Relikte des Kalten Krieges:
Die auf dieser Seite vorgestellte Anlage grenzt unmittelbar an das Marinemunitionsdepot 6 Oxstedt, welches nach Aufstellung der Bundeswehr aus dem Marine-Sperrwaffenarsenal Oxstedt hervorgegangen war. Das Areal befindet sich am Südrand des ehemaligen Schießplatzes Altenwalde, der zu Zeiten des Kalten Krieges als Truppenübungsplatz diente. Nur einige hundert Meter nordöstlich des Depots liegt die frühere Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne. Das Militär betrieb somit in diesem Umfeld gleich mehrere Objekte, die überwiegend weitläufige Flächen beanspruchten.
Zu den nach 1945 eingerichteten Standortmunitionsniederlagen (StOMunNdlg) gab es in der Wehrmacht Vorgänger, seinerzeit Truppen-Munitionsniederlagen genannt. Eine weitere Seite beschreibt die TrMunNdlg Oldenburg, als interessantes Beispiel einer solchen Anlage. Die Aufgabe dieser Munitionslager hatte sich jedoch in der Epoche des Kalten Krieges grundlegend verändert. Die Wehrmacht deponierte früher nur Kampfmittel, die von in der Umgebung stationierten Einheiten auf Schießständen und bei Übungsvorhaben auf Truppenübungsplätzen verbraucht wurden. Daher reichte für die Objekte eine kleine Lagerkapazität, üblicherweise waren weniger als zehn Munitionshäuser vorhanden.
Während des Kalten Krieges bestand eine permanente Bedrohungslage durch den Warschauer Pakt. Die NATO mußte sich auf die Möglichkeit eines Überraschungsangriffs mit kurzer Vorwarnzeit einstellen. Um eine schnelle Reaktionsfähigkeit zu ermöglichen, wurde Gefechtsmunition bereits in Friedenszeiten in der Nähe der einsetzenden Truppen bereitgehalten. Daneben ist aber auch Übungsmunition und Manövermunition in den StOMunNdlg eingelagert worden.
Als Verteidigungsvorrat hatte man hier die Grundbeladung der Munition für die zugeteilten Einheiten deponiert. Ein Bestandteil davon war die Kampfbeladung, mit der die Gefechtsfahrzeuge aufmunitioniert wurden. Der andere Teil ist die Truppenbeladung gewesen, welche die Nachschubgruppen der Verbände auf Transportfahrzeugen mitführten. Waren Nachschubkompanien vor Ort stationiert, kam für diese noch die Ergänzungsbefüllung für Brigaden oder auch Divisionstruppen hinzu.
Im Alarmierungsfall hätten die Nachschubgruppen mit LKW die Kampfmittel aus den StOMunNdlg abgeholt und zu den Bereitstellungsräumen verbracht. Die Kampffahrzeuge selbst wären nicht in die Depots eingefahren.
Selbstverständlich hatte die Bundeswehr Standards für die Auslegung von Standortmunitionsniederlagen erlassen. Die Bunker in denen die Kampfmittel deponiert wurden, bezeichnete man als Munitionslagerhaus (MLH). Von den 1950er bis mindestens Ende der 1970er Jahre gab es zwei gängige Typen, die in allen StOMunNdlg aufzufinden waren.
Die kleinere Ausführung hat innen eine Breite von 3,2 m, eine Tiefe von 7,8 m und eine Höhe von 2,6 m. Somit ergeben sich rund 25 m² Lagerfläche, sie bekamen die entsprechende Typbezeichnung MLH 25. Die Bauten verfügen über ein zweiflügeliges Tor. Sie sind mit Erde überdeckt, welche zur Tarnung eine Bepflanzung bekam. Nach oben führen zwei Belüftungsschächte heraus, die diagonal an zwei Ecken stehen. Innen ist einer der Schächte in der Wand tief und der andere hoch mit dem Innenraum verbunden. Das führt durch unterschiedliche Lufttemperaturen zu einer natürlichen Zirkulation. An den Wänden befinden sich Markierungen, über die die Position bestimmter Einlagerungen dokumentiert werden konnte.
