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Rubrik: Munitionsproduktion Translation: English French Spanish Italian Dutch Danish Polish Russian
Die Heeres-Munitionsanstalt Rehden
 Bis 1945: 
Die offizielle Bezeichnung der hier vorgestellten Anlage lautete Heeres-Munitionsanstalt Rehden. Sie unterstand dem in Hamburg beheimateten Feldzeug-Kommando X. Gängig war die Kurzbezeichnung Muna Rehden.

Das Objekt liegt rund 1,5 km nördlich des namensgebenden Ortes. Zur Gemeinde Rehden gehört nur ein kleiner Anteil am Südrand der Liegenschaft. Der Bereich des Haupttores befindet sich in der Gemeinde Wetschen, und die größte Fläche der Muna in der Gemeinde Dickel. Alle genannten Ortschaften sind heute Teil der Samtgemeinde Rehden.
Entgegen der im Umfeld aufzufindenden sehr flachen Landschaft mit größeren Moorgebieten, ragt östlich von Rehden der kleine Höhenzug Kellenberg mit mehreren Erhebungen etwas heraus. An dessen nördlichen Ende befindet sich in einem Moränengelände das Areal der Muna. Es ist seinerzeit weitgehend bewaldet und komplett unbewohnt gewesen. Heute ist das Umfeld als Landschaftsschutzgebiet Dickeler Sand ausgewiesen.
Der vorhandene Wald bot einen Sichtschutz gegen feindliche Luftaufklärung. Nur einen Kilometer südlich verläuft die damals zur Reichsbahn gehörende Strecke von Diepholz nach Nienburg. Seinerzeit war die Eisenbahn das wichtigste Transportmittel. Für die Baumaßnahmen und den späteren Fertigungsbetrieb konnten die Güter über einen Gleisanschluß direkt in die Liegenschaft an- und abgefahren werden. Mit Wald und Eisenbahn gab es hier vor Ort dementsprechend die für eine Munitionsanstalt erforderlichen Voraussetzungen.

Über den Aufbau der Muna gibt es unterschiedliche Angaben. Schon im Mai 1935 soll der Baubeginn mit der Einzäunung des Geländes erfolgt sein. Allerdings schlägt das zuständige Feldzeug-Kommando X laut ihres Jahresberichtes erst 1938 vor, eine HMa bei Rehden zu errichten. Im Bericht des Folgejahres sind die laufenden Bauarbeiten erwähnt.
Für die Auslegung einer Muna gab es übergreifend gültige Vorgaben. So sind in weiten Teilen in allen Objekten gleiche Gebäude und Anlagen zu finden. In Munitionsanstalten des Heeres bekamen alle Bauwerke eine Typ-Kennziffer aus der Raumbedarfsnachweisung (RBN). Diese bestimmte die Funktion, bei der baulichen Ausführung gab es allerdings Anpassungen an den örtlichen Bedarf. Außerdem konnten einige Bauten im regional üblichen Stil errichtet werden. Damit sollte zur Verschleierung ein ziviles Aussehen entstehen.

Die Gesamtfläche der Munitionsanstalt betrug etwa 200 ha. Der Außenzaun erstreckt sich über mehr als 7 km Länge. Es liegt ein Lageplan mit der ursprünglich vorgesehenen Bebauung vor. Daraus läßt sich erkennen, daß diverse Einrichtungen nicht realisiert worden sind. Die offizielle Betriebsaufnahme ist mit dem 1. Juni 1940 datiert. Auch danach liefen die Bauarbeiten weiter. Am Kriegsende standen einzelne Munitionsbunker nur als Rohbauten, von weiteren existierte nur das Fundament.

Die Haupteinfahrt hat man am westlichen Rand angesiedelt. Links hinter dem Tor sollte die Kommandantur mit der RBN 7 entstehen. Doch bis zum Ende des Krieges wurde nicht mal mit den Arbeiten begonnen. Somit waren Führung und Verwaltung der Dienststelle zum Ausweichen in andere Bauten gezwungen. Überliefert ist, daß sie sich im Arbeitslager einquartierten.
Rechts hinter dem Haupttor entstand in massiver Bauweise das Arbeitslager. Von sieben geplanten großen Wohnbaracken (RBN 58) sind vier gebaut worden. Ergänzend kamen ein Verwaltungsgebäude (RBN 60) und ein Lagerschuppen (RBN 61) hinzu. Eine große zweiflügelige Wirtschaftsbaracke (RBN 59) mit Küche und einem Speisesaal, der auch für Gemeinschaftsveranstaltungen genutzt werden konnte, ist ebenso in dem Bereich zu finden.

Der Hauptverkehrsweg führt in östlicher Richtung durch die Muna. Daran folgen nach dem Arbeitslager einige Bauwerke mit administrativen Funktionen, die für den Betrieb der Anstalt erforderlich waren. Als erstes kam nach 150 m rechts der Straße der übliche Garagenhof. Daran standen zwei Garagen und eine Werkstatt. Schräg dahinter gab es einen Pferdestall. Außerdem befand sich in dem Bereich eine Trafostation, über die die Einspeisung von Strom aus dem kommunalen Netz erfolgte. Und hier war ein kleines Wasserwerk für die Aufbereitung von Trink- und Brauchwasser zu finden. Es müßte dort auch ein kleines Klärwerk gegeben haben. Von diesem konnten die Abwässer in den sehr kleinen Fluß Rhien abgeleitet werden. Der geht später über in die Grawiede, an Diepholz vorbei, und ergießt sich schließlich in die Hunte.
Weiter auf dem Hauptweg passierte man als nächstes auf der rechten Seite das große Gemeinschaftsgebäude (RBN 9). Es diente hauptsächlich für die Versorgung der im Fertigungsgebiet beschäftigten Arbeitskräfte. Darin befanden sich unter anderem eine Küche, sowie ein Speisesaal, der auch für Versammlungen zu nutzen war, also sehr ähnlich der Wirtschaftsbaracke des Arbeitslagers.

Nördlich und östlich des Gemeinschaftsgebäudes, und somit zentral in der Liegenschaft gelegen, dehnte sich das Fertigungsgebiet aus. Es bestand aus den üblichen fünf Munitionsarbeitshäusern (MAH). Zwei waren vom Typ RBN 24. Darin wurden fertig angelieferte Geschosse mit Zündern versehen. Die drei übrigen Arbeitshäuser sind vom Typ RBN 24a gewesen. In diesen erfolgte das Einbringen von Treibladungen in Kartuschen und die abschließende Bezünderung. Auch die Überprüfung bereits eingelagerter Fertigprodukte hat man in den MAH durchgeführt. Es befanden sich darin üblicherweise Maschinen zur Bearbeitung bestimmter Munitionssorten. So konnten pro Arbeitshaus unterschiedliche Kampfmittel gefertigt werden. Während in anderen Munitionsanstalten die fünf MAH meist einheitlich langgestreckte Gebäude waren, hatte in Rehden nahezu jeder Bau einen individuellen Grundriß, meist in L-Form.
Zwischen den MAH, und mit einigem Sicherheitsabstand zu diesen, gab es zwei Handmunitionshäuser (RBN 26). Darin wurde in je vier kleinen Räumen ein Tagesvorrat an Pulver, Kartuschen, Geschossen und Zündern deponiert. Es diente als Zwischenlager für die anschließende Verarbeitung in den Arbeitshäusern. Außerdem gab es hier ein Löthaus (RBN 25a). Die Zünder für die Munition sind meist in Metallbehältern aufbewahrt worden. In dem Gebäude konnte man diese auflöten und im Bedarfsfall wieder verschließen.
Am Südrand der Fläche war die Pechküche mit der RBN 29 zu finden. In ihr konnten Peche und Wachse für die Weiterverarbeitung verflüssigt werden. Nahe dieser stand die Zentrale für Heizung und Notstrom. Falls die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz ausfallen sollte, konnte hier ein durch Dieselmotor angetriebener Generator für die nötigsten Zwecke Strom erzeugen. Auch ein Gebäude für Annahme und Versand ist in dieser Ecke angesiedelt gewesen. Es diente der Abwicklung von Ein- und Ausgängen der Materialien.
Westlich angrenzend befanden sich weitere Anlagen, die zum Fertigungsgebiet zählten. Nördlich des Gemeinschaftsgebäudes stand die große Hülsenreinigung (RBN 23). Abgeschossene Granaten- und Kartuschenhülsen wurden vom Ort des Einsatzes wieder an die Munitionsanstalten zurückgeliefert. Grundsätzlich konnten die Hülsen aus Messing oder Stahl mehrfach verwendet werden. In der Hülsenreinigung ist der erste Schritt eine chemische Säuberung gewesen. Für die dabei entstandenen giftigen Abwässer gab es in südlicher Nachbarschaft eine erste Entgiftung mit Klärbecken. Die gereinigten Hülsen sind nun auf Schäden geprüft worden, Verbeulungen und ähnliches wurde mit Preßmaschinen wieder in Form gebracht.
In der Nähe befand sich das Lagerhaus für feuergefährliche Stoffe (RBN 25), auch als Öllager bezeichnet. Hier bewahrte man Kraft- und Schmierstoffe auf. Ergänzend kam der Geräteschuppen mit der RBN 22 hinzu. Darin konnten im Fertigungsgebiet benötigte Geräte gelagert werden.

