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| Rubrik: Munitionsdepots / Versorgungsdepots | Translation: |
| Atomwaffenlager für das Heer in Niedersachsen | |
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Platzgründen werden auf dieser Seite an einigen Stellen militärische
Abkürzungen verwendet. Eine Erklärung erscheint, wenn man
mit dem Mauszeiger auf eine dieser Abkürzungen weist.
Relikte des Kalten Krieges: Die Erfahrungen aus dem Korea-Krieg Anfang der 1950er Jahre brachten
den Landstreitkräften eine Renaissance, ihre Bedeutung wurde neu
bewertet. In die anschließende Zeit fiel die Aufstellung der Bundeswehr,
die zur größten Armee in Mitteleuropa aufwuchs. Nukleare Teilhabe: Entsprechend der geographischen Lage wurde ein Großteil der Atomwaffen
Westeuropas in der Bundesrepublik stationiert. Aber auch in den Nachbarländern
Niederlande und Belgien gab es entsprechende Lager. Eine grundlegende Komponente in der Nuklearen Teilhabe war die Festlegung der entsprechenden Waffensysteme. Im Folgenden werden die Einsatzmittel der Heeresverbände aufgeführt. Außerdem gab es verschiedene taktische Atomwaffen für die Luftstreitkräfte, darüber berichtet die Seite Atomwaffen für die Luftwaffe in Niedersachsen. Waffensysteme: Bei der Raketenartillerie der Bundeswehr begann 1959 die Einführung
des Systems Honest John. Das Heer stattete anfangs die Korpstruppen damit
aus. In Niedersachsen wurde dafür vom I.
Korps das RakArtBtl 140
in Nienburg-Langendamm stationiert. Doch bereits ab 1962 rüstete
die Korpsartillerie auf das System Sergeant um. Die Honest John wurde
gleichzeitig an die Divisionsartillerie abgegeben. Für die Rohrartillerie standen anfangs Atomgranaten im Kaliber 203 mm zur Verfügung. Später kamen Granaten im Kaliber 155 mm dazu. Zum Verschießen der 203 mm-Munition konnten die Panzerhaubitze M 55 sowie die gezogene Feldhaubitze M 115 und die Feldhaubitze auf Selbstfahrlafette M 110 eingesetzt werden. In der Bundeswehr waren M 55 bei der Divisionsartillerie zu finden, M 115 und M 110 bei Divisions- und Korpsartillerie. Mitte der 1960er Jahre führte man in der Brigadeartillerie die Panzerhaubitze M 109 mit Kaliber 155 mm ein. Auch dieses System war fähig, Atomgranaten zu verschießen. Während die Artilleriewaffen Ansammlungen des Gegners in dessen
Hinterland zerschlagen sollten, gab es weitere Atomwaffen, mit denen
man bei einem Rückzug wichtige Objekte für den Gegner unbrauchbar
oder unpassierbar machen wollte. Diese sind als Atomminen bezeichnet
worden, im NATO-Englisch Atomic Demolition Munition (ADM) genannt. Hauptsächlich
gab es zwei Größen der Minen: die Small Atomic Demolition
Munition (SADM) und die Medium Atomic Demolition Munition (MADM). Im Folgenden werden die verschiedenen Waffensysteme und dafür verwendete Atomsprengköpfe aufgelistet:
Zur Verdeutlichung der Sprengkraft der Systeme hier einige Vergleichswerte:
Lager: Im NATO-Englisch sind die Atomwaffenlager als Special Ammunition Site
(SAS) bezeichnet worden. Die Bundeswehr sprach von Sondermunitionslagern.
Grundsätzlich gab es zwei Kategorien dieser Depots. Die Existenz dieser Anlagen wurde der Allgemeinheit nicht bekanntgegeben. Die kommunalen Behörden waren jedoch stets informiert. Trotz aller Geheimhaltung kannten die Aktivisten der Friedensbewegung die meisten Atomwaffenlager. Insbesondere in den 1980er Jahren wurden zahlreiche Demonstrationen bis vor das Tor der Sondermunitionslager durchgeführt. Einheiten: Für die Bewachung der Atomwaffen in den Sondermunitionslagern, sowie bei Auslagerung der Munition, wurden infanteristische Kräfte eingesetzt. Die Bundeswehr hatte in den Raketenartilleriebataillonen und Nachschubbataillonen (Sonderwaffen) Kompanien mit Sicherungssoldaten integriert. Auf Divisionsebene sind diese Einheiten mit der Artilleriestruktur 85 als selbständige Begleitbatterien ausgegliedert worden. Die Niederländer setzten an den einzelnen Standorten Infanteriekompanien des Regiment Van Heutsz ein. Im Umfeld der großen VLM lagen besondere Nachschubverbände für den Transport der Atomwaffen. Die Bundeswehr hatte in Werlte, nahe dem VLM Lahn, das NschBtl (SW) 120 stationiert. In der British Army war mit gleicher Aufgabe das 8 Art Sup Regt RCT eingesetzt. Es lag in Münster-Coerde, zuständig für das VLM Ostbevern. Für den Verschuß der atomaren Artilleriemunition ist entsprechend
ausgebildetes Personal erforderlich gewesen. Auch der Einsatz von Atomminen
konnte nur von Spezialisten durchgeführt werden. In den Artillerieregimentern
der Bundeswehrdivisionen gab es dafür je zwei Artilleriespezialzüge.