Der größere Typ hat innen 6,6 x 7,8 m bei gleicher Höhe, und somit gut 50 m² Nutzfläche. Die Bezeichnung lautet dementsprechend MLH 50. Die zwei zweiflügeligen Tore führen in den gleichen Innenraum, es gibt dort keine Unterteilung. Auch sie erhielten eine bepflanzte Erdüberdeckung. Diese Bunker verfügen über vier Belüftungsschächte, in jeder Ecke einer. Ansonsten ist die Ausstattung in weiten Teilen identisch zu den MLH 25.
Von den beiden vorgenannten abgesehen, gibt es für spezielle Zwecke auch größere MLH. Das betraf vorrangig die Sondermunitionslager, in denen atomare Sprengköpfe und Granaten lagerten. Andere dienten der Aufbewahrung von Raketentriebwerken des atomar zu bestückenden Waffensystems Honest John. Ein Beispiel für eine solche Anlage zeigt die Seite Standortmunitionsniederlage 241/2 Dünsen.
Schließlich sind noch die kleinen freistehenden Munitionsbehälter zu nennen. Davon befanden sich einzelne in den StOMunNdlg. In deutlich höherer Anzahl gibt es sie nach wie vor in den Kasernen. Die Behälter dienen zur Aufbewahrung von hauptsächlich Patronen für Handfeuerwaffen. Sie bestanden früher aus Holz, später meist aus Waschbeton und haben an der Vorderseite eine zweiflügelige Tür. Die Maße betragen: Breite 160 cm, Tiefe 130 cm und Höhe 110 cm plus 30 cm Sockel.
Die Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr ZDv 73/1 gab vor, welche Stückzahlen an Munitionslagerhäusern und Munitionsbehältern in einer Standortmunitionsniederlage vorhanden sein mußten. Darin waren die Typen A-F geregelt. Die folgende Auflistung führt zusätzlich die für die Lagerung von Sonderwaffen geschaffenen Typen H-K auf.
Die Tabelle bezieht sich auf den Stand zweite Hälfte der 1970er Jahre. Darin ist unter anderem die Umstellung der Panzerbataillone in Panzerbrigaden auf den Kampfpanzer Leopard 2 noch nicht berücksichtigt. Da danach statt 105 mm Granaten der Kaliber 120 mm gelagert werden mußte, waren dementsprechend Erweiterungen erforderlich.
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A |
B |
C |
D |
E |
F |
H |
J |
K |
| MLH 25 |
3 |
4 |
5 |
1 |
2 |
1 |
- |
- |
5 |
| MLH 50 |
12 |
8 |
5 |
5 |
3 |
2 |
- |
- |
- |
| MLH 150/180 |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
1 |
2 |
3 |
| MBH |
1 |
1 |
1 |
1 |
1 |
1 |
? |
ja |
1? |
| Summe Fläche m² |
675 |
500 |
375 |
275 |
200 |
125 |
150 |
300 |
665 |
In den meisten Fällen bestand eine StOMunNdlg nicht nur aus einer dieser Kategorien. Es wurden mehrere Typen kombiniert, da man im Regelfall für mehrere Verbände und Einheiten einlagerte.
Als Besonderheit kamen in jeder Gesamtanlage zwei weitere MLH 50 für Sperrmittel hinzu. Darin sind Sprengladungen für in der Umgebung befindliche baulich vorbereitete Sperranlagen deponiert worden. Oft waren es Brücken, die bereits Elemente für deren Zerstörung besaßen. Das können aber auch Sprengschächte in Straßen gewesen sein, die in schwierig zu befahrenden Geländeabschnitten lagen.
Ein paar Beispiele für die Zuordnung von StOMunNdlg-Typen zu Verbänden und Einheiten der Bundeswehr:
Typ A für Feldartilleriebataillone der Divisionstruppen.
Typ B für Panzerartilleriebataillone der Brigaden, oder auch für Nachschubkompanien der Brigaden.
Typ C für Panzergrenadierbataillone, oder auch für Pionierbataillone der Divisionstruppen.
Typ D für Panzerbataillone mit Leopard 1, oder auch für Panzeraufklärungsbataillone.
Typ E für Panzerjägerkompanien, oder auch für Panzerpionierkompanien.
Typ F für Beobachtungsbataillone der Divisionstruppen, oder auch für Heeresfliegertransportregimenter.