Die eingangs erwähnte Anbindung an das Netz der Eisenbahn erfolgte über ein Anschlußgleis vom Bahnhof Rehden-Wetschen. Nach rund 1,5 km erreicht die Strecke das Eisenbahntor der Muna. Hier ragt ein schmaler Geländestreifen nach Süden hervor, im Standortjargon „Schlauch“ genannt. In ihm liegen, abgesehen vom Durchgangsgleis, zwei weitere Gleise zu je 375 m nutzbarer Länge, auf denen das Umsetzen von Lokomotiven und das Rangieren von Zügen erfolgte.
Nördlich davon gab es einen Lokomotivschuppen (RBN 14). Die Dienststelle verfügte über mindestens eine eigene Diesellok für die Bewegung von Waggons auf dem ausgedehnten Gleisnetz. In der Muna verzweigte sich das Anschlußgleis und führte in einem weiten Bogen durch die Anlage. Unklar ist, ob die Gleisschleife im Nordosten entsprechend der Planung verbunden wurde. Dort ist zumindest mit Verzögerungen gearbeitet worden. An einigen Bauten befanden sich Verladerampen für das direkte Umladen auf die Eisenbahn. Die gesamte Streckenlänge, einschließlich von Abstell- und Umsetzgleisen, sowie der Zuführung ab Reichsbahnstrecke, wird rund 8,5 km betragen haben. Zwei zusätzliche vorgesehene Stichstrecken im Westen und im Osten der Liegenschaft hatte man nicht verwirklicht. Abgesehen von der Eisenbahn gab es ein rund 20 km langes Wegenetz, welches überwiegend mit Kleinpflaster befestigt war.
Beim Lokschuppen gab es Tanks für 15.000 l Leichtkraftstoffe und 30.000 l Öl. In westlicher Nachbarschaft sollte eine Planenhalle mit der RBN 28 entstehen. Dieser Bautyp diente zur Aufbewahrung von Abdeckplanen, die bei Transporten und temporärer Lagerung im Freien verwendet worden sind. Das Gebäude war höher ausgelegt als die üblichen Lagerhäuser. Im Innenraum konnten feuchte Planen zum Trocknen aufgehängt werden. Am geplanten Ort hatte man sie allerdings nicht realisiert. Möglicherweise wurde zu dem Zweck eines der übrigen Lagerhäuser herangezogen.
Schließlich ist noch der Feuerwachturm mit Schlauchtrocken-Einrichtung (RBN 21) zu nennen. Auffällig ist, daß er mit seiner Position in der westlichen Hälfte des Geländes nicht zentral stand. Zum westlichen Außenzaun betrug die Distanz nur gut 300 m. Anscheinend hatte man diese Lage als ausreichend bewertet.
Unmittelbar am westlichen Zaun ist zumindest zeitweilig ein kleiner Schießstand ausgewiesen. Vermutlich ist er bereits zu Zeiten des II. Weltkrieges angelegt worden, solche Einrichtungen gab es auch in anderen Munitionsanstalten.

Ebenfalls zum Fertigungsgebiet zählten die zahlreichen Lagerhäuser (LH). Diese dienten unter anderem zur Aufbewahrung von Packmitteln, dementsprechend trugen sie auch die Bezeichnung Packmittelschuppen. Nicht explosive Munitionsteile konnten ebenso darin gelagert werden, beispielsweise leere Hülsen. Die Bauten verteilten sich über die gesamte Anstalt, mit Schwerpunkten im Westen und im Süden. Es gab die Bauform der kleinen Lagerhäuser (RBN 27a) mit 500 m² Nutzfläche, und die großen Lagerhäuser (RBN 27) mit 1.000 m². Von vier geplanten kleinen LH wurden drei gebaut. 18 große Lagerhäuser sollten entstehen, nur 13 hatte man verwirklicht.
Die großen Lagerhäuser entstanden in drei unterschiedlichen Formen. Es gab Grundrisse in H-Form und in angedeuteter U-Form. Weitere wiesen eine schlichte rechteckige Auslegung auf. Alle sind in einstöckiger Bauweise ausgeführt gewesen.

Den flächenmäßig größten Anteil der Liegenschaft beanspruchte das Lagergebiet. Das zentral gelegene Fertigungsgebiet wurde durch den Lagerbereich vom Westen über den Norden bis zum Osten umfaßt. In der Standardauslegung, die in der Mehrzahl der Heeres-Munitionsanstalten vorgesehen war, sollten 92 geschützte Munitionshäuser (MH) für die Deponierung von Munition, Pulver und Zündern bereitstehen, so auch in Rehden. Die Anzahl teilte sich auf in 80 Bauten des Typs Großes Munitionshaus mit 200 m² oder 300 m² Nutzfläche, und 12 des Typs Kleines Munitionshaus mit nur 50 m² Lagerraum.
Die Planzahlen sind allerdings in vielen Objekten nicht erreicht worden. Zur Abhilfe entstanden teils provisorische Munitionshäuser in ungeschützter Bauweise. Oder man mußte sich mit Freilagerplätzen begnügen, auf denen Munitionsstapel unter freiem Himmel aufgeschichtet wurden, abgedeckt lediglich mit Planen.
Die bauliche Ausführung der Munitionsbunker erfolgte mit massivem Mauerwerk und Beton. Öffnungen gab es nur an der Vorderseite für ein bis drei Eingänge, und auf dem Dach befanden sich mehrere Kamine zur Belüftung. Vorgesehen war eine Überdeckung mit Erde, welche zum Schutz gegen feindliche Luftaufklärung eine Bepflanzung erhielt.
Wie zuvor erwähnt, gab es die Bunker in drei verschiedenen Größen. Der Typ Kleines Munitionshaus (RBN 30b) mit nur 50 m² Nutzfläche wies an seiner Vorderseite einen Eingang auf. Diese Bunker dienten hauptsächlich zur Aufbewahrung von Zündern, die Bauten wurden daher teils auch als Zünderhäuser bezeichnet. Über die in Rehden umgesetzten Planzahlen gibt es in den Altlastenberichten leichte Irritationen. Darin genannte Auswertungen von Luftbildern besagen, daß bis zum Kriegsende nur neun Exemplare errichtet worden sind. Aber auf einem von den Briten kurz nach dem Krieg erstellten Lageplan sind doch alle zwölf MH 50 m² zu sehen.
Der Typ Großes Munitionshaus entstand in zwei Größen. Die kleinere Form hatte eine Nutzfläche von 200 m² und verfügte über zwei Eingänge. Sie trugen die Kennung RBN 30a. Von diesen Bauten waren in Rehden 52 Exemplare vorgesehen. Tatsächlich sind 50 gebaut worden, die Planung hatte man also fast komplett erfüllt.
Mit 300 m² deutlich größer ist die Bauform mit der Kennung RBN 30 gewesen. Bei diesen Bunkern führten drei Tore in den Innenraum. 28 Bunker des Typs sollten hier entstehen, lediglich 14 wurden gebaut. In Summe gab es somit statt 92 nur 76 Munitionsbunker. Davon hatten mindestens zwei am Kriegsende ihre Fertigstellung noch nicht erreicht. Von einzelnen zusätzlichen lag lediglich die Bodenplatte.
Ergänzend zu den vorgenannten Lagermöglichkeiten sind 5 Infanterie-Patronenhäuser (RBN 32) zu nennen. Sie verfügten über Grundflächen von je 200 m². Die Bauten dienten hauptsächlich zur Deponierung von Patronen für Handfeuerwaffen. Sie standen in einer Reihe in der östlichen Hälfte der Munitionsanstalt. Im Nordosten sollte ein Haus zur Aufbewahrung von Nebelkerzen gebaut werden, zumindest an der vorgesehenen Stelle ist es aber nicht entstanden.

