Atomwaffenlager für das Heer in Niedersachsen

 Relikte des Kalten Krieges: 
Aus Platzgründen werden auf dieser Seite an einigen Stellen militärische Abkürzungen verwendet. Eine Erklärung erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger auf eine dieser Abkürzungen weist.

Nach Ende des II. Weltkrieges war das Bestreben der westlichen Regierungen die Reduzierung des im Kriege enormen Umfanges der Streitkräfte. Für die sich abzeichnende Konfrontation zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten ist es allerdings weiterhin erforderlich gewesen, militärische Stärke vorzuweisen.
Zunächst zielte die Strategie der USA darauf ab, einen Angriff der Sowjetunion auf Westeuropa durch die Bombardierung der UdSSR mit Atomwaffen zu beantworten. Hauptaufgabe der Bodentruppen in Westeuropa sollte die Verzögerung des Verlustes von Operationsbasen der eigenen Luftstreitkräfte sein.
Als Folge der steten Weiterentwicklung von Raketen größerer Reichweite ist auch der Auftrag der US Navy verändert worden. War zuvor deren Hauptaufgabe die Sicherung der Nachschubwege zur See, diente sie nun dazu, Atomwaffen in Einsatzreichweite an den Gegner heranzuführen. Die Bedeutung der Heerestruppen sank dabei im gleichen Maße, wie die der anderen Teilstreitkräfte durch deren atomare Bewaffnung stieg.

Die Erfahrungen aus dem Korea-Krieg Anfang der 1950er Jahre brachten den Landstreitkräften eine Renaissance, ihre Bedeutung wurde neu bewertet. In die anschließende Zeit fiel die Aufstellung der Bundeswehr, die zur größten Armee in Mitteleuropa aufwuchs.
Ebenfalls in den 1950er Jahren erfolgte die Entwicklung von taktischen Atomwaffen. Diese wiesen eine geringere Zerstörungskraft als die strategischen Atomwaffen auf. Sie sollten künftig die Kampfkraft der Heerestruppen deutlich erhöhen. Der NATO-Rat beschloß im Frühjahr 1958 die Ausrüstung der Partner-Staaten mit taktischen Atomwaffen, die unter Kontrolle der USA verbleiben sollten - dies war der Beginn der "Nuklearen Teilhabe".

Nukleare Teilhabe:
Mit der "Nuklearen Teilhabe" wurden die Bedingungen für die Stationierung von Atomwaffen und derer Einsatzmittel geregelt, in und für Länder die über keine eigenen taktischen Atomwaffen verfügten. Zur Vereinbarung und Steuerung von Einsatzkriterien, Einsatzmitteln und der Dislozierung der Nuklearwaffen wurde in der NATO die "Nukleare Planungsgruppe" eingerichtet. Darin waren Anfangs die USA, Großbritannien, die Bundesrepublik Deutschland und Italien ständige Mitglieder, weitere Staaten traten im Rotationsverfahren zu dieser Gruppe. Ab 1979 waren alle NATO-Mitglieder gleichberechtigt darin vertreten.

Entsprechend der geographischen Lage wurde ein Großteil der Atomwaffen Westeuropas in der Bundesrepublik stationiert. Aber auch in den Nachbarländern Niederlande und Belgien gab es entsprechende Lager.
In diesen Objekten ist die Bewachung jeweils durch die Partner-Nation durchgeführt worden. Die Freigabeverantwortung verblieb beim US-Militär, welches dafür stets eigenes Personal in den Stützpunkten einsetzte. Obwohl Großbritannien über eigene Nuklearwaffen verfügt, war das Land in die gleiche Konzeption eingebunden. Bei den taktischen Atomwaffen für die Bodentruppen griffen die Briten auf die in der NATO standardisierten US-Systeme und Verfahren zurück.
Letztendlich hat die Nukleare Teilhabe bedeutet, daß im Falle eines Krieges von Verbänden der Bundeswehr, wie auch anderer NATO-Partner, Atomwaffen nach Freigabe durch die USA eingesetzt werden konnten. Die für Atomwaffen eingeplanten Einheiten und Verbände wurden bereits in Friedenszeiten für den Einsatz entsprechend ausgebildet.