In den Munitionsniederlagen waren, abgesehen von den vorgenannten, einige weitere Einrichtungen üblicherweise aufzufinden. An der Haupteinfahrt stand das Wach- und Dienstgebäude. In dessen Nähe wurde ein Packmittelschuppen errichtet. Dessen Größe hat man auf die Anzahl der Munitionsbunker abgestimmt. Außerdem gab es einen Abstellraum für 10 Gabelhubwagen. Er ist entweder im Bau der Wache oder im Packmittelschuppen integriert gewesen, oder er stand als Fertiggarage separat. Eine Besonderheit waren Munitionsuntersuchungshäuser. In ihnen konnten Wartungsarbeiten an Lenkflugkörpern durchgeführt werden. Sie gab es nur in StOMunNdlg mit der Einlagerung von Munition für die Raketenjagdpanzer.
Für den Fall eines Brandes ist die Bereithaltung von genügend Löschwasser erforderlich. Gängig waren Zisternen, oft entstanden aber auch Teiche. Alle MLH standen an befestigten Straßen. Vor den Bunkern befanden sich Vorplätze, auf denen LKW für den Verladevorgang parken konnten. Interessant ist die Wegeführung. Um Unfällen vorzubeugen, durften alle Lagerstraßen nur in eine Richtung befahren werden. Dementsprechend waren sie mit Beschilderungen als Einbahnstraßen ausgewiesen. Ein- und ausfahrender Verkehr durfte sich nicht überkreuzen. Da in Deutschland rechts gefahren wird, mußte man die Wege auf der Fläche der Liegenschaft demzufolge gegen den Uhrzeigersinn als Einbahnstraßen einrichten.
Als ortsfeste Objekte sind die Standortmunitionsniederlagen organisatorisch dem Territorialheer zugeordnet gewesen. Daher bekamen sie eine Kennung, die mit der Ziffer des örtlich zuständigen Verteidigungskreiskommandos begann. Nutznießer waren aber in den meisten Fällen Truppen des Feldheeres. Von diesen Einheiten ist im Regelfall auch das Personal für die Bewachung der Depots gestellt worden.
Der Aufbau von StOMunNdlg erfolgte nach dem Stand, der zur Zeit der Errichtung erforderlich war. Die Bundeswehr durchlebt seit ihrer Aufstellung stetigen Wandel. Es wurden immer wieder Einheiten neu aufgestellt, an andere Standorte verlegt oder aufgelöst. Die statischen Depots konnten diesen Veränderungen kaum folgen. Als Resultat paßten die Munitionsniederlagen später oft nicht mehr zum eigentlich vor Ort bestehenden Bedarf. Ausbauten konnten nur eingeschränkt verwirklicht werden und beanspruchten einen größeren zeitlichen Rahmen. So kam es dazu, daß man die Munition für manche Einheiten in anderen Objekten deponierte, die teils weit entfernt waren.
Wie oben geschrieben, sind über lange Zeit stets die gleichen Munitionslagerhäuser 25 und 50 gebaut worden. In den 1980er Jahren änderten sich die Vorgaben. Nun sollten bei Neubauvorhaben Munitionsbunker in einer anderen Ausführung errichtet werden. Diese hat man oft mit der Bezeichnung Stradley benannt. Sie verfügen über größere Schiebetore an der Vorderseite. Somit entstanden hier bessere Umschlagmöglichkeiten für moderneres Gerät. Ab 1983 lief der Nachschubtruppe das allradgetriebene Feldumschlaggerät (FUG) 2,5 t Steinbock zu. Aus einem Dokument geht hervor, daß im Alarmierungsfall die Nachschubkompanie einer Brigade jedem zugehörigen Bataillon ein FUG für die Entleerung der StOMunNdlg zur Verfügung stellen mußte.