Hergestellt wurden vorwiegend Artillerie-Granaten im Kaliber 7,5 cm, dazu weitere im Kaliber 21 cm, sowie Mörsermunition und Minen. Im Verlauf des Krieges erbrachten die Fortentwicklungen der Waffensysteme beständig ansteigende Zerstörungskraft. Die in der Munitionsanstalt gefertigte Munition unterlag entsprechenden Veränderungen.
Ein typisches Produkt der Muna Rehden im Kaliber 7,5 cm war ein Munitionspaket: Man hatte drei Geschosse und drei Hülsen in einem Korb aus Weidengeflecht zusammengefaßt. Die Hülse enthielt eine Grundbeladung. Bei der Artillerie wird die Reichweite durch Zufügen weiterer Ladungen gesteigert. Diese Zusatzladungen sind Gramm-genau abgewogen und in Fallschirmseide eingenäht gewesen. Sie sind dem Munitionspaket separat zugefügt worden. Eine Tagesproduktion in diesem Kaliber soll 3.200 bis 3.600 Granaten betragen haben.

Mit Beginn der Bauarbeiten an der Muna kam der Bedarf auf, hier vor Ort auswärtigen Arbeitskräften Unterkünfte zu bieten. Das erste in Rehden gebaute Quartier zu deren Unterbringung dürfte das große Barackenlager an der Dickeler Straße gewesen sein. Es entstand westlich außerhalb der Munitionsanstalt, gegenüber dem Haupttor. Es blieb auch nach Aufnahme des Fertigungsbetriebes weiterhin belegt. Berichtet wird von 70 Soldaten und Zivilbeschäftigten. Später hat man es als Männerlager bezeichnet, nachdem in der Nachbarschaft zwei weitere Objekte eingerichtet worden sind.
Militärisches Personal stellte in der HMa nur einen kleineren Teil der Beschäftigten dar. Zur dauerhaften Unterbringung von Soldaten des Funktionspersonals mit ihren Familien sollten vier Häuser als Werkdienstwohnungen gebaut werden. Sie hätten ihren Platz südlich des Männerlagers bekommen, ebenfalls außerhalb der Umzäunung der Muna. Dieses Vorhaben kam allerdings nicht zur Realisierung. Vermutlich wohnten die Betroffenen in massiven Gebäuden des Arbeitslagers. Für die örtliche Bauleitung entstand nördlich des Haupttores eine Baracke in gemauerter Ausführung.
In größerer Anzahl sind Zivilisten eingesetzt worden. Das geschah oft im Rahmen einer Dienstverpflichtung. Da Männer vermehrt zum Militär einberufen wurden, kamen vorrangig Frauen in der Munitionsfertigung zum Einsatz. Kräfte, die in der Umgebung wohnten, konnten täglich zur Arbeitsstelle pendeln. Der Bedarf war aber nicht allein durch Ortsansässige abzudecken. Auch aus entfernteren Regionen hatte man Personal herangezogen. Zu deren Unterbringung diente das in der Südwestecke befindliche Arbeitslager. Überliefert ist, daß 150 junge Frauen aus Österreich mit einer Dienstverpflichtung hier in der Muna Rehden arbeiteten und wohnten.
Schließlich sind auch in fremden Ländern, in denen die Wehrmacht einmarschiert war, Arbeitskräfte rekrutiert worden. Zunächst gelang das teils noch auf freiwilliger Basis, später hat man immer mehr Zwang ausgeübt. Dokumentiert ist der Einsatz von rund 100 Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine. Zu ihrer Unterbringung wurde außerhalb der HMa ein weiteres Barackenlager geschaffen. Das Frauenlager entstand direkt an die südwestliche Ecke angrenzend.
Im Verlauf des Krieges sind französische und sowjetische Kriegsgefangene in der Muna eingesetzt gewesen. Für sie errichtete man westlich des Männerlagers ein gesondertes Kriegsgefangenenlager. Vermutlich bildeten sie ein Arbeitskommando des Stalag X C, Nienburg. Zu ihrer Bewachung könnte eine Einheit des Landesschützen-Bataillon 739 herangezogen worden sein. Im Jahr 1944 soll es in der Munitionsanstalt 600 Beschäftigte gegeben haben.
Über die Lebensverhältnisse der Zwangsarbeiter liegen keine Angaben vor. Entsprechend der Rassenideologie der Nationalsozialisten hatten insbesondere Osteuropäer die gefährlichen Arbeiten auszuführen. Zum Beispiel sind sie ohne Schutz den Chemikalien in der Munitionsproduktion ausgesetzt gewesen. Die Versorgung insbesondere der Osteuropäer war üblicherweise völlig unzureichend. Für das Kriegsende hatten die Briten dokumentiert, daß in Rehden in einem Zivilarbeiterlager 200 Insassen angetroffen wurden. Unklar ist, welche Lager man dabei gezählt hatte.

An besonderen Ereignissen während der Betriebsjahre der Munitionsanstalt wird ein schwerwiegendes Unglück im Frühjahr 1944 genannt. Am 24. April kam es zu einer Explosion im Fertigungsgebiet. Dabei wurde ein Munitionsarbeitshaus völlig zerstört. Sehr wahrscheinlich betraf es das südlich stehende MAH 24a/3, da es auf Luftbildern nicht mehr zu sehen ist. 61 Menschen kostete der Vorfall das Leben. Die Toten waren 25 Österreicherinnen sowie 36 Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene. 22 von den Frauen aus Österreich sind auf dem Rehdener Friedhof bestattet worden.

In den letzten Monaten des II. Weltkrieges befahl die Wehrmacht die Evakuierung von Wehrmaterial, welches dem Gegner nicht in die Hände fallen durfte, aus östlichen Gebieten Richtung Westen. Die Ostfront bewegte sich längst stetig auf das Deutsche Reich zu. Es ging dabei unter anderem um erst in den letzten Jahren neu entwickelte hochgefährliche Kampfstoffmunition. Als Ziel der Eisenbahn-Transporte wurden mehrere im Westen liegende Munitionsanstalten benannt. Auch die Muna Rehden mußte nun solche Kampfmittel aufnehmen. Schließlich kämpften sich die Alliierten auch aus Richtung Westen durch das Reichsgebiet voran. Nun wollte man als letzte Maßnahme die Kampfstoffbestände in Häfen auf Transportkähne verladen, um diese in Abstellräume auf Weser und Elbe zu verbringen. Eine Übersichtskarte gibt an, daß 4.305 t Kampfstoffmunition aus der hiesigen Muna zu evakuieren waren. In aller Eile sollten dafür zum 20. März 1945 Eisenbahnzüge organisiert werden. Ob der Abtransport in Rehden zumindest teilweise noch funktioniert hat, ist nicht sicher. In einem Bericht der Briten wird nur benannt, daß sie hier nach Kriegsende 300 t Bomben mit Kampfstoffüllung aufgefunden hatten.

