Das KDp 168 dehnte sich mit rund 80 ha Grundfläche über mehr als die Hälfte der früheren Muna aus. Zunächst mußten auch hier die Altlasten geborgen und Trümmer beseitigt werden. Die Hauptzufahrt entstand am Ostrand der Liegenschaft. Dahinter ist der kleine administrative Bereich angesiedelt gewesen. Hier befanden sich das Betriebs- und Wachgebäude mit Hundezwinger, sowie KFZ-Abstellhallen und eine Trafostation. Gleich südlich daran anschließend wurde der POL-Bereich eingerichtet. Die Abkürzung steht für Petrol, Oil, Lubricants, also Betriebs- und Schmierstoffe. Dieser bestand aus 9 an der Vorderseite offenen Lagerhallen in Stahl-Bauweise. Darin konnten palettierte Kraftstoffkanister oder aufstehende Stahltanks eingestellt werden. Der Boden war abgesenkt, um austretende Kraftstoffe auffangen zu können.
Am Nordwestrand des Depots hat man den Munitionsbereich aufgebaut. In diesem entstanden 17 neue Munitionsbunker in vier unterschiedlichen Typen. Alle waren in Stahlbeton-Bauweise ausgeführt. Sie bekamen als zusätzlichen Schutz eine Erdüberdeckung. Diese wurde bepflanzt, so ergab sich eine gute natürliche Tarnung. Ergänzend ist die freistehende Vorderseite mit einem Tarnanstrich versehen worden. In der Bundeswehr lautet die Bezeichnung dieser Bunker Munitionslagerhaus (MLH). Zusätzlich zeigt eine Ziffer die Quadratmeter der Nutzfläche. Im Korpsdepot Scharnhorst standen: Zwei MLH 25, drei MLH 50, vier MLH 90 und acht MLH 180. Die beiden kleinen Bunkertypen verfügten über ein bzw. zwei kleine Tore von lediglich 2 m Breite. Die beiden größeren hatten dagegen große Schiebetore, durch die Feldarbeits- und Feldumschlaggeräte einfahren konnten. Der Mun-Bereich war aus Sicherheitsgründen separat abgezäunt. Der Zutritt erfolgte aus Richtung Administration über ein separates Tor, neben dem ein kleines Wach- und Aufenthaltshaus stand.
Das gesamte Korpsdepot verfügte über eine große ungenutzte Fläche. Der konkrete Zweck ist nicht erkennbar. Eine Freihaltung als Reservefläche für mögliche bauliche Erweiterungen ist aufgrund der Nähe zur Verteidigungslinie nicht sehr wahrscheinlich. Auf jeden Fall wäre hier eine aufgelockerte Unterbringung von z.B. Teilen eines Brigade-Versorgungspunktes möglich gewesen.
Das KDp 168 Scharnhorst nahm offiziell am 1. Oktober 1979 seinen Dienst auf. Vor Ort kümmerten sich nur einzelne Soldaten und ein paar Zivilbeschäftigte um den laufenden Betrieb. Dieser bestand hauptsächlich aus Maßnahmen zur Erhaltung der Anlage sowie der eingelagerten Betriebsstoffe und Munition. Um die Bestände verwendungsfähig zu halten, wurde von Zeit zu Zeit an verbrauchende Truppen abgegeben und neues deponiert.
Nach Ende des Kalten Krieges entfiel der Bedarf für militärische Infrastruktur, die sich an der Verteidigung der Bundesrepublik in ihren alten Grenzen orientierte. Als Folge ist 1994 die bisherige Struktur der Korpsdepots aufgelöst worden. Das hiesige Objekt unterstellte die Bundeswehr nun temporär dem Munitionshauptdepot Walsrode als Materialaußenlager. Ende 1997 war endgültig Schluß mit der militärischen Nutzung des Objektes.

Im Jahre 2003 erwarb die Escheder Sand-Aufbereitung GmbH das gesamte ehemalige Depot. Sie betreibt bis heute auf der Fläche den Abbau von Sanden für die Bauindustrie. Bereits ein paar Jahre später wurde der Mun-Bereich ausgegliedert und separat verkauft. Dort gab es im Laufe der Zeit mehrere Besitzerwechsel, einschließlich Zwangsversteigerungen.

 Zustand: 
Im ehemaligen Verwaltungsbereich und der Wohnsiedlung sind noch heute mehrere Gebäude der früheren Munitionsanstalt aufzufinden. Die Bauweise läßt meist die Historie eindeutig erkennen. Angrenzend kann ein überdeckter Schießstand besichtigt werden, der erstaunlicherweise die Zeiten einigermaßen komplett überdauert hat. Im westlich anschließenden Lagerbereich findet man diverse Trümmer von gesprengten Munitionshäusern. Auf der Fläche des Korpsdepots sind nahezu sämtliche Spuren aus Zeiten der Muna verschwunden. Dafür ist der Mun-Bereich des KDp ein interessantes Beispiel aus der Epoche des Kalten Krieges.

 Zugang: 
Der Verwaltungsbereich der früheren Munitionsanstalt Höfer und die westlich anschließende Fläche sind frei zugänglich, ausgenommen natürlich die Privatgrundstücke. Fast alle weiteren Bereiche sind dagegen abgesperrt.