Eine grundlegende Komponente in der Nuklearen Teilhabe war die Festlegung der entsprechenden Waffensysteme. Im Folgenden werden die Einsatzmittel der Heeresverbände aufgeführt. Außerdem gab es verschiedene taktische Atomwaffen für die Luftstreitkräfte, darüber berichtet die Seite Atomwaffen für die Luftwaffe in Niedersachsen.

Waffensysteme:
Der größte Teil der für taktische Atomwaffen vorgesehenen Systeme war in den Artillerieverbänden der NATO-Partner zu finden, unterteilt in Raketenartillerie und Rohrartillerie. Die Reichweite der frühen Raketenartillerie betrug unter 40 km, die Rohrartillerie schoß teilweise nur rund 16 km weit. Die Zahlen machen deutlich, daß diese Nuklearwaffen hauptsächlich unser eigenes Land verwüstet hätten.
In strategischen Planspielen der NATO ist häufig schon in einer frühen Phase der Kampfhandlungen auf taktische Atomwaffen zurückgegriffen worden. Da damit die Schwelle zum Atomkrieg überschritten wurde, wäre es sehr wahrscheinlich danach zu einem globalen Schlagabtausch gekommen, der wohl das Ende der Menschheit bedeutet hätte!

Bei der Raketenartillerie der Bundeswehr begann 1959 die Einführung des Systems Honest John. Das Heer stattete anfangs die Korpstruppen damit aus. In Niedersachsen wurde dafür vom I. Korps das RakArtBtl 140 in Nienburg-Langendamm stationiert. Doch bereits ab 1962 rüstete die Korpsartillerie auf das System Sergeant um. Die Honest John wurde gleichzeitig an die Divisionsartillerie abgegeben.
Beginnend ab 1960 hat man für jede Division ein Raketenartilleriebataillon aufgestellt. In der Folge ist entsprechend bei jedem dieser Verbände ein Sonderwaffenlager für die Atomsprengköpfe errichtet worden.
Auf Korpsebene löste von 1976 an das System Lance die veraltete Sergeant ab. Bei den Divisionstruppen endete die Ausstattung mit nuklearfähiger Raketenartillerie am Ende der 1970er Jahre. Danach gab es auf Divisionsebene als Atomwaffenträger nur noch Rohrartillerie.

Für die Rohrartillerie standen anfangs Atomgranaten im Kaliber 203 mm zur Verfügung. Später kamen Granaten im Kaliber 155 mm dazu. Zum Verschießen der 203 mm-Munition konnten die Panzerhaubitze M 55 sowie die gezogene Feldhaubitze M 115 und die Feldhaubitze auf Selbstfahrlafette M 110 eingesetzt werden. In der Bundeswehr waren M 55 bei der Divisionsartillerie zu finden, M 115 und M 110 bei Divisions- und Korpsartillerie. Mitte der 1960er Jahre führte man in der Brigadeartillerie die Panzerhaubitze M 109 mit Kaliber 155 mm ein. Auch dieses System war fähig, Atomgranaten zu verschießen.

Während die Artilleriewaffen Ansammlungen des Gegners in dessen Hinterland zerschlagen sollten, gab es weitere Atomwaffen, mit denen man bei einem Rückzug wichtige Objekte für den Gegner unbrauchbar oder unpassierbar machen wollte. Diese sind als Atomminen bezeichnet worden, im NATO-Englisch Atomic Demolition Munition (ADM) genannt. Hauptsächlich gab es zwei Größen der Minen: die Small Atomic Demolition Munition (SADM) und die Medium Atomic Demolition Munition (MADM).
Die Minen wären in Sprengschächte eingelassen oder auf dem Boden stehend gezündet worden. Für den Einsatz waren Pioniere zuständig. In den 1980er Jahren sind die Atomminen als Ergebnis der Abrüstungsverhandlungen aus der Bundesrepublik abgezogen und zerstört worden.