Bis zum Ende des Krieges lief der Betrieb in der Muna Rehden weitgehend ungestört. Wie auch im Umfeld anderer Munitionsanstalten und Pulverfabriken, wird vor Ort gerne behauptet, daß die Muna wegen ihrer perfekten Tarnung von den Alliierten nicht entdeckt und daher auch nicht bombardiert wurde. Das ist jedoch falsch. Den Alliierten war die Existenz dieser und weiterer Anlagen durch intensive Luftaufklärung sehr wohl bekannt. Das zeigen explizit Luftbilder von 1944. Darauf ist die gesamte Liegenschaft sehr auffällig, insbesondere da die meisten Munitionshäuser noch keine tarnende Erdüberdeckung erhalten hatten. Gezielte Luftangriffe auf die HMa sind jedoch nicht durchgeführt worden. Dieser Umstand ist bei den meisten Anlagen der Art gegeben gewesen. Die Priorität bei Bombenangriffen lag auf Verkehrs-Infrastruktur und Industrie.
Grundsätzlich bestand für alle vergleichbaren Objekte ein Befehl, die Infrastruktur vor Heranrücken des Gegners zu zerstören. Vermutlich konnte man das hier insbesondere durch die vorhandene gefährliche Kampfstoffmunition nicht durchführen. Demnach befand sich die Anlage am Kriegsende in einem weitgehend unversehrten Zustand.

Am 6. April 1945 marschierten Verbände der britischen 7th Armoured Division von Diepholz in Richtung Sulingen. Dabei erreichten sie auch Rehden und beendeten den II. Weltkrieg für den Ort, und somit auch für die Muna.

 Ab 1945: 
Die British Army übernahm nun die Munitionsanstalt Rehden. Zunächst galt es, die eingelagerten Bestände an Munition und Pulver zu erfassen. Neben großer Mengen konventioneller Kampfmittel wird in einem Bericht auch das Auffinden von 300 t Bomben mit Kampfstoffüllung genannt.
Die Entsorgung dieser Kampfstoffe erfolgte durch Versenkung in der Nordsee, wie seinerzeit auch mit Funden aus anderen Anstalten geschehen. Aus damaliger Sicht sollte damit das Problem erledigt sein. Als Folge liegen noch heute gefährliche Gifte auf dem Meeresgrund, die durch Verrosten der Behälter freigesetzt werden.
Die in Rehden aufgefundene konventionelle Munition entsorgten die Briten hauptsächlich durch sprengen. Das wurde auf dem Brandplatz durchgeführt, einer größeren Freifläche im Nordosten des Geländes. Man schichtete dafür die Granaten zu größeren Stapeln auf. Bei dieser Art der Vernichtung ist stets auch Munition fortgeschleudert worden, ohne zu explodieren. Dementsprechend entstanden bei den Aktionen Rüstungsaltlasten, für deren Beseitigung über Jahrzehnte immer wieder Bergungen durchzuführen waren. Die Munitionsräumung betrachtete die British Army im Oktober 1946 als vollendet.

Die Alliierten sahen auch die Zerstörung der Infrastruktur von Rüstungsbetrieben vor. Für die HMa Rehden hatten die Briten eine Liste erstellt, die vorgab welche Bauwerke abzureißen sind. Grundsätzlich sollten fast alle Gebäude im Fertigungsgebiet, die meisten Funktionsbauten im Verwaltungsgebiet und sämtliche Munitionsbunker geschleift werden. Für die Zerstörungen stellten die Briten im Jahr 1946 100 im Umfeld wohnende Zivilisten als Arbeitskräfte ein. Die dabei angefallenen Baustoffe waren begehrt. Mauersteine sind an öffentliche Einrichtungen und Privatleute verteilt worden, einiges wurde aber auch entwendet. Ein Schrotthändler aus Celle fiel besonders negativ auf. Er hatte eine Lizenz bekommen, Metallschrott abzuholen. Das dehnte er eigenmächtig aus auf den Abriß kompletter Gebäude und den Abtransport von tonnenweise Baumaterial. Im Januar 1947 beklagte das zuständige Wohnungsamt sich bei der Militärregierung über die vielen Plünderungen. Mit den Materialien sollten Häuser in der Muna für Nachnutzungen umgebaut werden, am Südrand ist ein TBC-Heim geplant gewesen. Im August 1948 endeten die Aufräumarbeiten vorzeitig. Anschließend ist die gesamte Liegenschaft den deutschen Behörden übergeben worden.

Durch den Zustrom sehr vieler heimatvertriebener Menschen aus den vormals deutschen Ostgebieten entstand in Westdeutschland ein großer Mangel an Wohnraum. Daher revidierte man in Rehden die geplante Zerstörung von Bauwerken und bewertete neu, was in eine zivile Nutzung überführt werden konnte.
Im Arbeitslager und weiteren Bauten brachten die Alliierten bereits kurz nach Kriegsende eine große Anzahl ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter unter. Bis zu 2.000 Personen sollen im Objekt eine Bleibe gefunden haben. Es ist überliefert, daß für sie hier eine Schulungseinrichtung betrieben wurde. Deren Anwesenheit endete planmäßig am 30. Juni 1950. Nachfolger in der Liegenschaft waren Heimatvertriebene. Außerdem nutzten auch Firmen aus der Umgebung geeignete Teile gewerblich. Zwischenzeitlich stellte man hinter dem Haupttor, nördlich des Arbeitslagers, einige zusätzliche Baracken auf.
Von den Alliierten wurde das Fertigungsgebiet besonders kritisch betrachtet, da hier die Munition hergestellt worden ist. Daher waren in dem Bereich schon frühzeitig fast alle Bauwerke abgerissen. Lediglich das Öllager, das Löthaus und die zwei Handmunitionshäuser standen noch. Die diversen Lagerhäuser hätten sich sicherlich für gewerbliche Zwecke besonders geeignet. Aber die vorhandenen 3 kleinen LH und 7 von 13 großen LH sind schon zerstört gewesen.
Bemerkenswert ist, daß viele Munitionsbunker noch existierten. Von 12 kleinen MH blieben 10 stehen, von 50 großen MH 200 m² immerhin 29. Die 14 großen MH 300 m² überstanden die Bereinigung allesamt. Somit befanden sich bei der Übergabe noch 53 Munitionshäuser in der Muna.
Wie auch in anderen vergleichbaren Anlagen ist in Rehden begonnen worden, Munitionshäuser und weitere Bauten für eine Nutzung durch Gewerbe und als Wohnraum herzurichten. Bei den meisten Bunkern wurde die Erdüberdeckung entfernt. In die gemauerten Außenwände brachte man zur Entfestigung bei einigen Bauten Fensteröffnungen und weitere Türen ein. Interessant sind die Vorgaben der Militärregierung für diese Maßnahmen. Die geforderten Durchbrüche mußten 1/5 der Grundfläche betragen. Bei einem MH 200 m² waren also 40 m² Öffnungen für Türen und Fenster erforderlich.