In den Munitionsniederlagen traten mit Umsetzung der neuen Vorgaben an die Stelle der MLH 25 die MLH 30, und statt MLH 50 waren es MLH 60. Die Zahlen zeigen die vergrößerten Nutzflächen. Soweit erkennbar, fanden die bisherigen Vorgaben in Bezug auf die Anzahlen der Bunker keine Anwendung mehr. Es wurden bis zum Ende des Kalten Krieges nicht mehr viele neue Niederlagen gebaut. Ein Beispiel ist die StOMunNdlg 253/2 Deinste, in ihr hat man nur MLH 30 und MLH 60 errichtet. Ebenso in der StOMunNdlg 231/2 auf einer Teilfläche der ehemaligen Muna Lehre. Einzelne Objekte erfuhren Vergrößerungen, was vermutlich mit der Einführung der Leopard 2 mit größerem Kaliber in Zusammenhang steht. Im Fall der StOMunNdlg 251/2 Munster-Trauen sind nachträglich vier MLH 30 an bestehenden Lagerstraßen zugefügt worden. Bei der StOMunNdlg 231/1 Dedelstorf hat man dagegen die Grundfläche der Liegenschaft erheblich vergrößert und dort 19 neue MLH gebaut.
Ab 1956 entstand in Altenwalde eine neue Kaserne. Zunächst wurde darin ein Luftwaffenausbildungsbataillon stationiert. Obwohl es kein Flugplatz war, hatte man die Anlage zu der Zeit „Fliegerhorst Altenwalde“ genannt. 1963 lösten Heerestruppen die Luftwaffe ab. Das Panzergrenadierbataillon 71, ab 1980 mit der Ziffer 73 benannt, und das Panzerbataillon 74 sind nun die bedeutendsten Nutzer der Truppenunterkunft gewesen. Ab 1971 trug sie den Namen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne.
Mit den beiden Kampftruppen-Verbänden entstand der Bedarf für eine Standortmunitionsniederlage im näheren Umfeld. Eine passende Fläche zu finden war kein Problem, der große angrenzende Truppenübungsplatz Altenwalde befand sich bereits in staatlichem Besitz.
Ab 1963 ist am Südrand, zum Teil auf der Fläche des Marine-Sperwaffenarsenals Oxstedt, das Marinemunitionsdepot 6 Oxstedt neu errichtet worden. Damit bot sich die Lösung an, die Munitionsniederlage an das MMunDp anzufügen. So folgte bereits 1964 der Aufbau der StOMunNdlg 253/1 des Heeres unmittelbar an die Marine angrenzend, von ihr mit einem inneren Zaun separiert. Die Einfahrt in das Objekt hat man innerhalb des Marinedepots eingerichtet. Die Bewachung der gesamten Liegenschaft führte ziviles Personal durch. Somit war ein eigenes Wachgebäude für die StOMunNdlg nicht erforderlich, am Tor wurde lediglich ein Lagerbürogebäude errichtet.
Ansonsten entsprach die Auslegung der Munitionsniederlage weitgehend dem oben beschriebenen Standard. 1964 lag das PzGrenBtl 71 in der Altenwalder Kaserne. Dafür ist eine StOMunNdlg des Typs C erforderlich gewesen, gemäß obiger Tabelle also 5x MLH 25 und 5x MLH 50. Außerdem war das PzBtl 74 stationiert. Dafür mußte eine StOMunNdlg des Typs D eingerichtet werden, entsprechend 1x MLH 25 und 5x MLH 50. Dann kamen noch 2x MLH 50 hinzu, in denen Sprengmittel für Sperranlagen gelagert wurden. In Summe sind das 6x MLH 25 und 12x MLH 50. Sie standen an sechs Lagerstraßen, aufgeteilt in zwei Reihen zu drei Bunkern MLH 25 (Nummern 01-06) und in vier Reihen zu drei Bunkern MLH 50 (Nummern 07-18).
Der obligatorische Packmittelschuppen steht 120 m hinter der Einfahrt. Er weist fast 50 m² Nutzfläche auf. Damit entspricht er der Vorgabe, daß für eine StOMunNdlg der Typen C oder D 45 m² bereitzustellen sind. An seiner rechten Seite befindet sich ein geschlossener Lagerraum, wahrscheinlich zum Abstellen der Gabelhubwagen. An der nördlichen Seite der Liegenschaft befindet sich die Löschwasserzisterne mit einem Volumen von 250 m³. An mehreren Stellen befinden sich Aufbewahrungsmöglichkeiten für Brandschutzgerät. Eine Wachpostenmeldeanlage wurde installiert. Diese bestand aus einem Telefonnetz mit mehreren über das Depot verteilten Sprechstellen, die mit der Wache Kontakt aufnehmen konnten. Die westliche Lagerstraße ist breiter gebaut. Damit dürfte sie als Sammelausfahrtstraße gedient haben. Darauf konnten sich mehrere LKW aufreihen, die als Kolonne das Objekt verlassen sollten. Die Munitionsniederlage dehnt sich über gut 4 ha aus.