Im Folgenden werden die verschiedenen Waffensysteme und dafür verwendete Atomsprengköpfe aufgelistet:

Waffensystem Gefechtskopf Sprengkraft TNT-Äquivalent
Raketenartillerie:
Honest John W-31 Version Mod.0 Y1: 2.000 t
Version Mod.0 Y2: 40.000 t
Version Mod.3 Y3: 20.000 t
Sergeant (nur ) W-52 Version Y1: 60.000 t
Version Y2: 200.000 t
Corporal (nur ) W-7 Version Y2: 5.000 t
Version Y3: 10.000 t
Version Y4: 20.000 t
Version Y5: 40.000 t
Lance W-70 Version Mod.0: 1.000 t
Version Mod.1: 10.000 t
Version Mod.2: 100.000 t
Version Mod.3: 750 t
Version Mod.4: 1.250 t
Rohrartillerie:
Haubitze 203 mm W-33 Version Mod.0 Y1: 500 t
Version Mod.1 Y2: 40.000 t
Version Mod.1 Y3: 10.000 t
Version Mod.1 Y4: 5.000 t
Haubitze 203 mm W-79 Version Mod.0 Y1: 100 t
Version Mod.0 Y2: 700 t
Version Mod.0 Y3: 1.100 t
Version Mod.1: 800 t
Haubitze 155 mm W-48 Version Mod.0: 72 t
Version Mod.1: 72 t
Atomminen:
SADM Mk-54 Version Mod.1 Y1: 10 t
Version Mod.1 Y2: 20 t
Version Mod.1 Y3: 1.000 t
MADM W-45 Version Y1: 1.000 t
Version Y2: 500 t
Version Y4: 8.000 t

Zur Verdeutlichung der Sprengkraft der Systeme hier einige Vergleichswerte:

  • Die auf Hiroshima abgeworfene Atombombe hatte eine Sprengkraft von 13.000 Tonnen.
  • Die auf Nagasaki abgeworfene Atombombe hatte eine Sprengkraft von 21.000 Tonnen.
  • Die stärkste von den USA getestete strategische Atombombe (Erprobung "Castle Bravo") hatte eine Sprengkraft von 15.000.000 Tonnen.
  • Die stärkste von der UdSSR getestete strategische Atombombe (Projekt "Zar-Bombe") hatte eine Sprengkraft von über 50.000.000 Tonnen.

Lager:
Entsprechend der Bedeutung der Atomwaffen, mußte für die Lagerung ein besonderer Aufwand getrieben werden. Als Faktoren waren die Gefährlichkeit der Waffen, aber auch deren eigene Gefährdung zu nennen. Die Lager wurden gewissermaßen zu Festungen ausgebaut, die eine Vereinnahmung durch feindliche Kommandos verhindern sollten.
Stets war eine Absicherung mit Doppelzaun vorhanden. Im äußeren Bereich stellten die NATO-Partner die Wache. Ständig waren Wachtürme besetzt und Streifen unterwegs. Der innere Bereich wurde im Regelbetrieb nur vom US-Militär betreten. Bei Alarmierungen bezog das Wachpersonal der NATO-Partner aber auch diesen Bereich.