1949 strebte das Evangelische Hilfswerk die Umwandlung der Muna Rehden in eine Flüchtlingssiedlung an. Gleiches hatte die Organisation auch fast 30 km weiter südlich in der früheren HMa Lübbecke geplant. Dort kam es zur Umsetzung, in Rehden scheiterte das Vorhaben dagegen an der Unwilligkeit der niedersächsischen Landesregierung.
Das Hilfswerk hatte im Herbst 1949 zwei Gutachten erstellt, welche die zu dem Zeitpunkt aufgefundenen Verhältnisse aufführten. Darin wird genannt, daß fast alle Munitionsbunker keine Erdüberdeckung mehr haben. An den letzten drei verbliebenen hatte deren Beseitigung gerade begonnen. Die von der Militärregierung geforderte Entfestigung ist allerdings in bislang nur wenigen Fällen erfolgt. Sechs MH 50 m² sind bewohnt, ein MH 300 m² wird als Bürogebäude genutzt. Zwei große Lagerhäuser zu je 1.000 m² dienen als gewerblicher Lagerraum. In einem Infanterie-Patronenhaus ist eine Werkstatt mit Wohnung eingerichtet. Fünf Firmen haben sich angesiedelt: eine Bautischlerei mit Möbelfabrik, ein Hersteller von Hohlsteinen und Fußbodenplatten, eine Schlosserei mit Kfz-Werkstatt, eine Bäckerei sowie ein Fleischereibetrieb. Einige weitere Interessenten haben sich bereits beworben.
Bemerkenswert sind die Angaben zum Gleisanschluß. Zu dem Zeitpunkt lagen die Schienen noch, ein Demontagebefehl war von den Briten aber bereits vorgelegt. Möchte man vor Ort die Gleise behalten, verlangt die Militärregierung die doppelte Menge an Stahlschrott als Ausgleich. Außerdem wird erwähnt, daß die Schienen aus Belgien stammen und ein für Deutschland nicht gebräuchliches Profil haben. Da eine Rückforderung durch Belgien befürchtet wurde, ist auf den gesamten Gleisanschluß verzichtet worden. Daraufhin folgte der Abbau aller Schienen, auch den Lokschuppen hat man abgerissen.

Ab 1952 mußten Bewohner und Firmen die Munitionsanstalt wieder verlassen. Dem deutschen Zoll ist als Bundesbehörde nun das Objekt zugeschlagen worden. 1948 wurde in Quakenbrück eine Schule für Zollhunde gegründet. Dort stand allerdings nicht genügend Platz zur Verfügung, es folgte der Umzug nach Rehden. Hier konnte die Dienststelle den größten Teil des Geländes nutzen. Die Anwesenheit dauerte bis 1956, dann mußte man wieder umziehen. Das Ziel war nun das ehemalige Kriegsmarine-Tanklager Bleckede an der Elbe.

Die Ursache für den Fortzug der Hundeschule lag in der Aufstellung der Bundeswehr begründet. Das neue deutsche Militär benötigte zahlreiche Liegenschaften aller Art. Die frühere HMa Rehden eignete sich mit ihrer großen Fläche und den vorhandenen Munitionsbunkern gut für die Einrichtung eines Munitionsdepots. So ist das Objekt bereits ab April 1956 von der Logistiktruppe bezogen worden. Zunächst war es eine Dienststelle des Heeres, die hier eine Deponierung von Munition durchführte. Aber bereits im Februar 1957 ging die Liegenschaft an die Luftwaffe über.
Wie bei der Bundeswehr seit jeher üblich, hat man immer wieder umorganisiert und Bezeichnungen verändert. So auch in Rehden. Im März 1957 traf auf dem Fliegerhorst Diepholz ein Vorkommando ein, aus dem am 1. Januar des folgenden Jahres das Luftwaffenversorgungsregiment 2 gebildet wurde. Dem Regiment ist das Munitionsdepot Rehden unterstellt worden. In einem Dokument aus der Zeit wird tatsächlich von der LwMuna Rehden gesprochen - obwohl hier keine Produktion mehr stattfand. Offiziell lautete der Name dann aber Munitionsnachschubstaffel Rehden.
Zum 1. März 1962 erfolgte ein Unterstellungswechsel zum LwVersRgt 6, welches in der Donnerschwee-Kaserne in Oldenburg stationiert war. Zeitweilig galt nun die Bezeichnung 7./LwVersRgt 6, dauerhafter galt LwMunDp/LwVersRgt 6. Erst 1974 kam in dem Regiment ein zweites Munitionsdepot hinzu, es entstand als Neubau bei Lorup im Emsland. Zur Unterscheidung mußten jetzt beide Einrichtungen eindeutige Kennungen bekommen. Somit galt nun LwMunDp 1/LwVersRgt 6 in Rehden und LwMunDp 2/LwVersRgt 6 in Lorup. 1979 erfolgte die letzte Umbenennung, in Rehden lag das LwMunDp 61 und in Lorup das LwMunDp 62.
Für die Luftwaffe ist Rehden von der Fläche her mit 200 ha das größte Munitionsdepot gewesen. Dies ergab sich vor allem aus der Historie als Munitionsanstalt. In anderen Depots hat man die Munitionslagerhäuser dichter aufgereiht, und meist nur die tatsächlich dafür erforderliche Grundfläche beansprucht. Rehden blieb ein sehr weitläufiges Objekt.

Als Aufgabenbeschreibung für das LwMunDp 61 wurde formuliert: diverse unterschiedliche Munitionsarten der Luftwaffe sind aufzunehmen und einzulagern. Außerdem müssen sie untersucht und instandgesetzt werden. Und, falls erforderlich, sind sie zu entsorgen.
Schwerpunkte bei den Waffensystemen waren zum einen die Betreuung der Luft-Luft-Rakete AIM-9 Sidewinder, welche bis in die Gegenwart hauptsächlich von Jagdflugzeugen zur Bekämpfung feindlicher Luftfahrzeuge eingesetzt wird. Zum zweiten sind die inzwischen ausgesonderten Boden-Luft-Raketen des Typs Hawk in Rehden gelagert und versorgt worden. Das FlaRak-System Hawk wird auf einer separaten Seite eingehend beschrieben.
Die zuvor genannte Entsorgung von Munition erfolgte teilweise durch Abbrennen oder Sprengung. Dazu stand im Nordosten des Geländes der Munitionsvernichtungsplatz zur Verfügung. Die Fläche hatten bereits die Briten in größerem Rahmen genutzt. Bei der Bundeswehr wurde allerdings einzeln entsorgt. Es galt nun zu verhindern, daß nicht explodierte Munition fortgeschleudert wird.
Mit der in Rehden vorhandenen großen Fläche bot es sich an, Bereiche für eine Ausbildung im Umgang mit Munition herzurichten. Daher betrieb die im bayerischen Kaufbeuren beheimatete Technische Schule der Luftwaffe 1 hier eine Außenstelle, in der munitionstechnisches Personal aus- und weitergebildet wurde.