Betrachtet man die Belegung der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in den 1980er Jahren fällt auf, daß inzwischen auch die Panzerjägerkompanie 70 hier stationiert war. Sie ist 1979 von Munster kommend in Altenwalde eingetroffen. Grundsätzlich wurde für sie eine StOMunNdlg Typ E benötigt, entsprechend 2x MLH 25 und 3x MLH 50. Und da sie 1985 den mit den Waffensystem TOW ausgestatten Raketenjagdpanzer Jaguar 2 bekam, sollte auch ein Munitionsuntersuchungshaus vorhanden sein. Diese Ausstattung ist der StOMunNdlg 253/1 nicht mehr zugefügt worden. Die Munition für die Panzerjäger mußte also in einem anderen Objekt gelagert werden. Hier trifft wieder die Aussage zu, daß die Lagermöglichkeiten für Munition nicht den Veränderungen der Truppe folgen konnten.
Die hiesige StOMunNdlg unterstand dem Verteidigungskreiskommando 253 in Stade, welches seinen Dienstsitz in der Von-Goeben-Kaserne hatte. Es war zuständig für die Landkreise Stade und Cuxhaven. Alle ortsfesten Einrichtungen in dem Gebiet, wie Standortmunitionsniederlagen, Standortschießanlagen und Übungsschießanlagen Fliegerabwehr aller Truppen, trugen Kennungen, beginnend mit der Ziffer 253.
Die in Altenwalde untergebrachten Kampftruppen gehörten zur 3. Panzerdivision, die ihren Stationierungsraum im nordöstlichen Niedersachsen, zwischen Elbe und Weser hatte. In der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne lagen Teile der PzGrenBrig 7. Weitere Verbände und Einheiten der Brigade waren in Hamburg-Fischbek und Stade stationiert. Für den Standort Hamburg-Fischbek gab es die StOMunNdlg 252/3 Neu Wulmstorf und für den Standort Stade die StOMunNdlg 253/2 Deinste.
Bald nach Ende des Kalten Krieges gab die Bundeswehr das Konzept der Einlagerung von Gefechtsmunition in der Nähe der einsetzenden Einheiten auf. Der Bedarf für die StOMunNdlg Altenwalde entfiel somit. Soweit ermittelbar bezog das MMunDp das Objekt zunächst in ihren Bereich mit ein. Da die reguläre Zufahrt nur durch das Marinedepot erfolgen konnte, war ohnehin keine andere Verwendung möglich.
Im Jahr 2003 ist im Rahmen der Neuordnung logistischer Einrichtung der Bundeswehr die Schließung des Depots beschlossen worden. Am 31. Dezember 2005 folgte die Auflösung der Dienststelle. Zunächst versuchte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das Objekt aus dem Staatsbesitz zu verkaufen. Letztendlich ist es jedoch, wie auch der gesamte ehemalige Truppenübungsplatz Altenwalde, zur DBU-Naturerbefläche Cuxhavener Küstenheiden umgewandelt worden. Einzig die nur wenige hundert Meter nördlich des Depots befindliche Standortschießanlage 253/2 blieb in aktiver Nutzung durch die Bundeswehr.
Zustand:
Die Standortmunitionsniederlage 253/1 zeigt sich heute in einem sehenswerten Zustand. Alle Munitionslagerhäuser blieben stehen. Auch Packmittelschuppen, Löschwasserzisterne und diverse kleine Objekte sind weiterhin vorhanden. Die Vegetation erobert die Fläche nun langsam zurück.
Zugang:
Während vom früheren Marinemunitionsdepots 6 der Teil mit den moderneren Munitionsbunkern weiterhin nicht betreten werden kann, wurde die Umzäunung der StOMunNdlg überwiegend entfernt. |
Blick
aus der Vogelperspektive mit Google Maps:
Fotos:

