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Rubrik: Munitionsdepots / Versorgungsdepots Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Die Korpsdepots in Niedersachsen
 Relikte des Kalten Krieges: 
Die im Ernstfall direkt zur Verteidigung an der Grenze zur DDR eingeplanten Korps der NATO-Partner besaßen eine eigene Depot-Organisation, über die sie ihren logistischen Bedarf abdecken konnten. Es waren Lager für Ausrüstungen, Treibstoff und Munition vorhanden. Das Besondere dieser Depots: sie sind in einem gestaffelten System im rückwärtigen Gebiet der eigenen Verteidigungsabschnitte angesiedelt. So konnte bereits zu Friedenszeiten ohne Schwierigkeiten erkannt werden, welche Nationen an welchem Abschnitt eingesetzt werden sollten. Auf der Karte wird diese Aufteilung besonders deutlich. Die niedersächsische Ostgrenze lag in der Verantwortung der Armeegruppe NORTHAG (Mönchengladbach). Im Norden, zwischen der Elbe und Bodenteich ist der Abschnitt des I. Niederländischen Korps (Apeldoorn) gewesen. Zwischen Bodenteich und Braunschweig schließt sich der Bereich des I. Deutschen Korps (Münster) an. Südlich davon bis zum Harz war das I. Britische Korps (Bielefeld) eingeplant. Am Südrand von Niedersachsen begann der Verteidigungsabschnitt des I. Belgischen Korps (Weiden).
Eine ebenfalls auf die Logistik im Verteidigungsfall ausgerichtete geographische Struktur läßt sich auch bei der Auslegung der NATO-Pipeline erkennen.
Deutsche Depots sind an Hinweisschildern mit Taktischen Zeichen erkennbar gewesen, wie neben der Karte abgebildet zu sehen ist. Niederländische Depots waren mit Hinweisschildern mit der Aufschrift  201. VZGCO  (Verzorgingscommando) versehen. Belgische Depots waren an der Art ihrer Warnschilder als solche zu erkennen. Britische Depots dagegen hatten keinerlei Kennzeichnung.
Die Depots sind je nach Verwendungszweck mit Einrichtungen bebaut worden. Es gab reine Munitionsdepots, Materialdepots und Treibstoffdepots und auch Lager mit gemischten Aufgaben. Teilweise sind auch in ehemaligen Anlagen des II. Weltkrieges Korpsdepots eingerichtet worden, Beispiele: Eibia-Abteilung Löverschen, Kampfstoffabrik Leese, Muna Damme, Muna Dünsen, Tanklager Eickeloh, Fliegerhorst Vechta, Einsatzhafen Hesepe, Feldflugplatz Bissel.
Die deutschen Korpsdepots sind nach Ende des Ost/West-Konflikts aus dem Verbund der Korps ausgeschieden. Teilweise übernahm die rückwärtige Depot-Organisation des Territorial-Heeres die Lager. Auch sind einige Depots der NATO-Partner weiterhin mit veränderten Aufgaben in militärischer Verwendung. Viele wurden aber aufgegeben und von den Militärs freigezogen. Meist nutzen heute gewerbliche oder landwirtschaftliche Betriebe diese Anlagen.

Einige Korpsdepots werden auf separaten Seiten detaillierter vorgestellt: Das deutsche KorpsDp 175 Sachsenhagen, die niederländische FSTS Höltinghausen, die britische FSTS Wahrendahl und die belgische FSTS Fürstenberg.

 Zustand: 
Da die Depots teilweise bis in die Gegenwart betrieben wurden, befinden sich die Einrichtungen meist in gutem Zustand. Die vorhandenen Bunker werden wohl aus Kostengründen nicht abgerissen und noch lange bestehen bleiben.

 Zugang: 
Fast alle ehemaligen Korpsdepots sind nach wie vor nicht zugänglich.
Fotos:

Sachsenhagen
Munitionsbunker mit Tarnanstrich im KorpsDp 175 Sachsenhagen

Hassel
Großer Munitionsbunker im KorpsDp 172 Hassel

Jeerhof
Große Lagerhalle der niederländischen FSTS Jeerhof

Löverschen
Materiallager-Gebäude des KorpsDp 165 in der ehemaligen Eibia-Abteilung Löverschen

Höltinghausen
Überdachter Lagerplatz des niederländischen Depots Höltinghausen

Abfüllanlage
Treibstoff-Abfüllanlage

Leese
Wachposten im Korpsdepot 152, ehemalige Kampfstoffabrik Leese.

Wachposten
Getarnter Wachposten hinter dem Depot-Zaun
 
Karte
 
Quellenangabe:
- Korpskommando I. Korps: 30 Jahre I. Korps 1956-1986
- Korpskommando I. Korps: I. Korps 1956 bis 1995
 
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