Im NATO-Englisch sind die Atomwaffenlager als Special Ammunition Site (SAS) bezeichnet worden. Die Bundeswehr sprach von Sonderwaffenlagern. Grundsätzlich gab es zwei Kategorien dieser Depots.
Für die Divisions- und Brigadeartillerie wurden kleine Sonderwaffenlager mit im Regelfall zwei erdüberdeckten Munitionslagerhäusern in der Nähe der einsetzenden Verbände eingerichtet. Dazu kamen größere "Versorgungslager Munition" (VLM) mit meist neun erdüberdeckten Munitionslagerhäusern. Die VLM dienten zur Bevorratung und Belieferung der kleineren Sonderwaffenlager. Details zu einem kleinen Lager zeigt die Seite Sonderwaffenlager Diensthop. Details zu einem VLM zeigt die Seite Versorgungslager Munition Lahn.
Der Transport der Atomwaffen zwischen den Lagern ist hauptsächlich auf dem Luftweg durchgeführt worden. Der zuständigen 59th Ordnance Brigade hatte man eigens dafür das 22nd Aviation Detachment zugeordnet. Die Einheit setzte große zweirotorige Transporthubschrauber vom Typ Vertol CH-47 “Chinook“ ein. Die Verlegungen wurden als “Air Mission“ bezeichnet. Im Regelfall landeten die Maschinen im inneren Sicherheitsbereich unmittelbar vor den Munitionslagerhäusern.

Die Existenz dieser Anlagen wurde der Allgemeinheit nicht bekannt gegeben. Die kommunalen Behörden waren jedoch stets informiert. Trotz aller Geheimhaltung kannten die Aktivisten der Friedensbewegung die meisten Atomwaffenlager. Insbesondere in den 1980er Jahren wurden zahlreiche Demonstrationen bis vor das Tor der Sonderwaffenlager durchgeführt.

Einheiten:
Die für den Einsatz von Atomwaffen eingeplanten Einheiten waren bei den NATO-Partnern nicht nach dem gleichen Schema gegliedert und unterstellt. Die Aufstellung unten listet die betreffenden Truppenteile auf. Bei allen beteiligten Nationen waren die Waffensysteme Raketen- und Rohrartillerie vorhanden, ebenso die Atomminen.

Für die Bewachung der Atomwaffen in den Sonderwaffenlagern, sowie bei Auslagerung der Munition, wurden infanteristische Kräfte eingesetzt. Die Bundeswehr hatte in den Raketenartilleriebataillonen und Nachschubbataillonen (Sonderwaffen) Kompanien mit Sicherungssoldaten integriert. Auf Divisionsebene sind diese Einheiten mit der Artilleriestruktur 85 als selbstständige Begleitbatterien ausgegliedert worden. Die Niederländer setzten an den einzelnen Standorten Infanteriekompanien des Regiment Van Heutsz ein.

Im Umfeld der großen VLM lagen besondere Nachschubverbände für den Transport der Atomwaffen. Die Bundeswehr hatte in Werlte, nahe dem VLM Lahn, das NschBtl (SW) 120 stationiert. In der British Army war mit gleicher Aufgabe das 8 Art Sup Regt RCT eingesetzt. Es lag in Münster-Coerde, zuständig für das VLM Ostbevern.

Für den Verschuß der atomaren Artilleriemunition ist entsprechend ausgebildetes Personal erforderlich gewesen. Auch der Einsatz von Atomminen konnte nur von Spezialisten durchgeführt werden. In den Artillerieregimentern der Bundeswehrdivisionen gab es dafür je zwei Artilleriespezialzüge. Deren Trupps wären zusammen mit den Atomgranaten an die Waffensysteme gebracht worden, um sie für den Verschuß zu übernehmen.
Das I. Korps der Bundeswehr hatte für den Einsatz der Atomminen in Minden 1970 den Spezial-Sperrzug 100 aufgestellt. Dieser wuchs 1978 zur Kompanie auf. Die Niederländische Armee betraute mit der gleichen Aufgabe die 111 Peloton Speciale Opdrachten. 1986 endete die Verwendung von Atomminen. Daraufhin wurde die Spezial-Sperrkompanie 100 in Minden am 1. Juli des Jahres von ihrem Auftrag entbunden und zu einer regulären Kompanie des Pionierbataillon 110 umgewandelt.