 Hinweis: 
Zwei weitere Seiten widmen sich der Muna Höfer. Geschichtsspuren.de:
https://www.geschichtsspuren.de/artikel/ruestungsproduktion-lagerung-versorgung/78-luftmunitionsanstalt-hoefer.html
Und der Blog Found-Places:
https://found-places.blogspot.com/2014/04/luftmunitionsanstalt-am-aschenberg-hofer.html

Blick aus der Vogelperspektive mit Google Maps:
Google Maps

Fotos:

Wache
Das Wachgebäude stand seinerzeit unmittelbar hinter dem Haupttor

Kommandantur
Die Kommandantur der Muna Höfer

Kommandantur
Blick von der anderen Seite

Unterkunft
Die große Unterkunft

Unterkunft
Weitere Ansicht

Küche
In diesem Bau war die Küche untergebracht

Wohnhaus
Dieses Haus wurde nach dem Krieg vergrößert

Heizwerk
Hier das ehemalige Heizwerk

Garagen
Garagen konnten zu Wohnraum umgebaut werden

Keller
Der Keller eines abgerissenen Gebäudes blieb erhalten

Keller
Blick in das Untergeschoß

Notstromanlage
Nach Form und Lage die Reste der Notstromanlage

Unterverteilung
Eine Unterverteilung der Stromversorgung

Luftschutzraum
Im Lagerbereich findet man diesen eingedrückten Luftschutzraum

Luftschutzraum
Mehrere Löcher zeigen den Verlauf des Luftschutzraumes

Vertiefung
Eine befestigte Vertiefung neben der Durchgangsstraße

Mulde
Diese Mulde liegt im Bereich der früheren Eisenbahn-Verladerampe

Schießstand
Der in seiner Ausdehnung noch komplette Schießstand, hier das östliche Ende.

Schießstand
Blick durch die überdeckte 50 m-Bahn

Schießstand
Links der längeren Bahn beginnt hier die kürzere 25 m-Bahn

Schießstand
Das westliche Ende des Schießstandes

Schießstand
Die zwei Schießbahnen

Schießstand
Links der Tunnel der 50 m-Bahn, rechts die 25 m-Bahn.

Schießstand
Dieses war der Kugelfang, seinerzeit mit Sand befüllt.

Behälter
Mauerwerk nahe dem Schießstand

Feuerlöschteich
Der Feuerlöschteich am Verwaltungsbereich

Munitionshaus
Der Eingang zu einem Munitionshaus 20 t

Munitionshaus
Von diesem Bunker steht nur noch der Eingangsbereich

Munitionshaus
Blick von der Innenseite

Munitionshaus
In der Nische war seinerzeit die Elektroinstallation untergebracht

Munitionshaus
Ein weiteres MH 20 t

Munitionshaus
Hier sind noch Wände zu erkennen

Munitionshaus
Zugang zu einem dritten MH 20 t

Munitionshaus
Wieder ein Blick von der inneren Seite
Munitionshaus
Das vierte MH 20 t zeigt Reste der Außenwände
Munitionshaus
Alle vier Wände blieben ungefähr zur Hälfte erhalten
Munitionshaus
In der Mitte liegen Trümmer der Decke
Munitionshaus
Reste des Zugangs zu einem größeren Munitionshaus 30 t
Munitionshaus
Die MH 30 t wurden weitgehend geschleift
Munitionshaus
Durch die gemauerte Bauweise konnten die MH 30 t leichter zerstört werden
Trümmer
Einige Trümmer lassen sich nicht bestimmten Bauten zuordnen
Trümmer
Lediglich die gemauerte Bauweise ist eindeutig
Sprenggrube
Das Foto kann die Tiefe dieser große Sprenggrube kaum wiedergeben
Wohnhaus
Im Verwaltungsbereich steht das Wohnhaus des Muna-Kommandanten
Wohnhaus
Der stellvertretende Kommandant hatte sein Haus in der Wohnsiedlung
Wohnhaus
Dort stehen auch die Wohnhäuser der Feuerwerker
Luftschutzbunker
Ein Luftschutzbunker in der Siedlung
Waldlager
Blick über die Fläche des früheren Waldlagers
Korpsdepot 168:
Haupttor
Das Haupttor des KDp 168 Scharnhorst
Sprechstelle
Im POL-Bereich sind nur spärliche Reste zu sehen
Nebentor
Nebentor zum Mun-Bereich
Stromverteilung
Eine Stromverteilung
Zisterne
Zisterne für Löschwasser
Munitionslagerhaus
Munitionslagerhaus 25
Munitionslagerhaus
Innen lediglich 25 m² Nutzfläche
Munitionslagerhaus
Munitionslagerhaus 50
Munitionslagerhaus
Außen zwei Zugänge
Munitionslagerhaus
Innen nur ein einzelner Raum mit 50 m² Nutzfläche
Munitionslagerhaus
Ein größeres Munitionslagerhaus 90
Munitionslagerhaus
Im Gegensatz zu den einheitlich gelboliv lackierten Fahrzeugen, zeigt dieser Tarnstrich Vielfalt.
Munitionslagerhaus
Das Innere eines MLH 90
Munitionslagerhaus
Blick auf den Eingang
Munitionslagerhaus
Am Boden Meter-Angaben
Munitionslagerhaus
Die Belüftung auf der Innenseite
Munitionslagerhaus
Belüftung und Schaltkasten auf der Außenseite
Munitionslagerhaus
Größter Typ ist das Munitionslagerhaus 180
Munitionslagerhaus
Die Vorderseite ist identisch zu den MLH 90
Munitionslagerhaus
Im Inneren natürlich die doppelte Tiefe

Rot: der äußere Zaun der Munitionsanstalt, violett: der Zaun des Korpsdepots.
Karte
Maßstab

Quellenangabe:
- Niedersächsisches Umweltministerium: Gefährdungsabschätzung von Rüstungsaltlasten in Niedersachsen
- Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945 - Band 2: Niedersachsen I
- Archiv N. Giese
 
Copyright: © by „Relikte in Niedersachsen und Bremen“.
Impressum & Datenschutz
Seitenanfang