Die bei Einrichtung des Depots vorhandene Infrastruktur mußte zunächst für die neue Aufgabe angepaßt und vor allem erweitert werden. Die Ausbauten zogen sich über viele Jahre hin, man folgte dem sich im Laufe der Zeit verändernden Bedarf. Ein endgültiger Stand ist dementsprechend nie erreicht worden.
Der administrative Teil der Dienststelle bezog, wie auch schon die Vorgänger, das frühere Arbeitslager in der Südwestecke des Areals. Dort gab es weiterhin die massiven Baracken, die nun Platz für die Verwaltung, Unterkünfte und einen Wirtschaftsbereich boten. In der nördlich des Haupttores befindlichen Baracke der Bauleitung richtete sich die depoteigene Feuerwehr ein.
Im östlich des Arbeitslagers anschließenden Bereich hatten die Briten die meisten Einrichtungen abgerissen. Das Wasserwerk war eines von wenigen noch erhaltenen Objekten. Daraus konnte nun die Trinkwasserversorgung für die Bundeswehr abgedeckt werden. Ansonsten mußte hier alles erforderliche neu entstehen. Es wurde ein technischer Bereich mit Werkstatt, Fahrbereitschaft und Tankstelle errichtet. Ergänzend kamen Schleppdächer zum Abstellen von Fahrzeugen hinzu. Auch ein neues Heizwerk fand hier seinen Platz. Auf der Position des abgerissenen Gemeinschaftsgebäudes steht nun eine höhere Planentrockenhalle.
Erst Ende der 1980er Jahre kam der weithin sichtbare Richtfunkturm in Betonbauweise hinzu. Darüber war der Standort Rehden mit dem Automatischen Führungsfernmeldenetz Luftwaffe (AutoFüFmNLw) verbunden. Die Richtfunkstrecke führte zum Fliegerhorst Diepholz und von dort weiter zu einem Knotenpunkt auf dem Signalberg bei Damme.
Richtung Osten folgt das Tor zum „Gefährlichen Betriebsteil“. Das ist die Bezeichnung der großen Fläche, auf der man an der Munition gearbeitet hatte, und sie deponiert worden ist. Dieser Bereich war separat abgezäunt. An der Einfahrt stand ein weiteres Pförtnergebäude, genannt innere Wache. Auf dem Areal des früheren Fertigungsgebietes ist ein neuer Arbeitsbereich im Zentrum des Depots entstanden. Die eingelagerten Kampfmittel mußten regemäßig untersucht werden. Auch Instandsetzungsarbeiten fielen an. Dazu hatte die Bundeswehr im Norden dieses Gebietes ein größeres Munitionsinstandsetzungshaus errichtet. Es ist auf die Flugabwehrraketen des Typs Hawk ausgelegt gewesen. Etwas weiter südlich ist ein Munitionsuntersuchungshaus für Luft-Luft-Raketen des Typs Sidewinder gebaut worden.
Als drittes Objekt dieser Art erfolgte der Umbau des früheren Handmunitionshauses 26/2 zu einem zusätzlichen Munitionsuntersuchungshaus. Auch zwei weitere Bauten der ehemaligen Muna in dem Bereich fanden eine neue Verwendung. Das Handmunitionshaus 26/1 und das Löthaus dienten nun als Lagerhäuser. Als Neubau kam hier ergänzend ein kleiner Munitionsbunker hinzu. Er trug die Bezeichnung Munitionsabstellhaus, demnach diente er als temporäres Lager für explosive Munitionsteile. Es handelt sich dabei um ein Munitionslagerhaus in der standardisierten Bauform MLH 25, mit dementsprechend 25 m² Nutzfläche.
Zu Zeiten der Wehrmacht gab es ein größeres Gemeinschaftsgebäude für die im Fertigungsgebiet Beschäftigten. Einen sinngemäßen Nachfolger hat auch die Bundeswehr gebaut, nun aber in deutlich kleinerer Form. Das ebenfalls als Gemeinschaftsgebäude bezeichnete Haus steht umschlossen von Erdwällen in der Mitte des Arbeitsbereiches.
Interessant sind die in den jeweiligen Epochen verwendeten unterschiedlichen Bezifferungen der Gebäude. Zu Zeiten der Wehrmacht waren auf Lageplänen jeweils die Nummern aus der Raumbedarfsnachweisung angegeben. Somit bildete die Kennung die Funktion des Objektes ab.
Nach Besetzung der Anlage durch die Briten führten diese ein komplett anderes Schema ein. Dabei hatten sie am Tor mit der Ziffer 1 begonnen und sich, das Arbeitslager ausgenommen, durch die Muna fortbewegt, vom Süden über Westen und Osten bis in den Norden. Das Arbeitslager folgte erst am Ende. Dadurch entstand eine Numerierung, die nur die örtliche Lage wiedergab.
Die Bundeswehr legte wieder eine andere Zählweise an. Die Ziffern 1-27 bekamen die neu gebauten Munitionslagerhäuser. Die anschließenden Werte nahm man für die älteren Bunker, aber auch für Funktionsgebäude im Arbeitsgebiet. Später hinzugekommene Bauten erhielten höhere Zahlen. Daher konnte in diesem Fall aus den Kennungen überwiegend weder Funktion noch Lage abgeleitet werden.
Als Beispiel für die drei Zeiträume sei der nördlichste Munitionsbunker genannt, ein MH 300 m². Bei der Wehrmacht mit der RBN 30/16 bezeichnet, bei den Briten Nr. 110 und bei der Bundeswehr Nr. 57.

Die Einlagerung von Munition beanspruchte wieder die größte Fläche der Liegenschaft. Bei Übernahme des Geländes durch die Bundeswehr standen von der ehemaligen Munitionsanstalt noch folgende Munitionsbunker: 10 mit 50 m², 29 mit 200 m² und 14 mit 300 m² Innenraum. Die mußten nun erst für die Verwendung wieder hergerichtet werden. Wie weiter oben geschrieben, hatten alle keine Erdüberdeckung mehr, bei einigen waren Fenster und zusätzliche Türen eingebracht und nachgenutzte Bunker hatten im Innenraum Zwischenwände erhalten. Während die Bezeichnung der Gebäude bislang Munitionshaus (MH) lautete, hieß es bei der Bundeswehr nun Munitionslagerhaus (MLH).
Um sofort Möglichkeiten für die Deponierung von Munition zu schaffen, sind zahlreiche Flächen von 200-300 m² planiert worden, um sie als Freilagerplätze nutzen zu können. Teilweise wurden dafür die Bodenplatten gesprengter Munitionsbunker herangezogen. Ein Lageplan von 1957 weist 39 Freistapelplätze aus. Zu dem frühen Zeitpunkt war das Heer noch anwesend, die Belegung ist aufgeteilt gewesen, nur bestimmte hatte man für die Luftwaffe reserviert.
Als nächstes ließ die Bundeswehr 27 neue Munitionsbunker errichten. Sehr ungewöhnlich ist, daß dazu erkennbar weitgehend Baupläne aus Zeiten des II. Weltkrieges herangezogen worden sind. Alle neuen Bunker entstanden mit 200 m² Nutzfläche. Von außen sind sie von den alten Munitionshäusern gleicher Größe kaum zu unterscheiden. Es wurde nun aber wohl vollständig mit Beton gebaut. Fotos auf dieser Seite zeigen an den Toren unterschiedlich hohe Sturze, das einzige äußere Unterscheidungsmerkmal. Warum in der Form gebaut wurde, ist nicht überliefert. Möglicherweise gab es noch keine neuen Baupläne für diese Größe.
Die MLH faßte man zu Lagerbezirken zusammen. Es gab vier Bezirke: A im Westen, B im Norden, C im Nordosten und D im Südosten. In jedem dieser Bezirke stand ein kleines Lagerbürogebäude für die Verwaltung zur Verfügung. Es gab verteilt im Depot auch weiterhin einige Freistapelplätze. Deren Anzahl hatte sich inzwischen auf 9 reduziert.
In den 1980er Jahren liefen Planungen, zahlreiche neue Munitionslagerhäuser zu errichten. Ein einzelner Bunker der Bauart Stradley ist vorab realisiert worden. Mit 90 m² Nutzfläche trug er die Bezeichnung MLH 90. Diese modernere Bauform weist an der Vorderseite ein großes Schiebetor auf. Dadurch konnte auch größeres Umschlaggerät in den Innenraum einfahren. Der Ausbau in größerem Umfang sollte 1992 beginnen. Doch nach Ende des Kalten Krieges gab es keinen Bedarf mehr.
Weiterhin noch zu nennen sind die sechs erhaltenen großen Lagerhäuser aus Zeiten der Muna. Fünf wurden auch von der Bundeswehr als Lagerhäuser bezeichnet, einer als Packmittelschuppen.