Die Einfahrt zur StOMunNdlg 253/1 befand sich innerhalb des Marinedepots.

Rechts dahinter stand ein Lagerbürogebäude, es wurde inzwischen abgerissen.

An der westlichen Seite befand sich ein Tor zum MMunDp 6.

Am östlichen Rand gab es eine Notausfahrt. Hier ist der Zaun inzwischen entfernt worden.

In der östlichen Ecke findet man diese Pforte. Sie diente wohl dem Streifengang der Wachen.

Der Packmittelschuppen zur Aufbewahrung von Verpackungsmaterial.

Im rechten Anbau könnten Gabelhubwagen abgestellt worden sein.

Blick über die Straße entlang der MLH 03 bis 01.

Die westliche Lagerstraße ist mit größerer Breite als Sammelausfahrtstraße ausgelegt.

Hier bestand ein Halteverbot.

Alle Wege vor den Bunkern waren als Einbahnstraßen ausgewiesen.

An jeder Abzweigung standen entsprechende Beschilderungen. In der Mitte eine Sprechstelle.

Ein weiterer Wachposten-Melder.

Die Sprechstellen der Wachpostenmeldeanlage standen im gesamten Depot verteilt.

An der nördlichen Lagerstraße befindet sich diese Zisterne für 250 m³ Löschwasser.

Vorne die Beschilderung des Weges mit den MLH 01-03.

Dahinter eine Tafel zum Aufhängen von Brandbekämpfungsgerät.

Die modernere Aufbewahrung von Brandschutzgerät erfolgte in diesen Schränken.

Sie waren massiv aus Waschbeton hergestellt.

Früher standen teilweise Kisten mit Löschsand vor den Bunkern.

Befestigungen für Munitionsbrandklassenschilder. Sie wurden erst ab den 1990er Jahren eingeführt.

Das Munitionslagerhaus 25 m² mit der Nummer 6. Es verfügt über einen Eingang.

Blick auf das Tor von innen, es steht nicht mittig.

An den Wänden Markierungen für die Zuordnung von Einlagerungen.

In der linken Wand führt der Belüftungsschacht unten in den Bunker.

Auf der rechten Seite ist die Öffnung oben.

Betrachtet man MLH 25 von den Seiten oder von oben, sind die zwei Belüftungsschächte ein Erkennungsmerkmal. Sie befinden sich vorne links und hinten rechts.

Das MLH 25 Nummer 4 dient heute als Fledermausquartier.
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