Die US Army mußte aufgrund ihrer Schlüsselgewalt an jedem Stützpunkt von Atomwaffen eigenes Personal stationieren. Das Oberkommando dieser Truppen war die 59th Ordnance Brigade in Pirmasens. Der Brigade waren diverse Artillery Groups unterstellt, die ihrerseits für eine Anzahl Atomwaffenlager der NATO-Partner verantwortlich waren.
In Niedersachsen lag in Sögel die 552nd USAAG, sie unterstützte das I. Korps der Bundeswehr und das I. Korps der Niederländer. Im Nordrhein-Westfälischen Münster-Handorf lag die 570th USAAG zur Unterstützung des I. Korps der British Army und des I. Korps der Belgier.

Alle US-Detachments waren an ein Richtfunknetz angebunden. Zwei Systeme standen dafür bereit: das European Command Control Console System (ECCCS) und das Cemetery Net. Im Kriegsfall sollte die Kommunikation über das Cemetery Net laufen. Diese Verbindungen dienten ausschließlich der Kommunikation zwischen den Atomwaffen-Standorten. Mehrere über Deutschland verteilte Knoten stellten die Verbindung zu allen Standorten her.
Im Norden war das 39th Sig Bn mit Heimat in der Carl-Schurz-Kaserne, Bremerhaven für die Betreuung des Netzes zuständig. Auf dem Kasernengelände in Bremerhaven betrieb die 581st Sig Co einen Knotenpunkt mit großem Funkturm. Rund 170 km südlich stand auf dem Dörenberg in Linderhofe bei Extertal der nächste Knotenpunkt. Dort lag die 518th Sig Co.
Mit den charakteristischen Stahlgitter-Richtfunktürmen waren seinerzeit für Eingeweihte die Standorte der US-Detachments oftmals schon von weitem erkennbar.

Die Atomwaffenlager im Bereich der NORTHAG - Stand 1980er Jahre:

Einheiten der NATO-Partner SAS US-Einheiten
552nd USAAG, Sögel
Bundeswehr:
ArtKdo 1 - NschBtl (SW) 120, Werlte VLM Lahn 162nd Ord Co, Sögel
ArtKdo 1 - RakArtBtl 150, Wesel (Lance) Wesel-Diersfordt 1st USAFAD, Wesel
1. PzDiv - BeglBttr 1, Liebenau Liebenau

32nd USAFAD, Nienburg-Langendamm

3. PzDiv - BeglBttr 3, Dörverden-Barme Diensthop 25th USAFAD, Dörverden-Barme
7. PzDiv - BeglBttr 7, Dülmen Dülmen-Visbeck 81st USAFAD, Dülmen
11. PzGrenDiv - BeglBttr 11, Delmenhorst-Adelheide Dünsen 5th USAFAD, Dünsen

Koninklijke Landmacht:
19e Afvda, 't Harde/NL 't Harde/NL 23rd USAFAD, 't Harde/NL
129e Afvda, Havelterberg/NL (Lance) Havelterberg/NL 8th USAFAD, Havelterberg/NL

570th USAAG, Münster-Handorf
British Army:
8 Art Sup Regt RCT, Münster-Coerde VLM Ostbevern 583rd Ord Co, Münster-Handorf
45 Field Regt RA, Bergen-Hohne vmtl. Walsrode 15th USAFAD, Bergen-Hohne
39 Heavy Regt RA, Sennelager Sennelager 22th USAFAD, Sennelager

27 Field Regt RA, Lippstadt

Sennelager 26th USAFAD, Paderborn
50 Missile Regt RA, Menden (Lance) Arnsberg-Holzen 69th USAFAD, Menden

Belgische Landmacht / Force Terrestre Belge:
20e Bataillon d'Artillerie, Werl
3ème Bataillon d'Artillerie, Werl
(Lance)
Werl 4th USAFAD, Werl

Für die Atomminen, welche durch Pioniere der NATO-Partner im Zusammenwirken mit Spezialisten der US Engineers eingesetzt werden sollten, gab es keine separaten Munitionsdepots. Die Minen wurden in den vorhandenen Sonderwaffenlagern vorgehalten. Das US-Personal ist den vor Ort stationierten Ord Co bzw. USAFAD unterstellt gewesen.