Insbesondere in den ersten Jahrzehnten der Nutzung durch die Luftwaffe erfolgten Munitionstransporte oft auf der Schiene. Daher ist ein Teil des von den Briten demontierten Gleisanschlusses auf vorhandenem Planum wieder aufgebaut worden. Im Süden stehen nun wieder drei Gleise für das Umsetzen und Rangieren zur Verfügung. Von dort führt aber nur noch eine Trasse durch das Depot. Diese erstreckt sich bis zu den nördlichsten MLH.
Nahe dem Arbeitsbereich gibt es eine 100 m lange Seitenrampe, an der in die seinerzeit gebräuchlichen geschlossenen Güterwaggons umgeschlagen werden konnte. Dort befindet sich ein weiteres Lagerbürogebäude für Annahme und Versand (A+V).
Wie schon früher die Wehrmacht, setzte auch die Bundeswehr wieder eine eigene Lokomotive für das Bewegen der Waggons ein. Zu deren Unterstellung wurde der Lokschuppen auf dem Standplatz des abgerissenen in modernerer Form wieder aufgebaut. Es kamen anfangs kurzzeitig nacheinander zwei Diesellokomotiven Deutz KS 200 B zum Einsatz. Im November 1962 traf die endgültige Lok vom Typ Deutz KS 230 B mit der Werknummer 57525 hier ein.

Mitte der 1960er Jahre ist am nordwestlichen Rand ein künstlicher See ausgehoben worden. Eventuell diente die Grube zunächst zur Gewinnung von Bausand. Es entstand daraus das im Standortjargon Silbersee genannte Gewässer. Auf jeden Fall gab es damit ein großes Reservoir für Löschwasser, das man 1983 noch erweiterte. Später entwickelte es sich zum Biotop.

Für das Jahr 1989 liegen Zahlen über die hier Beschäftigten vor. Es gab Planstellen für 45 Soldaten und 95 Zivilbeschäftigte. Im gleichen Jahr fiel die innerdeutsche Grenze, damit bahnte sich das Ende des Kalten Krieges an. Nach der deutschen Wiedervereinigung setzte eine umfangreiche Abrüstungswelle ein, mit der zahlreiche Verbände aufgelöst und Liegenschaften aufgegeben wurden. In dieser Phase bekam die Truppenunterkunft des Depots 1990 einen offiziellen Namen, fortan hieß sie nun Heidmoor-Kaserne.
Zum 1. November 1992 erfolgte die Auflösung des vorgesetzten LwVersRgt 6 in Oldenburg. Damit ging die Unterstellung des Rehdener Depots wieder auf das LwVersRgt 2 in Diepholz über - also dorthin, wo es 1957 begonnen hatte. Aber das LwMunDp 61 sollte keine Zukunft haben. Nur das mit modernerer Infrastruktur ausgestattete LwMunDp 62 in Lorup durfte seinen Betrieb fortführen - bis in die Gegenwart.
Zum 30. Juni 1995 erfolgte die Auflösung der Dienststelle Luftwaffenmunitionsdepot 61. Ein Nachkommando räumte bis in das Folgejahr die komplette Liegenschaft. Anschließend übergab man das Objekt an die Immobilienverwaltung des Bundes.

Aufgabe der Bundesvermögensverwaltung war die Verwertung solcher nicht mehr benötigten Liegenschaften, möglichst durch Verkauf. Dazu bekam nun wieder das Thema Rüstungsaltlasten Priorität. Schon in den Jahrzehnten der Nutzung durch die Bundeswehr sind immer wieder Bereinigungen erforderlich gewesen. In den 1960er Jahren erfolgte der Aufbau neuer Bauwerke, deren Standplätze zuvor abgeräumt werden mußten. Beim Ausheben des Silbersees hatte man in größerem Umfang Munition für Handfeuerwaffen und Handgranaten gefunden, die vermutlich zum Kriegsende dort verscharrt wurden.
In den 1980er Jahren liefen Vorbereitungen für den Ausbau des LwMunDp mit diversen neuen Munitionsbunkern. Auf mehreren Flächen ist der dichte Wald abgeholzt worden, um Platz für die MLH zu schaffen. Diese Bereiche mußten wieder nach Kampfmitteln abgesucht werden. Zur gleichen Zeit begann das Niedersächsische Umweltministerium mit der systematischen Erfassung von Rüstungsaltlasten im gesamten Bundesland. Dabei wurden auch für den Standort Rehden mehrere Gutachten erstellt. Die Berichte nennen beträchtliche Munitionsfunde und empfahlen weitere Sanierungen.
Das ließ die Bundesvermögensverwaltung durchführen, sodaß sie 1998 das Objekt als bereinigt bezeichneten und den Verkauf anstrebten. Bald nach dem Übergang auf den neuen Eigentümer stellte sich heraus, daß weiterhin zahlreiche Kampfmittel im Gelände aufzufinden waren. So sind erneut aufwendige Bergungen erforderlich geworden.

Im Jahr 2000 fand die Übergabe der ehemaligen Munitionsanstalt an den neuen Besitzer statt. Damit erfolgte die Umwandlung des kompletten Objektes in den „Gewerbepark Heidmoor“. Ein Unternehmen der Logistikbranche wurde neuer Hausherr. Es wuchs später zur Firmengruppe Boes auf. Wesentlicher Teil der Gruppe ist die BTR-Logistik GmbH, die in der früheren Muna ein Logistikzentrum betreibt, hauptsächlich als Dienstleister für die Automobilindustrie. Die Infrastruktur mußte für die neue Aufgabe angepaßt werden, ein Prozeß der fortlaufend weitergeführt wird. Moderne Einrichtungen, wie Hackschnitzelkraftwerk und Photovoltaikanlagen, sorgen dafür daß der Betrieb inzwischen weitgehend autark arbeitet.
Eine Hälfte des Geländes wird zur Lagerung genutzt, die andere für die Forstwirtschaft. Im aktuellen Stand gibt es auf dem Areal Stellplätze für 35.000 Fahrzeuge. Dazu kommen große Lagerflächen in Hallen und früheren Munitionsbunkern. Der Gleisanschluß ist weiterhin in Betrieb, der Transport vieler Fahrzeuge erfolgt auf der Schiene. BTR-Logistik verfügt über zwei eigene Lokomotiven. Dabei handelt es sich um Maschinen aus ehemaligen Beständen der Bundeswehr, wiederum vom Typ Deutz KS 230 B. Die Lok mit der Werknummer 57523 konnte vom Fliegerhorst Diepholz übernommen werden, die Werknummer 57516 war ursprünglich auf dem Fliegerhorst Ahlhorn stationiert, stand dann aber auf dem Fliegerhorst Faßberg im Einsatz.
Die ehemalige Munitionsanstalt bzw. das frühere Luftwaffenmunitionsdepot stellt durch die Firmengruppe Boes heute einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde Rehden dar und bietet zahlreiche Arbeitsplätze. Trotzdem bemängelt die Geschäftsleitung, daß trotz hoher Steuerabgaben von der Samtgemeinde kaum Unterstützung für Vorhaben kommt.

 Zustand: 
Bereits in der ersten Nachkriegszeit sind zahlreiche Bauten abgerissen worden. Daher findet man heute aus der Epoche der ursprünglichen Munitionsanstalt weniger erhaltene Infrastruktur. Das Arbeitslager in der Südwestecke ist noch weitgehend komplett vorhanden. Im Lagerbereich stehen immerhin noch 53 Munitionsbunker der Wehrmacht. Es kamen in der jahrzehntelangen Zeit der Nachnutzung als Bundeswehr-Munitionsdepots diverse neue Bauwerke hinzu. Darunter 27 jüngere Munitionsbunker, bemerkenswerterweise errichtet weitgehend nach Bauplänen aus der Zeit vor 1945. Von außen sind sie kaum von den älteren zu unterscheiden.