Deren Trupps wären zusammen mit den Atomgranaten an die Waffensysteme
gebracht worden, um sie für den Verschuß zu übernehmen. Die US Army mußte aufgrund ihrer Schlüsselgewalt an jedem
Stützpunkt von Atomwaffen eigenes Personal stationieren. Das Oberkommando
dieser Truppen war die 59th Ordnance Brigade in Pirmasens. Der Brigade
waren diverse Artillery Groups unterstellt, die ihrerseits für eine
Anzahl Atomwaffenlager der NATO-Partner verantwortlich waren. Alle US-Detachments waren an ein Richtfunknetz angebunden. Zwei Systeme
standen dafür bereit: das European Command Control Console System
(ECCCS) und das Cemetery Net. Im Kriegsfall sollte die Kommunikation über
das Cemetery Net laufen. Diese Verbindungen dienten ausschließlich
der Kommunikation zwischen den Atomwaffen-Standorten. Mehrere über
Deutschland verteilte Knoten stellten die Verbindung zu allen Standorten
her. Die Atomwaffenlager im Bereich der NORTHAG - Stand 1980er Jahre:
Für die Atomminen, welche durch Pioniere der NATO-Partner im Zusammenwirken mit Spezialisten der US Engineers eingesetzt werden sollten, gab es keine separaten Munitionsdepots. Die Minen wurden in den vorhandenen Sondermunitionslagern vorgehalten. Das US-Personal ist den vor Ort stationierten Ord Co bzw. USAFAD unterstellt gewesen.
Nach Ende des Kalten Krieges wurde eine direkte und schnelle Einbindung
von Atomwaffen in die Heeres-Verbände der NATO-Partner aufgegeben.
Nach Abzug der nuklearen Sprengköpfe konnten die Sondermunitionslager
geschlossen werden. Zustand: Zugang: Das Web USArmyGermany.com zeigt die 59th Ordnance Brigade in allen Einzelheiten: http://www.usarmygermany.com/Units/Ordnance/USAREUR_59thOrdBde.htm |
Fotos:
Die Infrastruktur der Sondermunitionslager:
US-Liegenschaften:
Waffensysteme
Rohrartillerie:
Pioniere:
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| Die Namen der Orte und Details erscheinen, wenn man mit dem Mauszeiger darauf weist.
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![]() Bereitschaftsgebäude an der Einfahrt zum Lager |
Versorgungslager
Munition Lahn Das Objekt befindet sich auf dem StOÜbPl der Garnison Werlte. Versorgungslager für das I. Korps der Bundeswehr und das I. Korps der Koninklijke Landmacht. Zusätzlich vmtl. Einlagerung von ADM für die Niederländer. Details zu diesem Lager zeigt eine separate Seite. US Army: Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet. Google-Maps:
Versorgungslager Munition Lahn |
![]() Die neun MLH in Reihe |
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![]() Die zwei MLH wurden zugeschüttet. Alle anderen Einrichtungen hat man restlos beseitigt. |
Sondermunitionslager
Liebenau Das Objekt befindet sich innerhalb der ehemaligen Eibia-Anlage "Karl", Liebenau. Sondermunitionslager für die 1. Panzerdivision der Bundeswehr. Zusätzlich Einlagerung von ADM für das Pionierkommando 1. US Army: Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet. Google-Maps:
Sondermunitionslager Liebenau |
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![]() Bereitschaftsgebäude mit Turm |
Sondermunitionslager
Diensthop Das Objekt bildet zusammen mit der StOMunNdlg 253/2 einen Komplex, der abseits anderer militärischer Liegenschaften liegt. Sondermunitionslager für die 3. Panzerdivision der Bundeswehr. Details zu diesem Lager zeigt eine separate Seite. US Army: Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet. Google-Maps:
Sondermunitionslager Diensthop |
![]() Eines der zwei MLH |
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![]() Bereitschaftsgebäude mit Turm |
Sondermunitionslager
Dünsen Das Objekt befindet sich innerhalb der ehemaligen Muna Dünsen. Sondermunitionslager für die 11. Panzergrenadierdivision der Bundeswehr. US Army: Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet. Google-Maps:
Sondermunitionslager Dünsen |
![]() Links die zwei MLH |
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| Quellenangabe: - Hammerich, Kollmer, Rink, Schlaffer: Das Heer 1950 bis 1970 - Arbeitsgemeinschaft Truppendienst: Die Armeen der NATO-Staaten - Alfred Mechtersheimer, Peter Barth: Militarisierungsatlas - Hans-Joachim Krug: 25 Jahre Artillerie der Bundeswehr - Gemeinde Werlte: Das Transportbataillon 120 1990-1998 - Chronik II - 30 Jahre Standort Werlte - Bundeswehr: diverse Standortbroschüren - http://www.bits.de - http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/nuke-list.htm - http://www.usarmygermany.com - 570th USAAG: http://www.570thusaag.com - 4th USAFAD: http://www.4thusafad.com - 8th USAFAD: http://www.8thmissiledet.com - 81st USAFAD: http://duelmen.tripod.com |
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