Einheiten der NATO-Partner SAS US-Einheiten
567th Engr Co (ADM), Hanau
Bundeswehr:
SpezSperrKp 100, Minden Liebenau 4th Plt/567th Engr Co (ADM), Nienburg-Langendamm

Koninklijke Landmacht:
111 PSO, Wezep/NL & Seedorf vmtl. Lahn ? Plt/567th Engr Co (ADM), Sögel?

British Army:
? RE Ostbevern 3rd Plt/567th Engr Co (ADM), Münster-Handorf

Belgische Landmacht / Force Terrestre Belge:
ADM Cie/1e Bataillon du Genie, Köln-Westhoven vmtl. Büren ? Plt/567th Engr Co (ADM), Büren?

Nach Ende des Kalten Krieges wurde eine direkte und schnelle Einbindung von Atomwaffen in die Heeres-Verbände der NATO-Partner aufgegeben. Nach Abzug der nuklearen Sprengköpfe konnten die Sonderwaffenlager geschlossen werden.
Die Nukleare Teilhabe besteht noch heute. Allerdings werden jetzt nur noch, in stark reduziertem Umfang, Abwurfmittel für fliegende Verbände der Luftstreitkräfte vorgehalten. In Niedersachsen gibt es keine Atomwaffen mehr.

 Zustand: 
Die ehemaligen Atomwaffenlager in Niedersachsen wurden vom Militär endgültig freigezogen, ausgenommen das Munitionsdepot Walsrode. Der Zustand der aufgegebenen Objekte ist in der Aufstellung unten ersichtlich.

 Zugang: 
Die meisten ehemaligen Atomwaffenlager sind nach wie vor nicht zugänglich.

 Hinweis: 
Das Web USArmyGermany.com zeigt die 59th Ordnance Brigade in allen Einzelheiten:
http://www.usarmygermany.com/Units/Ordnance/USAREUR_59thOrdBde.htm

Die Namen der Orte und Details erscheinen, wenn man mit dem Mauszeiger darauf weist.

Vorschaubilder - zum Vergrößern bitte anklicken


Bereitschaftsgebäude an der Einfahrt zum Lager

Versorgungslager Munition Lahn
Das Objekt befindet sich auf dem StOÜbPl der Garnison Werlte.
Versorgungslager für das I. Korps der Bundeswehr und das I. Korps der Koninklijke Landmacht.
Zusätzlich vmtl. Einlagerung von ADM für die Niederländer.
Details zu diesem Lager zeigt eine separate Seite.

US Army:
162nd Ord Co, Mühlenberg-Kaserne, Sögel
Bundeswehr:
NschBtl (SW) 120, Hümmling-Kaserne, Werlte

Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet.

Google-Maps:
Versorgungslager Munition Lahn


Die neun MLH in Reihe



Die zwei MLH wurden zugeschüttet. Alle anderen Einrichtungen hat man restlos beseitigt.

Sonderwaffenlager Liebenau
Das Objekt befindet sich innerhalb der ehemaligen Eibia-Anlage "Karl", Liebenau.
Sonderwaffenlager für die 1. Panzerdivision der Bundeswehr.
Zusätzlich Einlagerung von ADM für das Pionierkommando 1.

US Army:
32nd USAFAD inkl. 4th Plt/567th Engr Co (ADM), Nienburg-Langendamm
Bundeswehr:
BeglBttr 1, Mainscher Lager, Liebenau

Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet.

Google-Maps:
Sonderwaffenlager Liebenau



Bereitschaftsgebäude mit Turm

Sonderwaffenlager Diensthop
Das Objekt bildet zusammen mit der StOMunNdlg 253/2 einen Komplex, der abseits anderer militärischer Liegenschaften liegt.
Sonderwaffenlager für die 3. Panzerdivision der Bundeswehr.
Details zu diesem Lager zeigt eine separate Seite.