 Zugang: 
Die gesamte Liegenschaft ist weiterhin abgesperrt und darf nicht betreten werden!

 Hinweis: 
Der heutige Betreiber des Geländes, der Transportlogistiker BTR, ist im Internet zu finden:
https://btr-transportlogistik.de

Blick aus der Vogelperspektive mit Google Maps:
Google Maps

Fotos:

Haupteinfahrt
Die Haupteinfahrt in die ehemalige Heeres-Munitionsanstalt Rehden.

Bauleitung
Links des Tores steht diese größere Baracke, in der die Bauleitung untergebracht war. Die Bundeswehr stationierte später darin die Feuerwehr.

Handwerkergebäude
Dieses Haus entstand bereits im II. Weltkrieg. Die Bundeswehr bezeichnete es als Handwerkergebäude.

Handwerkergebäude
Blick auf die Rückseite.

Tankstelle
Eine von diversen Einrichtungen, die für den Betrieb des Luftwaffenmunitionsdepots neu errichtet werden mußte: die Tankstelle.

Trafoturm
Ein alter Trafo-Turm im Nordwesten.

Eisenbahntor
Am südlichen Ende der Liegenschaft führt das Eisenbahntor in die Anlage.

Gleise
Auf drei Gleisen kann hier rangiert werden.

Lokschuppen
Der Lokschuppen wurde nach dem Krieg abgerissen und später für die Bundeswehr an gleicher Stelle moderner ausgelegt neu aufgebaut.

Verwaltungsbaracke
In der südwestlichen Ecke des Arbeitslagers steht diese Verwaltungsbaracke mit der RBN 60.

Verwaltungsbaracke
Ursprünglich sollte es nur die Verwaltung des Arbeitslagers aufnehmen. Es diente aber der Verwaltung der gesamten Muna.

Wohnbaracke
Eine Wohnbaracke zur Unterbringung nicht ortsansässiger Arbeitskräfte, hier Nummer 58/1.

Wohnbaracke
Sieben baugleiche Häuser waren geplant, vier wurden realisiert, dieses ist Block 58/3.

Wohnbaracke
Und von außerhalb ein Blick auf 58/4.

Lagerschuppen
Zum Arbeitslager gehörte auch ein Lagerschuppen, der äußerlich weitgehend den Wohnbaracken entspricht.

Lagerschuppen
Da das geplante Verwaltungsgebäude der Muna nicht gebaut wurde, zogen Teile der Administration hier ein.

Abortbaracke
Das Arbeitslager ergänzten zwei Abortbaracken.

Duschbaracke
Auch eine Duschbaracke steht separat.

Handmunitionshaus
Im Fertigungsgebiet findet man nur noch sehr wenige Bauwerke aus der Zeit des II. Weltkrieges. Hier das Handmunitionshaus 26/2.

Lagerhaus 10
Ein älteres Bild vom großen Lagerhaus LH 10. Es verfügt über einen H-förmigen Grundriß.

Lagerhaus 10
Der gleiche Bau in der jüngeren Vergangenheit.

Lagerhaus 12
Lagerhaus LH 12 hat einen U-förmigen Grundriß.

Lagerhaus 14
Das südlichste Lagerhaus 14 ist inzwischen abgerissen worden.

MH 30b/10
Ein kleines Munitionshaus mit lediglich 50 m² Innenraum, erkennbar an dem einzelnen Eingang.

MH 30b/2
Dieser Bautyp diente hauptsächlich zur Aufbewahrung von Zündern.

MH 30b/8+9
Die kleinen MH standen meist in Gruppen, hier 30b/8 und 9.

MH 30a/51
Die verbreitetste Bauform war das große Munitionshaus mit 200 m² Nutzfläche.

MH 30a/45
50 Bunker dieses Typs sind gebaut worden.

MH 30a/52
Nach dem Krieg zerstörten die Briten davon 21 Exemplare.

MH 30a/51
Oben links einer von vier Kaminen zur Belüftung.

MH 30a/45
Der Luftschacht.

MH 30a/52
Details am Eingang. In der Aussparung war Elektrik untergebracht. Auf dem Schild unten steht Blitzschutz.

MH 30a/46
Hier ist an einer freigelegten Außenwand die Bauweise mit Backsteinen zu sehen.

MH 30a/52
Ein näherer Blick auf eines von zwei Toren.

MLH 4
Auf den ersten Blick sieht dieser Bunker identisch aus. Es ist aber ein nach dem Krieg errichtetes Bauwerk.

MLH 4
Im Vergleich ist eine abweichende Bauweise am Tor zu erkennen.

MH 30a/5
Das Munitionshaus 30a/5 wurde nach dem Krieg mitsamt Munition gesprengt. Nur die Bodenplatte blieb übrig.

MH 30/7
Anhand der drei Tore identifiziert man diesen Bunker als großes Munitionshaus mit 300 m².

MH 30/16
Ein weiteres Munitionshaus gleichen Typs, RBN 30/16.

MLH 25
Nur zwei Munitionsbunker wurden nach moderneren Baunormen errichtet. Hier ein MLH 25 im Arbeitsbereich, bezeichnet als Munitionsabstellhaus.

MLH 90
Etwas abseits steht ein einzelnes MLH 90, entsprechend 90 m² Nutzfläche.

MLH 90
Mit dem großen Schiebetor gehört es zur Bauart Stradley.

Sprengplatz
Ein altes Hinweisschild am früheren Sprengplatz, offiziell als Munitionsvernichtungsplatz bezeichnet.

Sprengplatz
Hinter diesen Bäumen lag der Platz in der Nordostecke der Liegenschaft.

Feuerlöschgerät
Im Umfeld steht eine Aufbewahrung für Feuerlöschgerät.

Silbersee
Der in den 1960er Jahren geschaffene sogenannte Silbersee.

Außerhalb:

Frauenlager
Südlich des Arbeitslagers befand sich außerhalb der Muna das Frauenlager. Dieser Schutzstand für Wachen blieb erhalten.

Männerlager
Westlich des Männerlagers lag das Kriegsgefangenenlager. Die Einfahrt ist noch erkennbar.

Männerlager
Auf der Fläche konnte nur dieser Fundamentstreifen gefunden werden.

Friedhof
Auf dem Friedhof in Rehden befindet sich ein Grab für die österreichischen Opfer des Explosionsunglücks vom 24.4.1944.

Gedenkstein
Im Ort steht ein Gedenkstein mit der Beschriftung „Heidmoor-Kaserne 1936-1995“.

Rot: der Außenzaun der Muna Rehden.
Karte
Maßstab

Quellenangabe:
- Niedersächsisches Umweltministerium: Gefährdungsabschätzung von Rüstungsaltlasten in Niedersachsen
- Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945 - Band 3: Niedersachsen II
- Wehrmacht: Anschriftenverzeichnis der Feldzeugdienststellen
- Wehrmacht HDv 454/1 - Grundsätze für das Bauen von Munitionsanstalten
- Bundeswehr: Chronik des Luftwaffenunterstützungskommandos 1970-2001
- Bundeswehr: Dein Standort Diepholz 1981
- Karl Warns: Zwischen Dümmer und Eschbach - Rehden und die Muna
- Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Hannover
- Archiv BTR Rehden, Bruno Boes
- Bundesarchiv - Militärarchiv: RH 12-21/28, RH 53-10/29
- Luftbilder NCAP US7/1704 3050-3052, 4051 vom 17.05.1944
- Otwin Skrotzki: http://www.bildergalerie-diepholz.de/html/muna_rehden.html
- https://www.bundeswehrloks.de
 
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