US Army:
25th USAFAD, Niedersachsen-Kaserne, Dörverden-Barme
Bundeswehr:
BeglBttr 3, Niedersachsen-Kaserne, Dörverden-Barme

Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet.

Google-Maps:
Sonderwaffenlager Diensthop


Eines der zwei MLH


Bereitschaftsgebäude mit Turm

Sonderwaffenlager Dünsen
Das Objekt befindet sich innerhalb der ehemaligen Muna Dünsen.
Sonderwaffenlager für die 11. Panzergrenadierdivision der Bundeswehr.

US Army:
5th USAFAD, Dünsen
Bundeswehr:
BeglBttr 11, Barbara-Kaserne, Delmenhorst-Adelheide.

Die militärische Nutzung der Liegenschaft wurde vollständig beendet.

Google-Maps:
Sonderwaffenlager Dünsen


Links die zwei MLH

Die Infrastruktur der Sonderwaffenlager
  Das Bereitschaftsgebäude des Sonderwaffenlager Dünsen
  Personenschleuse
  Unter der Fenstern Schießscharten zur Nahbereichsverteidigung
  Die Zugänge waren mit Betonwänden abgeschirmt
In jedem Lager zu finden: ein Wachturm in Betonbauweise, direkt an das Bereitschaftsgebäude angebaut.
  Das Bereitschaftsgebäude im VLM Lahn war 2geschossig. Der Wachturm wurde entfernt.
  Hinter langgestreckten Betonwänden konnten sich im Alarmierungsfall Wachen geschützt bewegen
  Im VLM Lahn standen mehrere massive Kampfstände
  Wachturm in Stahlbauweise im Sonderwaffenlager Diensthop
Wachturm in Holzbauweise

Nur im Sonderwaffenlager Dünsen findet man MLH ohne Vorbau

Das Innere eines Atomwaffenbunkers sieht recht unspektakulär aus
Üblich war die zusätzliche Abschirmung des MLH mit einem käfigartigen Vorbau  

US-Liegenschaften
Funkturm der Netze ECCCS und Cemetery Net in Sögel Blick auf die Einfahrt in die ehemalige Mühlenberg-Kaserne, Sögel. Standort der 552nd USAAG. Funkturm in Nienburg-Langendamm

Waffensysteme
Raketenartillerie
SARS Honest John
Eingesetzt von:    
SARS Sergeant
Eingesetzt von:
SARS Corporal
Eingesetzt von:
SARS Lance
Eingesetzt von:    
 
Rohrartillerie
FH 203 mm M 115
Eingesetzt von:    
FH 203 mm SF M 110
Eingesetzt von:    
PzH 203 mm M 55
Eingesetzt von:  
PzH 155 mm M 109
Eingesetzt von:    
 
Rohrartillerie Pioniere
203 mm-Atomgranate mit Verpackung
Eingeplant für:    
Atommine MADM (demontiert)
Eingeplant für:    
Sprengschachtfertiger
Eingesetzt von:

Quellenangabe:
- Hammerich, Kollmer, Rink, Schlaffer: Das Heer 1950 bis 1970
- Arbeitsgemeinschaft Truppendienst: Die Armeen der NATO-Staaten
- Alfred Mechtersheimer, Peter Barth: Militarisierungsatlas
- Hans-Joachim Krug: 25 Jahre Artillerie der Bundeswehr
- Gemeinde Werlte: Das Transportbataillon 120 1990-1998 - Chronik II - 30 Jahre Standort Werlte
- Bundeswehr: diverse Standortbroschüren
- http://www.bits.de
- http://www.globalsecurity.org/wmd/systems/nuke-list.htm
- http://www.usarmygermany.com
- 570th USAAG: http://www.570thusaag.com
- 4th USAFAD: http://www.4thusafad.com
- 8th USAFAD: http://www.8thmissiledet.com
- 81st USAFAD: http://duelmen.tripod.com

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